Beliebte Musikrichtung und Szene

Metal: Alle Informationen über die Musikrichtung und gleichnamige Szene

Ein Metalfan wird bei einem Konzert von der Menge getragen
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Metalfans auf dem Wacken Open Air (Archivbild)

Metal gilt als das lauteste Genre der Welt. Unzählige Gerüchte und Mythen ranken sich um die Musik und ihre Fans. Wir klären auf: Diese Fakten sollte man kennen, um die Szene zu verstehen.

  • Metal ist für Millionen von Fans weltweit eine Lebenseinstellung
  • Die Geschichte des Metal beginnt in den frühen 1970ern
  • Inzwischen gibt es im Metal unzählige Bands und dutzende Subgenres

München – Heavy Metal (englisch für „schweres Metall“), oft einfach nur mit Metal abgekürzt, ist ein vielfältiges Musikgenre, welches sich insbesondere durch harte, oftmals technisch sehr versierte, temporeiche Instrumentalparts und charakteristische Gesangsarten auszeichnet. International renommierte Bands wie Metallica, Iron Maiden, Slipknot oder Black Sabbath trugen mit ihrer Musik maßgeblich zum Erfolg der Szene bei. 

Metal: Die frühen Anfänge (1970er)

Die Wurzeln des Metal liegen in der Rockmusik der 1960er und 1970er. Hard Rock-Bands wie Led Zeppelin, Deep Purple oder Steppenwolf gelten als Wegbereiter des Genres, da der Fokus ihrer Musik vornehmlich auf lauten Gitarren, hohem Tempo und verschiedenen Effekten lag. Der britischen Band Black Sabbath gelang 1970 mit ihrem gleichnamigen Debütalbum schließlich der Durchbruch. Auf dem Album finden sich viele neuartige musikalische Elemente, die sich stark von der Populärmusik der damaligen Zeit abgrenzen. Frontmann Ozzy Osbourne und seine Mitmusiker gelten von daher nach wie vor als Urväter des Genres.

Metal: Eine populäre Musikrichtung (1980er)

In den 1980ern etablierten sich verschiedene neuartige Subgenres, die weitere Hörer ansprachen und die Szene aufspalteten. Dadurch stieg Metal zu einem Massenphänomen auf, das bis heute Millionen von Fans rund um den Globus begeistert. Legendäre Bands wie Metallica (Thrash Metal), Iron Maiden (Heavy Metal) oder Helloween (Power Metal) verbuchten in dieser Zeit erste große Erfolge. Während im Metal anfangs vornehmlich die USA und Großbritannien wegweisend waren, entwickelte sich ab den späten 1980ern in Deutschland, Norwegen oder Schweden ebenfalls ein kreative und äußerst erfolgreiche Szene.

Metal: Ein vielfältiges Genre (1990er - heute)

In den Folgejahren entstanden immer extremere Unterarten des Metal, darunter insbesondere Death Metal und Black Metal. Kennzeichnend für beide Subgenres sind rohe, martialische Gitarren- und Schlagzeugparts, blutrünstige, teilweise recht provokante Texte sowie der markante gutturale Gesang, der entfernt an Knurren erinnert. Bis heute hat sich das Genre konsequent weiterentwickelt und vereint diverse Subgenres ganz allgemein unter dem Begriff „Metal“. Die gleichnamige Szene hat inzwischen Millionen von Anhängern und ist fraglos in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Black Sabbath: Die Urväter des Heavy Metals bei den Grammys (Archivbild)

Metal: Was ist das eigentlich?

Allgemein gilt: Metal ist ein sehr breitgefächerter Begriff. Das liegt insbesondere daran, dass sich im Laufe der Zeit unzählige Subgenres entwickelt haben. Eine verallgemeinernde Aussage lässt sich also weder zur Musik noch zu den Texten treffen. Dafür entwickelt sich das Genre zu kontinuierlich weiter. Grundsätzlich kann man jedoch sagen, dass im Metal insbesondere E-Gitarre, E-Bass und Schlagzeug im Vordergrund stehen. Aus diesem Grund überwiegen in dem Genre vor allem Bands mit drei oder mehr Mitgliedern. Verglichen mit anderen Musikgenres wirkt Metal recht hart, laut und roh, verknüpft diese Eindrücke jedoch oft mit ausgefeilten Melodien und hohen technischen Fertigkeiten. Textlich deckt das Genre ebenfalls ein sehr breites Spektrum ab. Je nach Band oder Musikrichtung stehen unterschiedliche Themen im Fokus, oftmals kritisieren die Texte jedoch soziale, politische oder gesellschaftliche Missstände.

Metalfans vor einer der Hauptbühnen auf dem Wacken Open Air (Archivbild)

Metal: Welche Subgenres gibt es?

Wie bereits bemerkt, existieren viele unterschiedliche Subgenres, die alle unter dem sehr allgemeinen Begriff „Metal“ zusammengefasst werden können. Eine genaue Unterscheidung fällt in manchen Fällen sogar Fachleuten extrem schwer. Hier ein kurzer Überblick zu den beliebtesten Subgenres im Metal:

  • Power Metal: Besonders in Europa erfreut sich Power Metal inzwischen immer größerer Beliebtheit. Die Musik ist bestimmt von hohem Tempo, sehr eingängigen Melodien und epischen Klängen. Nicht selten werden zudem Keyboards verwendet, um mit symphonischen oder orchestralen Elementen den opulenten Sound zu komplettieren. Zu den bekanntesten Vertretern des Genres zählen Bands wie Sabaton (Schweden), Powerwolf (Deutschland) oder Sonata Arctica (Finnland).
  • Doom Metal: Dieses Subgenre zeichnet sich durch langsame, sehr schleppende Melodien, tiefer gestimmte Instrumente und verzerrte Klänge aus. Dadurch wirkt Doom Metal recht düster und urtümlich. Songs mit Überlänge sind hier keine Seltenheit. Bekannte Bands sind Candlemass (Schweden), Electric Wizard (Großbritannien) oder Saint Vitus (USA).
  • Folk Metal: Im Folk Metal stehen folkloristische Musikinstrumente im Vordergrund. Dementsprechend gilt dieses Genre gewissermaßen als Mischung aus Metal und traditioneller Volksmusik. Je nach Herkunft der Band unterscheiden sich dabei die Einflüsse und verwendeten Instrumente deutlich. Volkstümliche Instrumente wie den Dudelsack oder das Akkordeon findet man dennoch bei sehr vielen Bands. Bekannte Vertreter sind Korpiklaani (Finnland), Heidevolk (Niederlande) oder Skálmöld (Island).
  • Death Metal: Trotz des recht brutalen, unharmonischen Klangs erfreut sich Death Metal großer Beliebtheit. Das Genre zeichnet sich durch martialische Melodien, schnelle Rhythmen und das markante Growling, einer besonders tiefen Gesangsart, aus. Beeinflusst wird die raue Musik oftmals von Themen wie Horror, Tod oder Krieg, die in den Liedern auch textlich verarbeitet werden. Zu den beliebtesten Bands des Genres zählen Cannibal Corpse (USA), At the Gates (Schweden) oder Carcass (Großbritannien).
  • Black Metal: Der in Skandinavien geborene Black Metal gilt als besonders verrufen. Musik, Auftreten und Ideologie wirken verstörend und extrem. Typisch ist das schnelle, sehr verzerrte Gitarrenspiel, rhythmisch variable Schlagzeugparts, Kreischgesang und der monotone Grundaufbau vieler Songs. Lange Zeit war Satanismus das zentrale Thema dieses Genres. Inzwischen hat sich der Black Metal jedoch massiv weiterentwickelt und bricht bewusst Konventionen. Als wegweisend gelten Mayhem, Emperor oder Darkthrone (alle Norwegen).
  • Thrash Metal: Anfang der 1980er bediente der Thrash Metal besonders junge Fans, denen der klassische Heavy Metal nicht hart genug war. Die Szene antwortete mit einer Welle an Bands, die besonders aggressive, unfassbar temporeiche Musik spielten, dabei dennoch hohen Wert auf technische Vielseitigkeit legten. Seitdem ist der Thrash Metal aus der Szene nicht mehr wegzudenken. Mit Metallica (USA) hat das Genre zudem eine Band hervorgebracht, die inzwischen Kultstatus erreicht hat. Andere Vertreter sind Slayer (USA), Kreator (Deutschland) oder Sepultura (Brasilien).
  • Nu Metal: Dieses vergleichsweise junge Genre entwickelte sich Anfang der 1990er in den USA und erreichte um die Jahrtausendwende seine Hochphase. Im Nu Metal treffen Metal und genrefremde Elemente aus Rap, Hip-Hop und Punk aufeinander. Diese Mischung sprach besonders junge Hörer an und beeinflusste eine ganze Generation nachhaltig. Viele der damaligen Größen besitzen noch heute eine große Anhängerschaft, darunter Slipknot, Linkin Park oder Korn (alle USA).

Selbstverständlich existieren noch dutzende weitere Subgenres. Zudem gibt es inzwischen Bands, die zwei oder mehrere dieser Genres geschickt vermischt und so ihren ganz eigenen Stil geschaffen haben. Metal ähnelt deswegen gewissermaßen einem Baukasten. Jedes Genre umfasst bestimmte Elemente, die beliebig ausgetauscht werden können, um verschiedene Subgenres miteinander zu kombinieren und neue Musik zu erschaffen.

Black Label Society auf dem Wacken Open Air (Archivbild)

Metal: Welche Bands sollte man kennen?

Auf diese Frage wird jeder Fan wohl eine ganz persönliche Antwort finden. Grundsätzlich gilt: Einige Bands haben es tatsächlich geschafft, auch fernab der Szene kommerzielle Erfolge zu erzielen. Neben Metallica, die mit ihrem Hit „Nothing Else Matters“ Weltruhm erlangten, gelten die britischen Bands Iron Maiden und Black Sabbath als absolute Genregrößen. Letztere konnten sich insbesondere dank ihres prominenten Frontmanns Ozzy Osbourne geschickt in Szene setzen. Tatsächlich herrscht inzwischen ein regelrechtes Überangebot an Bands, sodass langfristige internationale Erfolge immer seltener werden. In den letzten Jahren haben sich jedoch besonders Bands aus den USA an die Spitze gekämpft, darunter Slipknot, Disturbed oder Avenged Sevenfold. Deutschlands bekannteste Genrevertreter sind Powerwolf, Avantasia und natürlich Rammstein.

Metal: Wer sind die Fans?

Besonders um die Fans der Szene halten sich hartnäckige Gerüchte. Metalfans hören nicht nur unglaublich gerne Metal – sie leben ihn auch! Lange Haare und das T-Shirt der Lieblingsband sind zwar kein Muss, kommen jedoch immer gut an. Ansonsten lässt sich die Szene jedoch in keine Schublade stecken. Dafür ist sie zu groß, bunt und unterschiedlich. Die Leidenschaft zum Metal verbindet viele verschiedene Personen, die sich ohne ihr gemeinsames Hobby womöglich nie treffen würden. Deswegen sind Konzerte und Festivals ein fester Bestandteil im Kalender vieler Metalfans. Wichtige Veranstaltungen sind beispielsweise das Wacken Open Air (Schleswig-Holstein), das Summer Breeze Open Air (Bayern) oder das With Full Force (Sachsen-Anhalt). Auch wenn man optisch zunächst das Gegenteil vermuten könnte, gilt die Szene als sehr offen, tolerant und freundlich. 

Infos über den Autor

Jonas Erbas, Volontär bei extratipp.com, schreibt über Themen aus den Bereichen TV, Stars, Schlager und die Welt der Musik. Egal ob Metal, Rock, Pop oder Hip-Hop – Jonas kennt und liebt die Welt der Musik. Mehr Infos zur Redaktion und dem Team von extratipp.com gibt es hier.

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