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ESC 2021: Måneskin siegen für Italien - Drogenvorwürfe gegen Sänger Damiano im Green Room

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Von: Jonas Erbas

Beim Eurovision Song Contest 2021 erlebten die ESC-Zuschauer:innen einen bunt durchmischten Musikabend. Als verdiente Sieger:innen ging die italienische Rockband Måneskin hervor. Deren Frontmann Damiano David sah sich jedoch noch während der Show heftigen Vorwürfen ausgesetzt - gegenüber der Presse reagierte er dann.

Die italienischen Eurovision Song Contest-Gewinner Måneskin mit Sänger Damiano David beim ESC (Fotomontage)
Mit insgesamt 524 Punkte holte die italienische Rockband Måneskin beim Eurovision Song Contest 2021 den Sieg - doch Sänger Damiano David sah sich nur wenig später heftigen Vorwürfen ausgesetzt: Er habe live im TV Drogen konsumiert, während er im Green Room wartete, heißt es (Fotomontage) © Soeren Stache/Peter Dejong/AP/dpa/picture alliance & Screenshot/ARD/Eurovision Song Contest 2021

Rotterdam - Nach einem Jahr pandemiebedingter Zwangspause war es endlich wieder so weit: Am Samstagabend (22. Mai 2021) trafen sich im Finale des Eurovision Song Contest in Rotterdam 26 Nationen, um den größten Musikwettbewerb der Welt erneut auszutragen. Die Zuschauer:innen dürften schon schlechtere ESC-Abende erlebt haben: Während zwar wieder einmal zahlreiche Teilnehmer:innen alles auf kitschigen Glitzer-Pop und radiotaugliche Massenware setzten, überzeugten vor allem Länder wie Island (Daði og Gagnamagnið), die Ukraine (Go_A), Finnland (Blind Channel) oder Italien (Måneskin) als Überraschung des Abends.

Verdientermaßen stand am Ende deshalb auch die aus Rom stammende Rockband Måneskin als Sieger:innen fest - überschattet wurde diese Erfolg allerdings von einer Szene, die Sänger Damiano David (22) angeblich beim Drogenkonsum zeigt.

Die italienische Rockband Måneskin, Sieger des Eurovision Song Contest 2021
So sehen Sieger aus: Måneskin gewannen für Italien den ESC 2021 - mussten sich später allerdings zu einer umstrittenen Szene äußern, die auch live im Fernsehen zu sehen war © Soeren Stache/dpa/picture alliance

ESC 2021: Måneskin räumen bei Eurovision für Italien ab - Drogengerüchte nach Rockband-Sieg

Für Måneskin dürfte 2021 das bisher erfolgreichste Jahr in ihrer Bandkarriere gewesen sein: Im März gewann die Gruppe nicht nur das renommierte Sanremo-Festival 2021 und qualifizierte sich damit direkt als italienischer ESC-Act, sondern stand auch in den heimischen Albumcharts mit „Teatro d’ira - Vol. I“ ganz oben an der Spitze. „Zitti e buoni“ (zu Deutsch: Leise und brav), ihr Beitrag zum diesjährigen Eurovision Song Contest, schaffte es in den italienischen Singlecharts immerhin auf Platz zwei, könnte aber schon bald die eins stürmen - immerhin bescherte der Song den Südeuropäer:innen den ersten ESC-Erfolg nach über 30 Jahren. Zuvor hatte Italien 1964 (mit Gigliola Cinquetti) und 1990 (mit Toto Cutugno) einen Sieg errungen.

Knapp vier Stunden dauerte es bis ein spannender Musikabend zu Ende ging und Måneskin als Sieger:innen feststanden. Bedanken dürfen sich die Italiener vor allem beim Publikum: Dieses stimmte so eindeutig für die Rockband um Frontmann Damiano David, dass die vierköpfige Gruppe sogar den Schweizer Jury-Sieger Gjon’s Tears (22) überholte. Der erreichte mit „Tout l‘univers“ (432 Punkte) immerhin den dritten Platz hinter der Französin Barbara Pravi (28) und ihrem Chanson „Voilà“ (499 Punkte). Doch an den Römer Rocker:innen, deren Auftritten so gar nicht „leise und brav“ ablief, gab es kein Vorbeikommen: Mit Nietenoutfits, etwas nackter Haut, rockigem Make-up und einer authentischen ‚Sex, Drugs and Rock ‘n‘ Roll‘-Attitüde sorgten die vier für Begeisterung - allerdings nicht bei allen Zuschauer:innen.

Zum Hintergrund: Während die Band im Green Room auf die Ergebnisse wartet, rücken die TV-Kameras Måneskin-Sänger Damiano David und seine Kolleg:innen in den Fokus. Die Gruppe sitzt gemeinsam auf einer Couch, schlürft erfrischende Kühlgetränke und hat es sich dort richtig gemütlich gemacht. Zu gemütlich? Einen Moment sieht es so aus, als beuge sich der 22-jährige Frontmann der Band über den Tisch, sein Gesicht verschwindet kurz hinter einem großen Getränkekübel. Diesen Sekundenbruchteil soll der Italiener genutzt haben, um schnell und auffällig eine Kokain-Line zu schnupfen, behaupten später einige ESC-Fans bei Twitter und posten die entsprechende Stelle. Der Clip geht viral. Bei der anschließenden Sieges-Pressekonferenz konfrontiert ein schwedischer Journalist die Band sogar mit den Bildern, spricht die Italiener:innen auf das Drogengerücht an.

ESC 2021: Eurovision-Rockstars Måneskin wehren sich gegen Drogengerüchte - „Sind sehr schockiert“

„Ich nehme keine Drogen, Leute. Ich nehme kein Kokain, sagt das nicht“, versichert Damiano David den Anwesenden eindringlich und erklärt, Gitarrist Thomas Raggi (20) habe kurz zuvor ein Glas zerbrochen - das erkläre auch die unnatürliche Bewegung. Das Gerücht beschäftigt Måneskin allerdings so sehr, dass am frühen Sonntagmorgen (23. Mai 2021) via Instagram noch ein Statement veröffentlichen: „Wir sind sehr schockiert darüber, dass einige Leute sagen, Damiano nehme Drogen. Wir sind wirklich GEGEN Drogen und habe nie Kokain konsumiert.“ Die Italiener:innen hätten „nichts zu verbergen“, würden im Zweifelsfall sogar einem Drogentest zustimmen, wie sie weiter schreiben.

Im Netz stellten sich schnell unzählige Fans hinter die amtierenden ESC-Gewinner:innen. „Denkt ihr wirklich, er [Damiano David; Anm.d.Red.] würde bei einem weltweiten Event vor all den Kameras koksen?“, fragte eine aufgebrachte Twitter-Nutzerin kurz nachdem die Gerüchte aufgekommen waren. Betrachtet man die Szene genauer, sieht man tatsächlich, dass der Måneskin-Star mit seinem Gesicht zwar hinter dem Getränkekübel verschwindet, sein Kopf allerdings noch ein Stückchen vom Tisch entfernt ist - war wohl nichts mit den Anschuldigungen! Nun dürfen die Italiener:innen erst einmal ihren Sieg feiern. Für Deutschland hingegen lief der Eurovision Song Contest 2021 weniger glorreich ab: Viele Zuschauer:innen waren beim ESC von Jendriks „Horror-Song“ genervt, wie tz.de* berichtet. Der gebürtige Hamburger landete wohl auch deshalb mit nur drei Punkten auf dem vorletzten Platz.

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*tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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