„Ich bin voll enttäuscht...“

„Alter weißer Mann“: Jan Delay kritisiert Thomas Gottschalk wegen rückständiger Ansichten

Rap- und Soul-Künstler Jan Delay steht neben Thomas Gottschalk vor hellen Blitzen (Fotomontage)
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Jan Delay scheint sich in den letzten Jahren viele Gedanken zum Thema politische Korrektheit gemacht zu haben - und kritisiert deshalb nun TV-Ikone Thomas Gottschalk (Fotomontage)

Jan Delay teilt aus: Thomas Gottschalk sei ein „alter weißer Mann“, so der 45-Jährige. Der Grund: Im Gegensatz zu der 71-jährigen TV-Ikone sei ihm politische Korrektheit wichtig, erklärte der Hip-Hop-Musiker in einem Interview.

Hamburg - Die hitzige Debatte um politische Korrektheit beschäftigt auch die Promiwelt: Als sich Pop-, Soul- und Hip-Hop-Musiker Jan Delay (45) zum Scherz eine Afro-Perücke aufsetzte und damit ein Foto postete, wurde er von einem afrodeutschen Freund darüber aufgeklärt, dass diese Aktion überhaupt nicht witzig sei. Der Grund: ‚cultural appropriation‘, also die „unangemessene Aneignung der Gewohnheiten, Bräuche, Ideen eines Volkes oder einer Gesellschaft durch Angehörige eines anderen, typischerweise dominanteren Volkes“, wie das Oxford English Dictionary den Begriff definiert. Für Jan Delay ein No-Go: Er wolle kein „alter weißer Mann“ wie etwa TV-Ikone Thomas Gottschalk (71) sein, so der 45-Jährige.

„Ich will nicht so ein Thomas Gottschalk oder Harald Schmidt sein, ein alter weißer Mann“, erklärte Soul-, Pop- und Hip-Hop-Musiker Jan Delay kürzlich. Der 45-Jährige setzte sich durch einen afrodeutschen Freund intensiver mit Rassismus auseinander

Jan Delay: Hamburger Hip-Hop-Star selbstkritisch - „Wer bin ich denn?“

„Ich hab immer gedacht: Ich bin doch kein Rassist, ich mach Hip-Hop, und meine Freunde sind Afrodeutsche. Aber deshalb kann ich noch lange nicht sagen, was rassistisch ist und was nicht. Wer bin ich denn?“, erklärte Jan Delay in einem Interview mit Die Zeit. Doch das Foto, welches der 45-jährige Musiker im vergangenen Jahr via Instagram teilte, und vor allem sein Freund belehrten ihn eines Besseren: „Ich habe im Lockdown, ohne darüber nachzudenken, ein lustiges Foto mit einer Afro-Perücke gepostet. Ein Freund von mir hat sich beschwert und war sauer.“ Anfangs habe der „Feuer“-Interpret allerdings gar nicht verstanden, wo das Problem liegt - rassistisch war das Ganze jedenfalls ganz und gar nicht gemeint.

Doch sein Freund habe Jan Delay erklärt, dass die Deutungshoheit bei den Betroffenen und nicht bei dem Hamburger Sänger liege: „Das hast du gar nicht zu entscheiden, das entscheiden die, die von Rassismus betroffen sind.“ Diese Worte haben bei dem 45-Jährigen einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen - als Rassist möchte er schließlich nicht dastehen. Mit dem Thema hat sich der Beginner-Rapper offenbar inzwischen intensiv auseinandergesetzt - und erhebt schwere Vorwürfe gegen Kritiker:innen der politischen Korrektheit, darunter auch TV-Ikone Thomas Gottschalk. Der hatte in der WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ an der Seite von Jürgen Milski (57) und Janine Kunze (47) mit entsprechenden Aussagen für große Verärgerung gesorgt (extratipp.com berichtete).

Jan Delay: Musiker kritisiert TV-Ikonen - „Will kein alter weißer Mann wie Gottschalk sein“

„Ich will nicht so ein Thomas Gottschalk oder Harald Schmidt sein, ein alter weißer Mann. Ich bin voll enttäuscht von denen, dass die jetzt so rumjammern. Gerade bei Harald Schmidt, von dem war ich so ein Fan“, sagte Jan Delay der Wochenendzeitung mit Sitz in Hamburg und bezog damit klar Stellung. Dass der Hamburger auch musikalisch geschickt mit Worten umgehen kann, beweist er auch mit seinem aktuellen Studioalbum „Earth, Wind & Feiern“. Gegenüber 24hamburg.de* erklärte der 45-Jährige, die Platte sei sogar „das beste Album überhaupt“.

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