„Die Lizenz war gesichert, der Verein gerettet“

Die Toten Hosen: Band erinnert an Rettungsaktion für Fortuna Düsseldorf - eine Million für den Club

Die Toten Hosen-Frontmann Campino steht vor den Fans von Fortuna Düsseldorf, daneben eine Aufnahme des Sängers im Trikot (Fototmontage)
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Weil Fortuna Düsseldorf fast pleite war, griffen Die Toten Hosen ihrem angeschlagenen Lieblingsclub 2001 finanziell unter die Arme - mit Erfolg (Fotomontage)
  • Jonas Erbas
    VonJonas Erbas
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Für Fortuna Düsseldorf lief es 2001 alles andere als rosig: Der Traditionsverein stand kurz vor dem Bankrott - doch die Pleite konnte abgewendet werden. Die Toten Hosen sprangen als Trikotsponsor ein und erinnern nun pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum ihrer tollen Aktion an diesen historischen Moment.

Düsseldorf - Für Die Toten Hosen hat Fußball seit jeher einen hohen Stellenwert: Die Rockband um Frontmann Campino (58) ist eng mit Fortuna Düsseldorf, dem Traditionsverein ihrer Heimatstadt, verbunden. Klar, dass die Musiker für den Club sogar ihr letztes Hemd geben würden. 2001 stand die Fortuna kurz vor dem Bankrott, kickte in der sportlich eher wenig attraktiven Regionalliga. Diese Misere konnten und wollten die Hosen nicht länger mit ansehen - und machten mit einer tollen Aktion mal eben eine Million D-Mark locker. Auf Instagram erinnerte die Gruppe nun an diesen historischen Moment.

Die Toten Hosen-Frontmann Campino ist ein leidenschaftlicher Fußballfan: Der 58-jährige Musiker unterstützt neben Fortuna Düsseldorf zudem den englischen Erstligisten FC Liverpool

Die Toten Hosen: Campino und seine Band halfen Fortuna Düsseldorf - „Es drohte der Lizenzentzug“

Gerade ältere Fans von Fortuna Düsseldorf dürften inzwischen ziemlich Leid erprobt sein: Ab den 1980ern ging es nach und nach sportlich bergab, das Team wurde zur Fahrstuhlmannschaft und stand kurz nach der Jahrtausendwende vor dem finanziellen Ruin. Der deutsche Meister von 1933 war sportlich wie wirtschaftlich extrem angeschlagen. Die Toten Hosen, die zu den prominentesten Fans der Fortunen zählen, wollten 2001 den Niedergang ihres Heimatvereins endlich aufhalten - und griffen dafür tief in die Tasche: Obwohl sich die Band über Jahre gegen entsprechende Werbeverträge gesträubt hatte, arrangierten sich Campino und Co. mit der Idee, ihre Tour von einer großen Brauerei sponsern zu lassen und so genug Geld für die Rettung der Düsseldorfer zu sammeln.

Am Sonntag (13. Juni 2021) jährte sich die Clubrettung der Toten Hosen zum 20. Mal. Auf Instagram teilte die Band zu diesem Anlass die Titelseite des Düsseldorf Express vom 13. Juni 2001, der damals schrieb, die Band habe Fortuna Düsseldorf mit einer Million D-Mark gerettet. Auch Campino und Co. erklärten die Aktion in ihrem Post noch einmal ausführlich:

Auf den Tag vor 20 Jahren: Unserer [Fortuna] ging es zu der Zeit gar nicht gut; sie dümpelte in der Regionalliga vor sich hin und war akut vom Bankrott bedroht, es drohte der Lizenzentzug. In einer bandinternen Krisensitzung kam die rettende Idee in höchster Not: Kurzerhand ließen wir unsere anstehende Tour von der Altbierbrauerei Diebels sponsern, eigentlich etwas, das wir nie machen wollten. In diesem Fall fanden wir es mehr als legitim, denn wir gaben das gesamte Geld an Fortuna Düsseldorf weiter. So konnte der Spielbetrieb aufrechterhalten werden, die Lizenz war gesichert, der Verein gerettet.

Die Toten Hosen über die Fortuna-Rettung 2001

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Die Toten Hosen: Band zeigt sich engagiert - Rettungsaktion für Fortuna Düsseldorf kein Einzelfall

Heute wissen wir: Die Rettungsaktion der Toten Hosen hat sich gelohnt - seit 2009 spielt Fortuna Düsseldorf in der 2. Bundesliga, war zwischenzeitlich sogar erstklassig. Zwischen der Rockband und dem Traditionsverein hat sich eine innige Liebe entwickelt, schließlich halfen Campino und Co. dem Club mehr als einmal. 1989 half die Gruppe beispielsweise dabei, die Ablösesumme von 200.000 D-Mark für den ghanaischen Verteidiger Anthony Baffoe (56) zu stemmen. 2012 gab‘s für so viel Engagement folgerichtig die Ehrenmitgliedschaft bei der Fortuna. Auch die Düsseldorfer EG, der Eishockeyclub der Stadt, konnte dank finanzieller Zuwendungen und toller Aktionen - darunter ein Fan-Trikot mit dem Logo der Band - sein Überleben sichern.

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