Unveröffentlichte Nummer

Böhse Onkelz: Frankfurter Band spricht über Anfangstage - war „Teppich runter” ihr bizarrster Song?

Die Böhsen Onkelz durchlebten wilde Anfangstage - das spiegelt sich auch in „Teppich runter“, einem bis dato unveröffentlichten Song der Band wider.

Frankfurt am Main - Von Tag eins an ging es bei den Böhsen Onkelz äußerst wild zur Sache: Stark beeinflusst vom chaotischen Punk und der rebellischen Attitüde der Szene, wollten die Rocker um Frontmann Kevin Russell (56) hoch hinaus - ein höchst kompliziertes Unterfangen, denn schon damals hatten unbekannte Nachwuchsbands einen schweren Stand. Also mussten erst einmal ein paar fetzige Songs her. Leichter gesagt als getan, denn anfangs waren die Onkelz noch weit davon entfernt, massentaugliche Hymnen und krachende Hits zu schreiben. „Teppich runter“, eine der ersten Nummern der Frankfurter, steht stellvertretend für diese Zeit.

Bassist Stephan Weidner (r.) und Gitarrist Matthis „Gonzo“ Röhr (l.) bei einem Auftritt der Böhsen Onkelz auf dem Hockenheimring

Böhse Onkelz: Rocker legten „Dilettantismus“ an den Tag - Bei „Teppich runter“ ging es ab

Mit unvergesslichen Songs wie „Auf gute Freunde“, „Koma - Eine Nacht, die niemals endet“ oder „Wir ham‘ noch lange nicht genug“ haben die Böhsen Onkelz eindrucksvoll bewiesen, wieso sie seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Rockbands der Bundesrepublik zählen. Doch hinter dem Erfolg steckt viel harte Arbeit, denn mit richtiger Musik hatten die ersten Lieder der Frankfurter nur wenig zu tun, wie sie in ihrer Doku „40 Jahre Böhse Onkelz - Ein kurzer Abriss der Geschichte“ erzählen.

„Wir hatten einen Song, den wir spielen konnten. Das war ‚Harakiri‘. Das hat sich angehört wie ein Lied und damit war auch Ende der Fahnenstange“, erklärt Schlagzeuger Peter „Pe“ Schorowsky (56) im Interview. Der Titel der Nummer war offenbar Programm, denn die Böhsen Onkelz legten zu Beginn ihrer Karriere „Dilettantismus und einfach nur Energie ohne (...) das geringste Können“ an den Tag, wie Bassist und Bandgründer Stephan Weidner (57) belustigt zugibt. Doch „Teppich runter“ - ein Song, der bis heute nie erschienen ist - toppte „Harakiri“ in Sachen Irrsinn und Wahnwitz um Längen.

„[Es] gab ein Lied, das hieß ‚Teppich runter‘, [da] hat einfach nur jemand den Wandteppich von der Wand gerissen. Also, da kann man ungefähr sich so ausmalen, wie es damals abgegangen ist“, verrät Stephan Weidner. Die Böhsen Onkelz waren also schon während ihrer Anfangstage waschechte Rockstars - zumindest, wenn es um die Attitüde ging. Heute kann die Band auf lange Jahre voller Erfolge, darunter sechs Nummer-eins-Alben, zurückblicken. Doch dass sie einst mit kuriosen Nummern wie „Teppich runter“ auf der Bühne standen und tief in die Trickkiste greifen musste, um Konzerte spielen zu können (extratipp.com berichtete), hat die Frankfurter um Frontmann Kevin Russell wohl nachhaltig geprägt.

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Rubriklistenbild: © Daniel Naupold/Axel Heimken/Stefan Sauer/dpa/picture alliance

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