„Hatten halt keine Hemmungen“

Böhse Onkelz: So „erschlich“ sich die Frankfurter Rockband ihre ersten Konzerte

Die Böhsen Onkelz füllen heute regelmäßig die größten Hallen und Stadien der Bundesrepublik - doch das war nicht immer so: Zu Beginn ihrer Karriere bekam die Rockband nur selten die Gelegenheit, live aufzutreten. Welch ein Glück, dass Bassist Stephan Weidner schon damals gut mit Worten umzugehen wusste.

Frankfurt am Main - Wir schreiben das Ende der 1970er: Ein wildes Jahrzehnt klingt langsam aus, eine neue Subkultur namens Punk hat inzwischen auch die Bundesrepublik fest im Griff und die von der rebellischen Grundattitüde der Szene begeisterte Jugend eifert Idolen wie den Sex Pistols, The Clash oder The Stranglers nach. Inmitten dieser bewegten Zeit formiert sich eine junge, unerfahrene Band, die eines Tages jedoch deutsche Musikgeschichte schreiben wird: die Böhsen Onkelz. Wie die bekannten Bands aus Großbritannien oder den USA wollen Kevin Russell (56), Matthias „Gonzo“ Röhr (58), Stephan Weidner (57) und Peter „Pe“ Schorowsky (56) auf der Bühne stehen - doch das war (zunächst) leichter gesagt als getan!

Die Böhsen Onkelz im Jahre 1991 - damals hatte die Rockband bereits Fuß in der deutschen Musikszene gefasst

Böhse Onkelz: Stephan Weidner verschaffte den Rockern spontane Shows - „Keine Hemmungen“

In der kürzlich bei YouTube erschienenen Doku „40 Jahre Böhse Onkelz - Ein kurzer Abriss der Geschichte“ beleuchten die Frankfurter unter anderem die wilden Anfangstage der Band. Schon damals waren die Onkelz hoch motiviert - bekamen jedoch nur selten die Gelegenheit, ihr Können live unter Beweis zu stellen.

„Viele Auftrittsmöglichkeiten gab‘s halt nicht“, erklärt Gitarrist Matthias „Gonzo“ Röhr grinsend und Bassist Stephan Weidner fügt lachend hinzu: „Uns hat man auch nicht zu Partys eingeladen. Da mussten wir halt reingehen. (...) Eingeladen waren wir nicht.“ Eine harte, wenngleich mit Sicherheit auch sehr spannende Anfangsphase für den damals noch recht unbekannten Rock-Nachwuchs.

Dennoch wollte man sich in der Szene einen Namen machen - und Stephan Weidner schaffte Abhilfe! „Wenn wir auf irgendwelchen Punk-Konzerten waren, aber wir waren natürlich nicht auf dem Line-up, aber die ganze Band war da, sind wir zu denen hingegangen - Stephan war immer ganz groß da drin, die zu überreden: ‚Ey, bevor ihr anfangt, können wir doch spielen. Instrumente habt ihr da...‘ Und so sind wir dann zu ein paar Konzerten gekommen“, erklärt der inzwischen 58-jährige Gonzo - Gitarrist der Böhsen Onkelz - und zeigt damit, dass Bassist und Bandkopf Weidner schon damals kein Problem damit hatte, sich für die Frankfurter auch mal die Hände schmutzig zu machen. „[Wir] hatten halt keine Hemmungen“, gibt Weidner auch offen sofort zu.

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Rubriklistenbild: © Daniel Naupold/Tim Brakemeier/dpa/picture alliance

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