Das Rückgrat der Band

Böhse Onkelz: Stephan Weidner ist der heimliche Liebling der Fans

Ganz Deutschland kennt sie, dennoch halten sich hartnäckige Gerüchte und üble Anschuldigungen auch nach vier Jahrzehnten Bandgeschichte: Die Böhsen Onkelz sind zweifelsohne umstritten und werden von vielen kategorisch abgelehnt. Dabei lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen: Gerade Bandgründer Stephan „Der W“ Weidner ist eine unglaublich spannende Persönlichkeit - und absoluter Fanliebling.

Frankfurt am Main - Wir schreiben den Sommer 2005: Die Böhsen Onkelz sind Geschichte. Der Abschied fällt schwer, die Zukunft bleibt ungewiss. 25 Jahre lang haben die Rocker die deutsche Musikszene mitdominiert - und sie ebenso gespalten. Was in diesen Tagen im Kopf von Bandgründer Stephan Weidner (Künstlername: „Der W“) vor sich geht, weiß wohl nur er. Eines steht für ihn jedoch fest: Seine Geschichte ist noch lange nicht zu Ende erzählt.

Böhse Onkelz-Bassist Stephan Weidner beim bandeigenen Matapaloz-Festival in Leipzig (Archivbild)

Böhse Onkelz: Ohne Stephan Weidner gäbe es die Onkelz nicht

Heute wissen wir: So schmerzhaft der Rücktritt der Böhsen Onkelz aus dem Musikgeschäft auch war, er hielt zum Glück nicht ewig. Mit einer legendären Show (Böhse Onkelz: Das beste Konzert aller Zeiten? Fans rasten aus) feierten die Frankfurter 2014 ihr Comeback. Damit setzten sie ihre legendäre Karriere, die 1980 als junge, provokante Punkband begann und Musikgeschichte schrieb, doch noch fort - eine Entscheidung, die sich auch finanziell gelohnt hat.

Mit gerade einmal 17 Jahren gründete Stephan Weidner - damals noch an der Gitarre - gemeinsam mit seinen Kollegen Kevin Russell und Peter Schorowsky die Böhsen Onkelz. Drei Jahre in der einschlägig bekannten Skindheadszene (Sind Böhse Onkelz rechts? Rockband bei Fans und Kritikern umstritten) reichten aus, um den Ruf der Band bis heute zu beschädigen. Doch aus genau diesem Grund ist Stephan Weidner so wichtig: Der 57-Jährige gilt als Sprachrohr der Onkelz, distanzierte sich glaubwürdig von der rechten Szene und engagiert sich, wo es nur geht - darunter auch für Opfer rechtsextremer Gewalt.

Böhse Onkelz: „Der W“ war der beste Onkelz-Ersatz

Doch Weidner nahm auch während der neunjährigen Onkelz-Pause eine wichtige Rolle ein: Unter seinem Künstlernamen „Der W“ veröffentlichte der Multiinstrumentalist vier äußerst erfolgreiche Alben, von denen drei noch vor dem umjubelten Comeback erschienenen - und so die Fans trotz der Bandauflösung mit frischem, wuchtigem Deutschrock versorgten. Besonders das Debüt „Schneller, höher, Weidner“ schlug voll ein, erreichte Platz zwei in den Albumcharts und wurde sogar mit Gold ausgezeichnet.

Auch abseits der Bühne sonst übernimmt Stephan Weidner eine wichtige Vorbildfunktion: In Interviews gibt sich der gebürtige Hesse stets authentisch und bodenständig, war in keine Skandale verwickelt und wird von anderen Musikern - darunter Stars wie Peter Maffay oder Moses Pelham - für sein unerbittliches Engagement und seinen starken Charakter in den höchsten Tönen gelobt. Bei all der negativen Kritik, die die Onkelz über die Jahre einstecken mussten, ist es umso wichtiger, auf schillernde Persönlichkeiten wie Weidner hinzuweisen.

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Jonas Erbas, Volontär bei extratipp.com, schreibt über Themen aus den Bereichen TV, Stars, Schlager und die Welt der Musik. Egal ob Metal, Rock, Pop oder Hip-Hop – Jonas kennt und liebt die Welt der Musik. Mehr Infos zur Redaktion und dem Team von extratipp.com gibt es hier.

Rubriklistenbild: © Daniel Naupold/dpa/picture alliance

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