Bei Zahnschmerzen: Im Notfall zahlen

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Zahnärzte arbeiten auch im Notfall.

Region Rhein-Main – Wer im Notfall einen Zahnarzt braucht, erfährt über eine hessenweite Telefonnummer, welcher Arzt in der Nähe Bereitschaft hat. Doch der Anruf kostet. Die Kassenzahnärztliche Vereinigung sieht in der Einführung der Hotline nur Vorteile. Von Angelika Pöppel

Früher hing noch ein Zettel an der Praxis. Heute sagt eine elektronische Stimme am Telefon den Notfalldienst in der Nähe an. „Das ist eine Vereinfachung“, sagt Jörg Pompetzki von der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hessen. Vorher habe es oft Probleme gegeben. Denn verschiedene Institutionen oranisierten den Notfalldienst wie Krankenhäuser, Feuerwehren oder Rettungsdienste. Die Kosten der Servicenummer von 14 Cent pro Minute rechtfertigt die Kassenzahnärztliche Vereinigung mit den entstehenden Kosten des Dienstes. Die Zahnärzte geben ihre Notfalldienste in das System ein, und das elektronische Computersystem spuckt mit Angabe der Postleitzahl die nächste Notfall-Praxis aus.

Servicenummer des zahnärztlichen Notfallvertretungsdienstes:  (01805) 607011

(14 Cent aus dem deutschen Festnetz, maximal 42 Cent über Mobilfunk)

Obwohl der Notdienst zur Berufspflicht gehört, machen einige Praxen keinen Bereitschaftsdienst, andere häufiger. Und das hat einen Grund: „Viele Zahnärzte leben vom Notdienst“, behauptet Dominique Bouyer, Berater der Zahnarztpraxis Tomovic in Frankfurt. Viele erhoffen sich, dass die Patienten nach der Notfall-Behandlung wiederkommen, sagt er. Das lasse sich nicht verhindern, sagt Pompetzki, da die Zahnärzte den Notdienst untereinander absprechen und selbst entscheiden. Genauso wenig lasse sich verhindern, dass einige Patienten den Notdienst ausnutzen: „Aus Bequemlichkeit und Zeitgründen gehen viele für Routineuntersuchungen zum Notdienst“, erklärt Pompetzki. Doch die Einführung der einheitlichen Nummer hält er für sinnvoll.

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