ZDF präsentiert Ergebnisse

Trauriger München-Rekord: Miete bringt Rentner um Großteil ihres Einkommens

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Hohe Mieten beschäftigen Rentner nicht nur in München. Auch in Hamburg (s. Bild) gab es im Mai eine Demo gegen zu wenig Wohnraum und zu hohe Mieten.

Eine große Deutschland-Studie hat untersucht, wo Senioren hierzulande ihren Lebensunterhalt am besten bestreiten - und wo Rentner nur wenig für ihr Geld bekommen.

Altersarmut ist ein Problem, das für kommende Generationen immer weiter anwachsen könnte. Deshalb ist es für Senioren und zukünftige Rentner wichtig zu wissen, in welchen Regionen in Deutschland sie ihren Lebensunterhalt am besten bestreiten können. Ist es auf dem Land besser oder in der Stadt? Ost oder West?

"Wo leben Senioren am besten?": Diese Frage beantwortet eine umfangreiche Studie

Um diese Frage zu beantworten hat das ZDF eine Deutschland-Studie beim Prognos-Institut in Auftrag begeben, bei der Daten aus allen 401 Landkreisen und kreisfreien Städten untersucht wurden. Diese wurden unter 20 Gesichtspunkten miteinander verglichen - darunter Infrastruktur, Soziales, Gesundheit und Wohnen. Im ZDFzeit-Beitrag "Wo leben Senioren am besten?" vom 3. Dezember 2019 wurden die Ergebnisse nun vorgestellt.

Und diese offenbaren Erstaunliches: Der Unterschied zwischen Stadt und Land fällt größer aus als die Forscher erwarteten: So sind die Mieten in gefragten Metropolen für Rentner oft kaum bezahlbar. Besonders München sticht mit einem traurigen Rekordwert hervor: Hier müssen Senioren durchschnittlich 65 Prozent ihres Einkommens für die Miete ausgeben. Auch Berlin, Stuttgart sowie Frankfurt am Main landen in dieser Kategorie auf den hinteren Plätzen. Zumindest in der Erreichbarkeit des ÖPNV, Supermärkten oder Krankenhäusern können die Großstädte aber Punkten - hier sieht es auf dem Land eher schlecht aus.

Die Unterschiede sind teilweise groß: Im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt sind es im Schnitt über 3,7 Kilometer bis zur nächsten Apotheke - in Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz hingegen nur 352 Meter. Gerade im höheren Alter kann so etwas entscheidend sein.

Unfassbar: Für ein Zimmer in München bekommen Sie sechs in Dortmund .

Osten oder Westen? Und welche Region ist im Ranking am besten?

Aber auch im Vergleich zwischen Ost und West zeigt sich, dass viele Rentner im Osten die besseren Lebensverhältnisse haben. Besonders bezüglich der Wohnkosten haben es Senioren hier deutlich einfacher, auch das Freizeit- und Bildungsangebot ist größer.

Im Gesamt-Ranking landet jedoch Jena auf Platz 1. Die kreisfreie Stadt schneidet hinsichtlich der äußeren Lebensumstände für Rentner am besten ab. Platz 2 belegt Suhl, Platz 3 der Hochtaunuskreis. Auf dem letzten Platz ist der Eifelkreis Bitburg-Prüm gelandet.

Lesen Sie auch: München nicht mehr Spitzenreiter: In dieser Großstadt sind die Mieten jetzt am teuersten.

Zuzug: Diese Regionen werden bis 2030 boomen

Platz 10: Der Landkreis Karlsruhe soll laut dem HWWI bis 2030 von 18.033 Einwohner auf 436.000 Einwohner wachsen - ein enormer Anstieg. Grund dafür solle die günstige Lage in der Nähe von Metropolen wie Frankfurt und Stuttgart sein, außerdem der Verkehrsanschluss zur A5 in Richtung Südwesten und den guten ICE-Verbindungen.
Platz 10: Der Landkreis Karlsruhe soll laut dem HWWI bis 2030 von 18.033 Einwohner auf 436.000 Einwohner wachsen - ein enormer Anstieg. Grund dafür solle die günstige Lage in der Nähe von Metropolen wie Frankfurt und Stuttgart sein, außerdem der Verkehrsanschluss zur A5 in Richtung Südwesten und den guten ICE-Verbindungen. © picture alliance / dpa / Uli Deck
Platz 9: Dank seiner Nähe zu München und den erschwinglicheren Mieten im Vergleich zu der bayerischen Landeshauptstadt, soll auch der Landkreis Rosenheim in Zukunft großen Bevölkerungszuwachs bekommen. Rund 19.300 Menschen werden dann ins Alpenvorland ziehen - insgesamt macht das rund 256.000 Einwohner bis 2030.
Platz 9: Dank seiner Nähe zu München und den erschwinglicheren Mieten im Vergleich zu der bayerischen Landeshauptstadt, soll auch der Landkreis Rosenheim in Zukunft großen Bevölkerungszuwachs bekommen. Rund 19.300 Menschen werden dann ins Alpenvorland ziehen - insgesamt macht das rund 256.000 Einwohner bis 2030. © picture alliance / dpa / Peter Kneffel
Platz 8: Im Rhein-Neckar-Kreis erwartet man den höchsten Anstieg von Häuserpreisen bundesweit - denn angeblich werden 20.600 neue Einwohner in die Gegend um Heidelberg strömen. Damit erhöht sich die Einwohnerzahl auf 542.000 Menschen.
Platz 8: Im Rhein-Neckar-Kreis erwartet man den höchsten Anstieg von Häuserpreisen bundesweit - denn angeblich werden 20.600 neue Einwohner in die Gegend um Heidelberg strömen. Damit erhöht sich die Einwohnerzahl auf 542.000 Menschen. © picture alliance / Ronald Wittek
Platz 7: Trotz führender Positionen in Sachen höchste Miet- und Häuserpreise - die Menschen zieht es nach Fürstenfeldbruck. Wieder einmal spielt die Nähe zur Metropole München eine Rolle. Deshalb wird ein Bevölkerungsanstieg von bis zu zehn Prozent erwartet. In Zahlen sind das 20.920 neue Einwohner, die zusammen mit der jetzigen Bevölkerung 214.000 Menschen ergeben.
Platz 7: Trotz führender Positionen in Sachen höchste Miet- und Häuserpreise - die Menschen zieht es nach Fürstenfeldbruck. Wieder einmal spielt die Nähe zur Metropole München eine Rolle. Deshalb wird ein Bevölkerungsanstieg von bis zu zehn Prozent erwartet. In Zahlen sind das 20.920 neue Einwohner, die zusammen mit der jetzigen Bevölkerung 214.000 Menschen ergeben. © pixabay / LeilaSchmidt
Platz 6: Die beliebte Touristengegend um die Region Breisgau-Hochschwarzwald bekommt ebenfalls Zuwachs in der Bevölkerung: Hier rechnet das HWWI bis 2013 mit 22.091 neuen Einwohnern - das macht insgesamt 257.000 Menschen.
Platz 6: Die beliebte Touristengegend um die Region Breisgau-Hochschwarzwald bekommt ebenfalls Zuwachs in der Bevölkerung: Hier rechnet das HWWI bis 2013 mit 22.091 neuen Einwohnern - das macht insgesamt 257.000 Menschen. © pixabay /AshLM
Platz 5: Die Region nördlich von Stuttgart erfreut sich eines wirtschaftlich starken Auftretens. Das scheint auch für Wohnungssuchende attraktiv zu sein: Mit 22.874 neuen Einwohnern wird der Landkreis Ludwigsburg bis 2030 etwa 534.000 Einwohner zählen.
Platz 5: Die Region nördlich von Stuttgart erfreut sich eines wirtschaftlich starken Auftretens. Das scheint auch für Wohnungssuchende attraktiv zu sein: Mit 22.874 neuen Einwohnern wird der Landkreis Ludwigsburg bis 2030 etwa 534.000 Einwohner zählen. © picture alliance / Sebastian Gollnow
Platz 4: Mit den Städten Bonn und Köln in unmittelbarer Nähe ist der Rhein-Sieg-Kreis eine beliebte Wohngegend. Viele Bürger pendeln von außerhalb in die Städte zum Arbeiten. Deswegen vermutet die HWWI ein Bevölkerungswachstum um 29.016 Menschen auf 596.000 Einwohner.
Platz 4: Mit den Städten Bonn und Köln in unmittelbarer Nähe ist der Rhein-Sieg-Kreis eine beliebte Wohngegend. Viele Bürger pendeln von außerhalb in die Städte zum Arbeiten. Deswegen vermutet die HWWI ein Bevölkerungswachstum um 29.016 Menschen auf 596.000 Einwohner. © pixabay / falco
Platz 3: Zum ersten Mal begeben wir uns in den Norden Deutschlands: Hamburg liegt auf Platz 3 der am meisten boomenden Städten und Regionen. Heute leben bereits 1,86 Millionen Menschen (Stand Dezember 2016) in der Hansestadt - bis 2030 sollen nochmal 35.579 dazukommen.
Platz 3: Zum ersten Mal begeben wir uns in den Norden Deutschlands: Hamburg liegt auf Platz 3 der am meisten boomenden Städten und Regionen. Heute leben bereits 1,86 Millionen Menschen (Stand Dezember 2016) in der Hansestadt - bis 2030 sollen nochmal 35.579 dazukommen. © pixabay
Platz 2: Nach Rosenheim und Fürstenfeldbrück, die durch ihre Nähe zu München vor Attraktivität zu sprühen scheinen, kommt nun der Landkreis München selbst. Bis 2030 wird dieser auf 340.000 Einwohner anwachsen - das sind 40.654 neue Einwohner. Die bayerische Landeshauptstadt hingegen wird dank hoher Mieten sogar etwas an Bevölkerung verlieren.
Platz 2: Nach Rosenheim und Fürstenfeldbrück, die durch ihre Nähe zu München vor Attraktivität zu sprühen scheinen, kommt nun der Landkreis München selbst. Bis 2030 wird dieser auf 340.000 Einwohner anwachsen - das sind 40.654 neue Einwohner. Die bayerische Landeshauptstadt hingegen wird dank hoher Mieten sogar etwas an Bevölkerung verlieren. © pixabay
Platz 1: In die Hauptstadt Berlin wird es bis 2030 64.276 neue Einwohner ziehen - und das bei einer Arbeitslosenquote von 11,1 Prozent. Die Bevölkerung wird dann circa 3,5 Millionen Menschen umfassen.
Plat 1: In die Hauptstadt Berlin wird es bis 2030 64.276 neue Einwohner ziehen - und das bei einer Arbeitslosenquote von 11,1 Prozent. Die Bevölkerung wird dann circa 3,5 Millionen Menschen umfassen. © pixabay

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