Schmetterlinge im Winter: Blütenstände nicht schneiden

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Schmetterlinge können in vertrockneten Blütenständen gut überwintern. Foto: Ralf Hirschberger

Wetzlar (dpa/tmn) - Wer Schmetterlingen durch die kalte Jahreszeit helfen möchte, sollte den Garten möglichst naturnah gestalten. Neben vertrockneten Blütenständen und Laufhaufen bieten auch Haus und Keller Überwinterungsverstecke für Insekten.

Hobbygärtner helfen Schmetterlingen beim Überwintern, wenn sie vertrocknete Blütenstände und Gräser im Herbst nicht abschneiden. Hier können Ei, Raupe, Puppe und der fertig entwickelte Schmetterling ein Versteck finden, erläutert der Biologe Gerhard Eppler vom Naturschutzbund Hessen. Weitere gute Orte zum Überwintern für die Tiere sind Laub- und Reisighaufen, die der Hobbygärtner luftig aufschichtet.

Durch offen oder auf Kipp stehende kleine Fenster können Schmetterlinge einen frostsicheres Versteck im Keller, einem Schuppen, der in Garage oder der Abstellkammer finden. Außerdem sollten Gartenbesitzer grundsätzlich keine Insektizide einsetzen und stattdessen ihren Garten naturnah gestalten, wenn sie etwas für Schmetterlinge tun möchten.

Rund 80 Prozent der heimischen Tagfalter seien bedroht und stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten, sagt Manfred Niekisch, Direktor des Zoos in Frankfurt am Main. Gründe dafür seien zum Beispiel die Zerstörung ihrer Lebensräume durch Insektengifte, übermäßige Düngung und die Umwandlung von Grünflächen in Ackerböden. Schmetterlinge gelten als Umweltindikatoren, da sie die zeitnah auf die Veränderungen ihrer Lebensumwelt reagierten. Sie verschwinden schnell aus einer Region, wenn die Wirtspflanzen ihrer Raupen seltener werden.

Schmetterlingsaktion des NABU Hessen

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