Der Wirtschaftsstandort Frankfurt / Main

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Die Stadt und die Metropolregion Frankfurt bietet Unternehmen und somit auch Existenzgründern ein sehr attraktives wirtschaftliches Umfeld. Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, dementsprechend die Erwerbstätigenquote hoch. Es gibt sehr viele hoch qualifizierte und somit gut dotierte Arbeitsplätze.

Die Finanzbranche hat in Frankfurt Fuß gefasst. Alle deutschen Großbanken haben hier ihren Sitz. Die Europäische Zentralbank (EZB) steuert von Frankfurt aus die europäische Geldpolitik. Die Frankfurter Börse ist der größte Wertpapier-Handelsplatz Deutschlands. Auch viele ausländische Kreditinstitute haben hier ihre Europa-Zentrale. Frankfurt wird zu den größten Gewinnern des BREXIT gezählt. Viele Firmen verlagern auf Grund des Ausscheidens der Briten aus der Europäischen Union ihren Sitz aus dem Londoner Financial District nach Frankfurt oder haben dies bereits getan.

Was Frankfurt noch zu bieten hat

Frankfurt hat jedoch nicht nur Banken. Die Stadt ist beispielsweise auch einer der größten Standorte der Pharma- und Chemieindustrie Europas. Die gute Verkehrsanbindung ist ebenfalls ein weiterer großer Vorteil. Der Frankfurter Flughafen ist mit Abstand der größte Deutschlands. Eine Reihe gut ausgebauter Autobahnen kreuzen sich in Frankfurt. Vom Frankfurter Hauptbahnhof führen viele schnelle ICE-Verbindungen in andere Städte Europas. Die Frankfurter Messe, die Universität und ein attraktives Kulturangebot vervollständigen die Attraktivität des Standortes. 

Dies alles hat jedoch auch gewisse Nachteile, die insbesondere Existenzgründer bedenken sollten. Mieten, insbesondere Büromieten, und Grundstückspreise sind sehr hoch. Das Gleiche gilt für die Gewerbesteuer. Qualifizierte Mitarbeiter sind nicht leicht zu finden und fordern -auch wegen der hohen Lebenshaltungskosten- höhere Einkommen als irgendwo anders. Wichtig ist, sich fachkundige Hilfe hinsichtlich steuerrechtlicher Fragen einzuholen.

Generelle Anforderungen an Existenzgründer

Die Geschäftsidee

Eine gute Geschäftsidee ist die Basis des zukünftigen Erfolges. Aber zukünftige Existenzgründer sollten ihre Idee zuerst auf Herz und Nieren prüfen, bevor sie sich ins kalte Wasser stürzen. Ist die Idee gänzlich neu oder gibt es bereits Ähnliches auf dem Markt? Gibt es Lizenzen oder Schutzrechte Dritter, die zu beachten sind? Andererseits, lässt sich die Idee für den Existenzgründer schützen oder patentieren? Welchen Marktumfang wird die Idee erreichen? Wie viele Personen werden das Produkt oder die Dienstleistung erwerben? Es empfiehlt sich bereits in diesem frühen Stadium die Hilfe eines kundigen Beraters in Anspruch zu nehmen. In Frankfurt finden sich Ansprechpartner z.B. bei der Gründermatrix der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH, einer Gesellschaft der Stadt Frankfurt. 

Der Gründer stellt im textlichen Teil des Businessplanes zunächst seine Geschäftsidee vor. Er beschreibt das Neue an seinem Produkt / seiner Dienstleistung und erläutert, inwieweit sich sein neues Produkt von bisher auf dem Markt befindlichen Angeboten unterscheidet. Nutzen für potenzielle zukünftige Kunden? Wie weit ist die Entwicklungsphase des Produktes fortgeschritten? Ist es marktreif oder sind noch weitere Entwicklungen notwendig? Wie viel Zeit muss man für den Aufbau des Geschäftes in Anspruch nehmen? Mit wie vielen Stunden pro Tag muss man Rechnen und müssen anstrengende Nachtschichten in Kauf genommen werden?

Der Businessplan

Der Businessplan ist Dreh- und Angelpunkt der Existenzgründung. Alle Existenzgründungsfinanzierer verlangen einen Businessplan. Aber der Gründer sollte diesen Plan zunächst für sich selbst formulieren. Eine Existenzgründung ist ein hoch komplexer Vorgang. Der Businessplan hilft dabei, das Vorgehen zu strukturieren und keinen Aspekt zu vergessen. Denn es geht ja schließlich um die eigene Existenz, wie der Name bereits sagt. Als Ergebnis des Businessplans könnte auch herauskommen, dass es besser ist, das Vorhaben abzublasen, weil die Gründungsrisiken zu hoch, der zu erwartende Erfolg zu gering und eine tragfähige Existenz nicht zu erreichen ist.

Marktanalyse 

Hier wird das Ergebnis der durchgeführten Marktanalyse erläutert. Welche Zielkunden sollen angesprochen werden? Wie sind deren Merkmale (Alter, Geschlecht, Einkommenshöhe)? Wo sind diese Kunden geographisch zu finden? Wie sieht die Kundenansprachestrategie aus? Welche Marketingaktivitäten sind geplant? Wer sind die Mitbewerber? Sind dies einer oder nur wenige große Anbieter oder ist der Markt sehr diversifiziert? Wie hoch ist die Loyalität der Kunden zu den bisherigen Anbietern? Wie ist deren Kundenbindungskonzept? Sind besondere Aktivitäten der Mitbewerber bei Markteintritt eines neuen Konkurrenten zu erwarten?

Standort 

Hier wird der gewählte Standort beschrieben und seine Vor- und Nachteile werden geschildert. Aus welchen Gründen wurde genau dieser Standort gewählt? Wie ist die Kostensituation an diesem Ort? Welche zukünftigen Entwicklungen sind dort zu erwarten?

Markterschließungs- und Vertriebsstrategie 

Hier wird dargestellt, welches Produktsortiment geplant ist und welche Markenstrategie aufgebaut werden soll. Wie wird das Produkt gestaltet? Wie unterscheidet es sich von Konkurrenzangeboten (Qualität, Größe, Verpackung, Preis)? Wie soll das neue Produkt bei den Zielkunden bekannt gemacht und angeboten werden? Wie erfolgt der Vertrieb (Online-Shop, zentraler Versand vom Standort aus, dezentraler Vertrieb über verteilte Vertriebsstellen)?

Organisation 

Hier beschreibt der Gründer die geplante Aufbau- und Ablauforganisation seines Unternehmens. Welche Schüsselstellen sind für den zukünftigen Erfolg der Gründung wichtig? Wie sehen die Anforderungsprofile und Stellenbeschreibungen der zukünftigen Mitarbeiter aus? Sind diese Stellen leicht zu besetzen oder erfordert es eine umfangreiche Personalsuche? Wie wird der Betriebsablauf gestaltet? Wodurch wird eine sichere und möglichst effiziente und kostengünstige Produktion sichergestellt?

Investitions- und Finanzierungsplan 

Der Gründer listet detailliert auf, welche Erstinvestitionen zum Betriebsstart notwendig sind. Dies umfasst insbesondere das Anlagevermögen (Immobilie, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Maschinen), das erste Umlaufvermögen (Rohstoffe, Materialien, Warenlager), Gründungskosten und ggf. Anlaufverluste bis zum Erreichen der Gewinnschwelle. 

Weiterhin wird dargestellt, aus welchen Quellen dieser Investitionsbedarf gedeckt werden soll. Wie viel Eigenkapital steht zur Verfügung? Welches Fremdkapital wird benötigt? Sind Fördermittel möglich? Wie können die Fremdfinanzierungen besichert werden?

Liquiditätsplan 

An dieser Stelle wird aufgezeigt, wie sich die Einnahmen und Ausgaben im zeitlichen Ablauf ereignen werden und welcher Liquiditätssaldo sich daraus ergibt, Wie wird eine geplante Unterdeckung, die sich zum Betriebsstart sicherlich immer ergibt, ausgeglichen?

Kosten- und Erlösplanung 

Hier werden nicht die Geldflüsse wie im Liquiditätsplan, sondern die Aufwendungen und Erträge analog zur Gewinn- und Verlustrechnung im Zeitablauf dargestellt und so das zu erwartende betriebliche und steuerliche Ergebnis ermittelt.

Sowohl Liquiditätsplan als auch Kosten- und Erlösplan sollten in kurzen Zeitabschnitten (monatlich oder vierteljährlich) die voraussichtliche Entwicklung mindestens der nächsten drei, besser fünf Jahre aufzeigen. 

Es empfiehlt sich ach, nicht nur von den geplanten Entwicklungen auszugehen (business case), sondern auch Crash-Rechnungen anzustellen, die aufzeigen, welche Konsequenzen sich ergeben, wenn die tatsächlichen Ergebnisse leicht (bad case) oder stark (worst case) nach unten von der Planung abweichen. 

Dadurch können auch Risikofrüherkennungssysteme definiert werden und Gegenmaßnahmen bereits im Vorfeld geplant werden.

Resümee 

Es wird wohl klar, dass eine erfolgversprechende Existenzgründung nicht gerade lapidar ist, sondern besondere Aufgaben für den Gründer bereithält. 

Daher sollte jeder Gründer sich auf dem Gründungsweg von einem erfahrenen und kompetenten Berater begleiten lassen.

Gründung in Frankfurt / Main

Frankfurt ist nicht nur ein attraktiver Wirtschaftsstandort, sondern bietet auch für Existenzgründer eine Reihe von Vorteilen. So hält die Frankfurter Gründermatrix eine ganze Reihe von Angeboten für junge Unternehmer vor. Es gibt kostenlose Gründungsberatung, Beratung zu möglichen Fördermitteln und Existenzgründungskrediten. Sollte es an Sicherheiten fehlen, können Bankbürgschaften vermittelt werden. 

Das Frankfurter Gründerzentrum bietet günstige und flexible Büroflächen speziell für Gründer in einer attraktiven Großstadtlage. Es existiert eine aktive Gründerszene, in der sich Jungunternehmen treffen, Erfahrungen austauschen, Ideen und Tipps weitergeben. Es gibt sogar einen Frankfurter Gründerpreis mit dem die Stadt jährlich drei herausragende Gründungen im Stadtgebiet mit insgesamt 30.000 € prämiert.

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