Wirtschaftskriminalität im Fokus: Neue Formen des Angriffs

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Wirtschaftskriminalität ist ein Begriff mit vielen Facetten. Zahlreiche Ansätze, um eine Deutung für dieses Vergehen zu finden, kursieren.

In Deutschland gibt es bis heute keine festgelegte Erklärung, was genau unter diesem Albtraum eines jeden Unternehmens steckt. Grundlegend kann jedoch jede Straftat verstanden werden, die in einem Konzern geschieht, an einer Firma oder durch ein Unternehmen ausgeübt wird.

Bereits auf den ersten Blick wird durch diesen Versuch der Definition klar, dass wirtschaftskriminelle Handlungen umfassend sind. Daher ist es für Unternehmen sehr schwer, sich vor Angriffe von außen oder durch Mitarbeiter zu schützen. Hinzu kommt eine Entwicklung, die dem rasanten Wachstum der Technologie zu verdanken ist. Cybercrime wird immer mehr in den Fokus der Wirtschaftskriminalität gerückt. Stetig werden mehr Konzerne Opfer von Angriffen, welche über das Internet erfolgen. Hingegen schwächen analoge Kriminalitätsgeschäfte wie Korruption oder Diebstahl minimal ab.

Das kleine Einmaleins der Wirtschaftsdelikte

Damit Sie sich zunächst ein Bild davon machen können, welche Tatbestände zu dem umfassenden Begriff der Wirtschaftskriminalität gehören, sollen einige der am häufigsten auftretenden Aspekte genauer beleuchtet werden.

Betrug sowie Untreue: In zahlreichen Unternehmen verfügt nicht nur eine Person über das Vermögen. Durch behördliche Aufträge, Rechtsgeschäfte oder Treueverhältnisse erhalten ausgewählte Mitarbeiter die Befugnis über den Besitz zu entscheiden. Innerbetrieblich werden hierzu Absprachen getroffen, welche den Handlungsspielraum einer jeden Person genau definiert. Sollte zwar im Rahmen der rechtlichen Befugnis mit dem Vermögen umgegangen werden, dabei aber die internen Grenzen überschritten werden, handelt es sich um Untreue. Im Fall eines Betruges eignet sich die Person rechtswidrig Daten an, mit denen Handlungen ausgeführt werden.

Diebstahl und Unterschlagung: Die Unterschlagung findet dann statt, wenn sich Personen rechtswidrig eine bewegliche Sache aneignen. Einen klaren Unterschied zum Diebstahl zu definieren ist kaum möglich. Immer wieder verletzen Mitarbeiter bewusst die Buchführung, um sich selbst einen Vorteil zu erwirtschaften. Bei Bilanzierungen und Inventarisierungen werden mit zahlreichen Tricks wahre Zahlen durch gefälschte ersetzt, sodass es zum eigenen Profitieren kommt.

Datendiebstahl und Datenmissbrauch: Der Datendiebstahl kann besonders durch den verbreiteten Einsatz des Internets simpel gelingen. Hierzu werden Informationen durch spezielle schadhafte Software ausgespäht. Zu Teil werden komplette Identitäten gestohlen, was zur Folge hat, dass Betrügereien im großen Stil erfolgen können.

Um die stark wachsende Cyberkriminalität einzudämmen, trat die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung in Kraft. Damit sich ebenso kleine Unternehmen, die keinen Stamm an spezialisierten Fachkräften im Bereich der IT vorweisen können, absichern, bietet die DGQ Hilfe an. Die Deutsche Gesellschaft für Qualität kann Mitarbeiter der Unternehmen gezielt im Umgang mit Datenschutzsoftware und weiteren Maßnahmen weiterbilden.

Detektive helfen – So schützen Sie Ihr Unternehmen

Doch nicht immer können Sie sich selbst vor Angriffen bewahren. Oftmals helfen Detektive, wenn Sie sich in einer Lage befinden, die ausweglos erscheint. Zudem erhalten Sie durch die Zusammenarbeit mit einer Wirtschaftsdetektei zahlreiche Beweise, die vor Gericht verwendet werden können.

Sollten sich der Verdacht erhärten, dass in Ihrem Konzern Wirtschaftskriminalität zu Gange ist, dürfen Sie nicht zögern. Schließlich geht mit jedem verstrichenen Tag, ein hoher Schaden für Ihr Unternehmen einher. Um sich vor Geldverlust zu schützen, sollten Sie klar mit dem Detektiv sprechen. Versuchen Sie, den Verdacht genauestens zu dokumentieren, um dem Ermittler einen Anhaltspunkt zu geben.

Im Folgenden wird sich die Detektei mit Vorschlägen an Sie wenden. So erhalten Sie einen ersten Überblick, welche Handlungen einen weiteren Schaden abwenden können.

Scheuen Sie sich bei innerbetrieblichen Delikten nicht davor, einen Ermittler einzuschleusen. Nur so erhöhen sich die Chancen auf handfeste Beweise gegen die schädigende Partei.

Besonders wichtig: Sprechen Sie sich zuvor genauestens mit dem Detektiv ab. Sie müssen jeden Handlungsschritt kennen, um nicht fehlerhaft zu agieren und die Arbeiten versehentlich zu sabotieren. Zudem muss der Fokus der Ermittlungsarbeiten immer auf einer rechtlichen Basis stattfinden. Werden dauerhafte Überwachungen der Mitarbeiter durchgeführt, kann dies gegen das Persönlichkeitsrecht verstoßen. Vor Gericht erhalten Sie keinen Rechtsspruch.

Schritte in die Prävention

Prävention kann ausgeführt werden, bevor und nachdem ein wirtschaftskrimineller Delikt geschehen ist. Sicherlich sollten Sie sich auch dann schützen, wenn keine Anzeichen einer solchen Bedrohung wahrzunehmen sind. Sind Sie jedoch Opfer eines Angriffes geworden, empfiehlt es sich in folgenden Schritten eine Maßnahme zur zukünftigen Prävention vorzunehmen:

Entwickeln Sie einen Leitfaden, in welchem alle Tatbestände klar definiert werden, denen es vorzubeugen gilt. Eine klare Definition vereinfacht das Feststellen einer realen Gefahr. Das Aufdecken bzw. Identifizieren von kriminellen Handlungen können nur dann geschehene, wenn alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sachgemäß unterwiesen sind. Ihnen muss bewusst sein, um welche Gefahren es sich handelt, wie sich diese manifestieren und woran sie zu erkennen sind.

Weiterhin gilt es, Tatbestände aufzuklären. Hierzu sollten Sie spezialisierte Fachkräfte ans Werk lassen. In einer Sonderuntersuchung können diese genau feststellen, welche Ursachen, Quellen und weitere Folgen die Straftat für oder auf Ihr Unternehmen hat. Der wichtigste Schritt, um in Zukunft mehr Schutz vor Wirtschaftskriminalität zu erhalten, ist das Schlussfolgern. Ziehen Sie klare Regeln sowie Leitfäden aus der erlebten Situation.

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