Bäume, Pflanzen und Rasen durch Kälte und Frost bringen

So wird der Garten fit für den Herbst

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Marc Frommann gibt Tipps, wie man den Garten herbstfit bekommt.

Die warmen Sommerstunden draußen im Grünen sind vorbei. Doch damit es im Frühjahr im heimischen Garten wieder blühen und sprießen kann, wartet jetzt im Herbst für Hobbygärtner noch Arbeit. Von Fabienne Seibel 

„Bevor der Winter einbricht, gibt es im Garten noch viel zu erledigen“, sagt Marc Frommann. Der gelernte Gärtner vom Hanauer Löwer Gartencenter ist Experte rund um‘s Grüne und erklärt, was Gärten, Blumen, Rasen und auch die Tierwelt im Herbst und Winter brauchen.

Rasen

Damit der heimische Rasen ohne Schäden oder Löcher gut durch den Herbst und Winter kommt, gibt es einiges zu beachten. „Das Wichtigste ist, dass man das ganze Laub von der Rasenfläche recht, denn der Rasen braucht Licht“, sagt Frommann. „Lässt man das Laub drauf, können dadurch Fäulnisbakterien in den Boden kommen. Wenn das passiert, hat man im Frühjahr Flecken auf der Wiese“, führt der Fachmann aus. Doch das Laub muss nicht unbedingt auf den Komposthaufen. „Man kann mit dem Laub auch Staudenbeete vor Frost schützen, indem man es locker darauf verteilt.“ Um die Grasfläche zusätzlich für den Herbst und Winter zu stärken, kann man auch etwas Herbstrasendünger verteilen. Frommann: „Der enthält viel Kalium und das schützt vor Frost.“ Außerdem wird der Rasen auch durch Kalium gestärkt, denn dadurch werden die Halme härter. Kalk tötet lästiges Moos ab.

Blumenzwiebeln

Der Herbst ist die optimale Zeit, um mehrjährige Blumenzwiebeln zu setzen. Blumen wie Tulpen, Narzissen oder Krokusse überleben den Frost im Winter und brauchen ihn sogar, um wachsen und gedeihen zu können. Frommann erklärt: „Blumenzwiebeln setzt man doppelt so tief wie die Zwiebeln hoch sind. Man muss aber beachten, dass man sie nicht zu tief setzt, weil die Blumen sonst keine Kraft haben, bis hoch zur Oberfläche zu wachsen.“ Die einfachste Variante zum Zwiebeln setzen ist ein Pflanzkörbchen. Man legt die Zwiebeln hinein und setzt das Körbchen in ein großes, flaches Loch, füllt es mit Erde auf, die dann leicht angedrückt und gewässert wird. „Das Pflanzkörbchen hat auch den Vorteil, dass es die Wühlmäuse von den Zwiebeln abhält“, sagt der Gärtner. „Man muss beim Setzen der Zwiebeln auch die Standortansprüche der jeweiligen Pflanzen berücksichtigen. Während zum Beispiel Krokusse Halbschatten brauchen, kommen Anemonen auch mit wenig Licht aus.“

Kübelpflanzen

Hat man auf der Terrasse oder im Garten Kübelpflanzen stehen, muss beachtet werden, ob es sich um Winterarten handelt oder nicht. Pflanzen wie Zitronen oder Feigen müssen bei kühlen Temperaturen in die Wohnung oder ins Haus geholt werden. Andere Arten wie der Buchsbaum schaffen es mit dem entsprechenden Kälteschutz auch durch den Winter. Laut Frommann wird häufig vergessen, dass nicht nur die Pflanze selbst, sondern auch der Kübel geschützt werden muss. „Eine Styroporplatte unter dem Kübel verhindert, dass Kältebrücken entstehen. Um den Kübel herum sollte man mindestens eine Noppenfolie wickeln, um ihn vor Kälte zu schützen, denn auch die Wurzeln reagieren empfindlich auf Frost.“ Um die Erde im Kübel vor Kälte zu schützen, gibt es auch entsprechende Platten, die man einfach drauf legt. „Ein langer, dünner Stamm muss auch geschützt werden. Dafür eignet sich ein Vlies, das man um den Stamm herumwickelt.“ Eine Haube schützt Blüten und Blätter vor Frost und Kälte, doch das ist nicht immer optimal: „Bei Temperaturen über null Grad kann man die Haube abnehmen, denn die Pflanze muss atmen können“, sagt der Experte

Obstbäume

Auch Obstbäume müssen entsprechend auf Herbst und Winter vorbereitet werden. „Wenn die Temperaturen sinken, kühlt auch der Stamm der Bäume aus. Scheint dann die Sonne auf die kalte Rinde, können dadurch Risse entstehen, in denen sich dann Pilze und Fäulnisbakterien ansammeln können. Um das zu verhindern, kann man den Stamm mit einem weißen Bio-Baumanstrich anstreichen, denn die weiße Farbe reflektiert das Licht“, erklärt Frommann.

Insekten

„Man sollte nicht vergessen, dass auch Insekten nützlich für den Garten sind, denn zum Beispiel Ohrenkneifer fressen Blattläuse und halten sie damit von unseren Bäumen und Pflanzen fern. Deshalb sollte man ihnen eine Überwinterungsmöglichkeit geben“, schlägt Frommann vor. Hierzu eignen sich sogenannte Insektenhotels, die man selbst anfertigen oder im Gartencenter kaufen kann. Frommann: „Beim Aufstellen sollte man beachten, dass das Häuschen Richtung Süden oder Süd-West zeigt, denn von dort kommt in unserer Region selten schräger Regen.“

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