Wenn der Partner fremdgeht – was können Betroffene tun?

+
Fremdgehen ist auch heute noch eine große Belastung für jede Beziehung.

In der kühnsten Vorstellung soll eine Liebe, ja, vor allem eine Ehe, auf alle Ewigkeiten halten. Immerhin heißt es, dass die Liebe bis in den Tod reicht.

Nur sieht die Realität leider vielfach anders aus. Allein in Frankfurt wurden im vergangenen Jahr 1.480 Ehen aus den unterschiedlichsten Gründen geschieden. Und bei wie vielen dieser Scheidungen war ein klassischer Ehebruch daran beteiligt? Das Fremdgehen ist weiterhin einer der größten Beziehungsprobleme und insbesondere die Betroffenen bleiben am Boden zerstört zurück. Aber was können sie tun, wenn sie glauben, dass der Partner einen Seitensprung begangen oder gar eine feste Affäre nebenbei hat? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

Die Unsicherheit ist quälend

Eine der schlimmsten Erfahrungen für einen Partner ist die Unsicherheit darüber, ob der Partner fremdgeht oder nicht. Ist er tatsächlich länger auf der Arbeit und wenn ja, warum? Oder trifft er sich mit jemandem? Warum fährt der Partner zwischendurch weg? Betroffene haben nun natürlich Möglichkeiten:

  • Zur Rede stellen – das Ansprechen der eigenen Ängste ist nicht einfach, doch durchaus ein guter Weg. Aber auch hier ist nicht gesagt, dass nun auf einmal die Wahrheit erzählt wird. Und selbst, wenn die Wahrheit erzählt wird, bleibt häufig eine Ungewissheit zurück. Denn ist die Wahrheit die echte Wahrheit? Oder ist es die Wahrheit aus einem bestimmten Blickwinkel?
  • Prüfung – natürlich ist es auch möglich, das Verhalten des Partners eigenständig zu überprüfen. Diese Option benötigt jedoch Zeit und vor allem einen klaren Verstand. Denn wird der Partner inflagranti erwischt, ist es nicht sinnvoll, ihn gleich zur Rede zu stellen oder die gesamte Situation eskalieren zu lassen.
  • Überwachung – das ist die professionelle Variante, bei der ein Detektiv beauftragt wird. Dieser bringt freilich die Notwendigkeiten mit: Zeit und emotionaler Abstand. Ein Detektiv kann den Verdächtigen observieren und wird in bestimmten Situationen ausschließlich Beweise sichern, nicht aber handeln. Das Gespräch mit dem Auftraggeber findet erst später statt. Und genau hier nimmt er eine weitere sehr wichtige Rolle ein: Er redet besonnen mit dem Auftraggeber, erklärt die Reaktion und kann somit Schnellschüsse oder unbedachte Handlungen verhindern.

Welche Variante genutzt wird, liegt an jedem selbst. Wichtig ist aber, den Verdacht nicht für eine längere Zeit bei sich zu behalten und auch nicht hinzugehen und die Privatsphäre des Partners zu verletzten. Das ist insbesondere in den Fällen schlecht, wenn der Partner tatsächlich keinen Seitensprung begeht. Jeder kann sich vorstellen, wie er selbst reagieren würde, würde der Partner ihn eines Seitensprungs verdächtigen, wenn doch die längeren Arbeitszeiten schlichtweg darauf zurückzuführen sind, dass ein Nebenjob angenommen wurde, mit dessen Geld ein gemeinsamer Traum als Überraschung wahr werden würde.

Hat die Ehe noch eine Chance?

Wie verhält sich die Sachlage, wenn der Partner tatsächlich fremdgeht? An diesem Punkt gibt es kein richtig und kein falsch. Jeder kann nur für sich entscheiden, wie er reagiert:

  • Schluss – das ist häufig die erste Handlung und bedeutet das Ende der Ehe oder Partnerschaft. Wer sich für diesen Weg entscheidet, begeht keinen Fehler und ist nur sich selbst der Rechenschaft schuldig
  • Beziehung – auch das ist ein Fehler und eine mögliche Reaktion. Vielleicht war es wirklich nur ein Ausrutscher? Ist es für einen selbst denkbar, weiterhin mit dem Partner zusammenzubleiben, ist diese Entscheidung völlig in Ordnung.

Wesentlich wichtiger ist jedoch, den Partner nicht nur mit Vorwürfen zu konfrontieren, sondern zu erfahren, warum es überhaupt zum Fremdgehen kam. Jeder Beziehungsstress basiert auf zwei Personen, sodass es durchaus sein kann, dass sich der Partner in sexuellen Belangen unbefriedigt fühlte. Zwar hat er auch nun den größten Teil der Schuld auf seinen Schultern, wenn er seine Bedürfnisse nie offen angesprochen hat, doch lässt sich teilweise eine Lösung finden:

  • Offene Ansprache – wird dieser Weg gewählt, sollten beide Partner eine Liste erstellen und die Punkte aufschreiben, die für sie wichtig sind und die unbedingt angesprochen werden müssen. Diese Punkte müssen auch angesprochen werden – beidseitig. Wichtig ist, dass während des Gesprächs keine Vorwürfe aufgebracht werden, sondern klar kommuniziert wird: "Passiert dies und das fühle ich mich schlecht, weil ..."
  • Paartherapie – mitunter kann eine Paartherapie sinnvoll sein. Dieser Punkt trifft gerade auf Paare zu, die Probleme damit haben, offen ihre Bedürfnisse anzusprechen und ohne Vorwürfe zu agieren.
  • Offene Beziehung – dies wäre auch ein Weg. Beide Partner erklären sich damit einverstanden, hin und wieder Sex mit Dritten zu haben, wobei der Partner natürlich von dem Termin weiß. Diese Möglichkeit trifft insbesondere auf die Personen zu, die ihre Bedürfnisse nicht vom Ehepartner erfüllt bekommen können: Sexuelle Vorlieben, aber auch gleichgeschlechtlicher Sex.

Weitere Tipps

So hart es klingt, hat Fremdgehen auch immer einen Ursprung in nicht erfüllten Bedürfnissen. Paare können dies am besten dadurch verhindern, dass sie offen über ihre Wünsche, Gefühle und Bedürfnisse sprechen. Es gibt so viele langjährige Ehen, bei denen beide Seiten davon ausgehen, dass alles bestens läuft, doch werden die Ehepartner einzeln befragt, kommt heraus, dass sie finden, ihr Partner erfülle ihre Bedürfnisse nicht. Und genau dies kann nicht sein, denn werden Bedürfnisse und Vorstellungen nicht kommuniziert, kann der Partner gar nicht wissen, dass sie bestehen. Zudem gilt:

  • Hilfe suchen – es ist absolut kein Frevel, sich Hilfe zu suchen. Das muss nicht einmal ein Therapeut sein, auch gute Freunde können hilfreich bei Problemen zur Seite stehen.
  • Selbstbetrachtung – wer unglücklich in einer Partnerschaft oder Ehe ist, der sollte sich selbst hinterfragen und schauen, woher diese Gefühle stammen. Und an diesem Punkt heißt es auch, lieber die Partnerschaft zu beenden, als dauerhaft unglücklich beisammen zu sein.

Fazit - keine Verhaltensregeln möglich

Rund um das Thema Fremdgehen gibt es keine Verhaltensregeln, die schlichtweg für jeden gelten. Es kann nur jeder für sich entscheiden, ob er mit einem fremdgehenden Partner zusammenbleiben möchte oder ob er sich trennt. Um Gewissheit über das Verhalten seines Partners zu erlangen, sind Detektive eine gute Wahl, doch auch hier bleibt die Entscheidung bei einem selbst.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare