Mit welchen Fähigkeiten Bewerber heute besondere Erfolge feiern

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Eine Bewerbung ist auch in Zeiten des Fachkräftemangels kein Selbstläufer - doch welche Fähigkeiten sind heute besonders wichtig?

Insgesamt betrachtet, bietet der aktuelle Arbeitsmarkt hervorragende Chancen. Dennoch ist der Konkurrenzkampf um die wahrlich begehrten Jobs groß und die Arbeitsmarktlage ist regional durchaus unterschiedlich.

Sicherlich sind allgemein wenig Bewerber arbeitslos, doch darf häufig nicht vergessen werden, dass viele der freien Stellen auf eher simple Tätigkeiten oder auch auf Bereiche fallen, die sich gerade für Personen mit einem Studienabschluss oder einer höherklassigen Ausbildung nicht lohnen. Diese Jobs können nun durchaus rar gesät sein. Womit Bewerber – auch in simplen Bereichen – punkten können, zeigt dieser Artikel.

Arbeitgeber suchen Problemlöser

In manchen Arbeitsbereichen mag es noch so sein und früher war es sicherlich so: Der Chef sagt, was zu tun ist, die Angestellten machen haargenau das. Allgemein ist es jedoch eher so, dass Arbeitgeber sich Menschen wünschen, die Probleme erkennen und auch Arbeit von selbst entdecken. Das bedeutet freilich nicht, die Anweisungen des Vorgesetzten zu hinterfragen, sondern einfach, rechtzeitig mitzudenken. Einige Beispiele aus diesem Bereich:

  • Selbstständiges Mitdenken – es gibt Arbeitnehmer, die als überaus fleißig bezeichnet werden können, doch nur, wenn ihnen die Arbeit direkt auf den Tisch gelegt wird. Andere Arbeitnehmer sehen von sich aus, was zu tun ist. Dieses Erkennen von Aufgaben und Arbeiten ist bei Arbeitgebern ungemein beliebt, unabhängig von der Berufsrichtung. Ein Lagerist, der von sich aus den falsch abgestellten Karren oder die falsche Sortierung beseitigt, hat eher ein Stein im Brett als derjenige, dem gesagt werden muss, dass der Karren im Weg steht.
  • Probleme erkennen und lösen – gerade die Fähigkeit des Problemlösens ist bei Arbeitgebern beliebt. Auch hier liegt der Grundstein darin begraben, dass die Mitarbeiter die Probleme erkennen müssen. Anstatt jetzt aber nur das Problem zu benennen, wird aktiv nach Lösungen gesucht – und diese werden präsentiert. Dieser Punkt passt wiederum auf alle Arbeitsbereiche und auch auf viele Situationen. Problemlösungen müssen nicht einmal direkt mit der Arbeitsaufgabe zusammenhängen, sondern können sich auch auf Vorschläge zur Verbesserung der Abläufe beziehen.
  • Fehler eingestehen – auch dieser Punkt zählt zu den Problemlösern. Jeder Angestellte, unabhängig von seinen Fertigkeiten oder seinen Erfahrungen, macht während des Arbeitslebens größere Fehler. Wer diese rasch erkennt, sich eingesteht und bereits mit Lösungen zum Vorgesetzten geht oder gar schon einige Schritte umgesetzt hat, der mag zwar nicht zum "Mitarbeiter des Tages" gekürt werden, doch dauerhaft ist das einer der Arbeitnehmer, die vorankommen.

Natürlich ist auch das notwendige Fachwissen wichtig. Dieses ist jedoch überwiegend dazu notwendig, den Arbeitgeber überhaupt von der Einstellung zu überzeugen. Die oben genannten Punkte helfen hingegen während eines Praktikums, das Aussicht auf den Job bietet oder auch während der Probezeit oder während Zeitverträgen.

Die Vorläufer der Digitalisierung

Die Arbeitswelt wird immer digitaler und das teils sogar in Bereichen, die auf den ersten Blick kaum etwas mit der Digitalisierung zu tun haben. Trotzdem: Bäcker, Restaurants, kleine Geschäfte – all sie arbeiten längst mit digitalen Kassen und Systemen. In größeren Betrieben spielt die Digitalisierung, beziehungsweise ihre Vorläufer, längst eine große Rolle. Und was sollten Bewerber diesbezüglich beachten? Ein Überblick:

  1. Computeraffinität - Für die meisten Menschen steht sie längst außer Frage, dennoch muss sie erwähnt werden. Sie schließt zudem Tablets, Smartphones und unterschiedliche Betriebssysteme mit ein. Es ist immer gut, wenn zumindest Grunderfahrungen bestehen.
  2. Software - Für viele Arbeitsbereiche gibt es spezielle Software. Dazu gehört zum Beispiel das ERP (Enterprise-Ressource-Planning), welches zum einen in der Warenwirtschaft, aber auch für viele weitere Prozesse im Unternehmen eingesetzt wird. Auch Kunden-/Mandantenverwaltungen oder Abrechnungsprogramme sind entsprechende bekannte Beispiele. An dieser Stelle haben Bewerber, die eine duale Ausbildung abgeschlossen haben, den Vorteil, da sie aktiv während der Ausbildung mit den Programmen gearbeitet haben. Doch auch Studenten können sich über Praktika oder über viele Kurse die Erfahrung aneignen. Wichtig: Sofern es nicht nur eine einige Software für den Bereich gibt, ist es sinnvoll, sich selbst nicht zu sehr auf ein Programm festzulegen. Sicherlich unterscheiden sich die einzelnen Angebote nicht zu drastisch voneinander, doch wer sich mental auf "Software X" festlegt, der könnte in der Folge Probleme haben. Umstiege zwischen Softwares lassen sich übrigens daheim mühelos lernen. Es reicht schon, die heimische Textverarbeitung von verschiedenen Herstellern auszutesten.
  3. Internet/Cloud - Zudem hat jeder Arbeitnehmer ein As im Ärmel, wenn er sich mit Cloudlösungen und dem Internet auskennt. Natürlich ist nun kein bloßes Surfen gemeint, sondern eher die Optimierung, eventuell die Programmierung oder auch der professionelle Umgang mit sozialen Medien.

Bezüglich der Software sollten Bewerber jedoch gerade bei ERP-Systemen nicht den Fehler machen zu behaupten, sie würden beispielsweise SAP absolut beherrschen. Selbst wer schon damit gearbeitet hat, kennt oft nur den Teil des Programms, der für die eigene Arbeit notwendig ist. Die meisten Betriebe passen die Systeme an ihre Wünsche an, sodass jegliche Kenntnis zuletzt das wichtige Basiswissen ist.

Soziale Kompetenzen und Teamfähigkeit

In fast jeder Stellenanzeige wird die Teamfähigkeit gewünscht, wobei hier klar gesagt werden muss, dass es nicht zu viele Unternehmen gibt, in denen Teams auch echte Teams sind. Oftmals wird das Wort stellvertretend für Abteilung genutzt, in der letztendlich jeder für sich arbeitet. Trotzdem, um im Team arbeiten zu können, sind soziale Kompetenzen notwendig:

  • Empathie – im Leben bringt die Empathie jeden weiter und auch im Berufsleben ist sie sinnvoll. Wer sich auf Kunden am Telefon oder bei Treffen einstellen und ihre Probleme verstehen kann, wer sich in Kollegen oder Vorgesetzte hineinversetzen kann, der ist stets im Vorteil.
  • Führungsqualität – unabhängig von der eigenen Stellung sind Führungsqualitäten wichtig. Unter ihnen ist nicht das bloße Geben von Anweisungen zu verstehen, sondern auch, Probleme zu erkennen und Lösungen zu finden. Und das kann sogar ein Angestellter der untersten Hierarchie.
  • Teamarbeit – das Team ist nur so gut, wie das schwächste Mitglied und genau dieser Person sollte geholfen werden. Zudem sollte kein Angestellter der Auffassung verfallen, dass Arbeiten im Team schon irgendwie erledigt werden. Klare Anweisungen sind notwendig, sonst heißt es: Toll, Ein anderer machts.

Fazit – Vorzüge nicht allein auf fachliche Ebene stellen

Auf viele Stellen kommen unzählige Bewerber mit ähnlichen fachlichen Kenntnissen und auch denselben Erfahrungen. Wer hier jedoch durch Problemlösungen, einer schnellen Auffassungsgabe und besonderen sozialen Kompetenzen heraussticht, der hat spätestens im Rahmen der Probezeit die Gelegenheit, sich vollends von der Masse abzusetzen.

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