Warnung vor Yasmin-Pille beunruhigt Patientinnen

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Bereitet vielen Konsumentinnen Unbehagen: Die Yasmin-Pille soll laut Medienberichten das Risiko, eine Thrombose zu bekommen, erhöhen

Hainburg/Frankfurt – Als Wunderpille, die schlank macht, priesen die Hersteller die Anti-Baby-Pille Yasmin vor zirka zehn Jahren an. Nun soll, laut Medienberichten, der in ihr enthaltene Wirkstoff Drospirenon Nebenwirkungen haben, die sogar zum Tod führen können. Die Hainburger Frauenärztin Dr. Inge Recken-Botzem gibt aber Entwarnung: „Die Frauen müssen Yasmin nicht absetzen.“ Von Jennifer Dreher

Zahlreiche besorgte Patientinnen rufen derzeit bei Recken-Botzem, Expertin der Landesärztekammer, der Praxis an. Viele fragen bei der Kontrolluntersuchung, wie gefährlich Yasmin wirklich ist. Doch sie alle kann die Hainburger Ärztin beruhigen: „Für gesunde Frauen ist durch Yasmin kein höheres Thrombose-Risiko gegeben als bei anderen Pillen.“

Grundsätzlich würden alle Pillen, die Gelbkörperhormone –  wie das Drospirenon bei der Yasmin-Pille – enthalten, dass Thromboserisiko leicht erhöhen. Bei Yasmin sei das Risiko nur geringfügig höher als bei den anderen Pillen, meint Recken-Botzem. Und sie weist darauf hin, dass auch ganz ohne Pille eine Thrombose auftreten kann. Die äußert sich dadurch, dass das Bein anschwillt und schmerzt. Schießt das Blutgerinsel von den Beinen in die Lunge, droht die gefährliche Lungenembolie , die zum Tode führen kann.

Patienten vermuten Zusammenhang von Embolie und Pille

Patientinnen aus denn USA und vereinzelt auch in Deutschland vermuten einen Zusammenhang zwischen der Einnahme der Pille und der Erkrankung an einer Lungenembolie, wie Medien berichten.

In Deutschland steht in einem solchen Fall die Krankenkasse den Patientinnen zur Seite – jedoch nur rein medizinisch. „Sollten auch Patientinnen aus Hessen den Verdacht auf einen solchen Zusammenhang haben, helfen wir bei der medizinischen Aufklärung, nicht jedoch bei der juristischen“, berichtet Jana Flommersfeld von der Techniker Krankenkasse in Frankfurt. Bisher sei ihr aber noch kein Fall bekannt. Da die Kasse nur Frauen bis zum vollendeten 20. Lebensjahr die Pille zahlt, habe sie mit der Verschreibung danach nichts zu tun. Danach liegt es an den einzelnen Ärzten, Empfehlungen oder Warnungen an die Patientinnen auszusprechen.

Auch andere Babypillen waren schon in der Kritik

Im Fall Yasmin wird die Hainburger Ärztin das nicht tun. „Yasmin ist nicht die erste Pille, die in Kritik gerät. Das ist auch schon bei der Diane 35 geschehen. Damals haben mich die Patientinnen sogar im Urlaub angerufen, weil sie so besorgt waren“, berichtet sie. Später hätten dann Studien bewiesen, dass die Einnahme der Pille nicht gefährlicher für eine gesunde Frau sei als andere.

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