Tipps vom Mannschaftsarzt des OFC

Was wirklich gegen Rückenschmerzen hilft

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Trainierte Muskel schützen uns vor Gelenk- und Rückenschmerzen - auch beim Sitzen im Büro.

Region Rhein-Main – Rückenschmerzen sind zu einem regelrechten Volksleiden geworden. Hervorgerufen meist nicht durch schwere Arbeit, sondern durch Bewegungsmangel. Von Norman Körtge

Es zwickt und zwackt im verspannten Rücken, der Nacken ist steif, die Schultern tun weh. In der Krankenstatistik macht sich das bemerkbar. Nach aktuellen Daten der Techniker Krankenkasse gab es 2013 im Durchschnitt pro Kopf 2,75 Fehltage wegen Krankheiten rund um das Muskel-Skelett-System. Einzig erfreulich dabei ist der leichte Rückgang um 1,9 Prozent im Vorjahr. 2012 waren es 2,81 Fehltage. Und das alles, obwohl viele Menschen überhaupt keine schwere körperliche Arbeit verrichten, sondern den ganzen Tag im Büro am Schreibtisch sitzen.

Lucas Riemer

Aber genau das ist das Problem. „Bewegung, Bewegung und noch einmal Bewegung“, sagt Lucas Riemer, Geschäftsführer des Offenbacher Injoy-Fitnessstudios. Bewegung sei meist die beste Medizin gegen Rücken- und Gelenkbeschwerden. Zwar könne man dies nicht verallgemeinern, aber Fakt ist, dass oft Bewegungsmangel – oder auch Übergewicht – die Schmerzen und Beschwerden auslösen.

Muskeln sind der Schutzpanzer der Gelenke

Dr. Michael Joneleit

Um das zu verstehen, muss man das Zusammenwirken von Muskeln und Gelenken kennen.„Muskeln sind die Schutzpanzer der Gelenke“, umschreibt Riemer die Funktion. Soll heißen: Je besser die Muskulatur ist, um so mehr werden die Gelenke entlastet. Ein anschauliches Beispiel, auch wenn es dabei ums Knie geht, liefert Dr. Michael Joneleit von der Ortho-Klinik in Offenbach und Mannschaftsarzt des OFC. Eine häufige Knieverletzung beim Sportler sei der Kreuzbandriss. „Durch Kräftigung der Muskulatur und Koordinationstraining lässt sich die Verletzung zum Teil vermeiden. Eine kräftige Oberschenkelmuskulatur kann in einigen Sportarten sogar ein gerissenes Kreuzband kompensieren“, berichtet Dr. Joneleit, der am Mittwoch, 19. März, zusammen mit Riemer einen Infoabend im Injoy veranstaltet (siehe Infokasten).

Info:

„Muskeltraining und Gelenkschmerz – wer rastet, der rostet“ ist der kostenlose Infoabend am Mittwoch, 19. März, um 19 Uhr im Injoy Offenbach, Berliner Straße 255. Zu den Referenten gehören Injoy-Geschäftsführer Lucas Riemer, Dr. Michael Joneleit von der Ortho-Klinik in Offenbach und Christopher Mayer vom Sanitätshaus Schneider-Piecha. Anmeldung erwünscht unter: (069) 883527 oder info@injoy- offenbach.de.

Sitzen im Büro - Anstrengung für den Rücken

Im Fall von Büromenschen geht es vor allem um die Sitzhaltung. „Jeder weiß, dass Aufrecht-Sitzen gesund ist. Aber auf Dauer eben auch anstrengend“, umschreibt Riemer. Denn beansprucht wird die meist nicht gut trainierte Bauch- und Rückenmuskulatur. Die Folge ist, dass der Körper eine Schonhaltung einnimmt. Meist leicht gebückt nach vorne, manchmal auch ins Hohlkreuz gehend. Die Folge sind Rückenschmerzen. Im schlimmsten Fall kann es früher oder später zu einem schmerzhaften Bandscheibenvorfall kommen. Deshalb sei gezieltes Stärken der Rücken- und Bauchmuskulatur ein gutes Mittel, um die Wirbelsäule zu stabilisieren und Bandscheibenvorfällen vorzubeugen.

Für den Alltag im Büro rät Riemer deshalb, immer mal wieder die Sitzposition zu verändern und regelmäßig aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen.

Tipps für den Alltag

Darüber hinaus hat Riemer noch ein paar alltägliche Tipps parat: Beim Heben von schweren Gegenständen immer in die Hocke gehen. Wer beispielsweise schwere Einkaufstaschen trägt, sollte diese Lasten eng am Körper halten. Und wer viel stehen muss, sollte die Knie ganz durchstrecken und den Rücken gerade halten.

Aber das wichtigste überhaupt: Immer für ausreichend Bewegung sorgen und regelmäßig Sport treiben.

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