Erst ausruhen, dann Hausaufgaben

Tipps für Eltern zum Schulanfang

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Tipps für Eltern und Kinder zum Schulanfang.

Region Rhein-Main – Die Vorfreude auf die Schule ist bei vielen Kindern riesig. Für 50. 000 Erstklässler in Hessen beginnt ab Dienstag ein neuer Lebensabschnitt. Sie lernen Lesen, Schreiben und Rechnen. Von Silke Gottaut

Ist die Aufregung vorbei, die Süßigkeiten aus der Schultüte vernascht und der Bleistift gespitzt, kommen Fragen auf. Um den Einstieg für Kinder und Eltern in das Schulleben zu erleichtern, geben Grundschullehrerin Janine Kühn und Gesundheitsexperte Claus Uebel von der DAK Tipps.

Tipps von Grundschullehrerin Janine Kühn

Die Kinder sollen zu Hause erst einmal in Ruhe Mittagessen und danach eine halbe Stunde entspannen. In dieser Ruhephase, die sehr wichtig ist, können sie Musik hören, ein Spiel spielen oder aber auch kurz schlafen. Anschließend sollen die Hausaufgaben gemacht werden, bevor sie sich zum Beispiel mit Freunden treffen.

Strukturierter Arbeitsplatz

Optimal ist ein eigener Schreibtisch, an dem die Hausaufgaben erledigt werden können. Dieser sollte in einem Raum stehen, in dem das Kind Ruhe hat. Es sollte so wenig wie möglich auf dem Tisch herumliegen, da jede nicht gebrauchte Kleinigkeit ablenken kann.

Hobbys sind wichtig, spielen aber noch mehr

Kinder brauchen viel Zeit zum Spielen. Viele Kinder sind in der Schule sehr unausgeglichen und aufgedreht, weil sie keine Zeit haben, um einmal runterzufahren. Ein Hobby ist wichtig, jedoch sollten nicht mehr als zwei bis drei Nachmittagstermine dafür eingeplant werden. Sie sollen auch Zeit haben, um mit ihren Freunden zu spielen.

Impulse geben bei den Hausaufgaben

Hilfe ist bei den Hausaufgaben in Ordnung, solange Eltern sie nicht machen, denn das bringt dem Kind nichts. Eltern können Impulse geben. Wenn das Kind große Schwierigkeiten bei den Hausaufgaben hat, dann den auf jeden Fall den Lehrer darüber informieren. Wichtig: Das Kind immer wieder einmal loben und motivieren.

Tipps vom Gesundheitsexperten Claus Uebel

Das Gewicht des Schulranzens sollte zehn Prozent des Körpergewichtes nicht überschreiten. Dies bedeutet, dass die Eltern in der Anfangsphase darauf achten, dass nur die Bücher und Lernmaterialien mitgenommen werden, die an diesem Tag wirklich gebraucht werden. Die meisten Schulranzen haben ein körpernahes Fach, das für schwere Bücher gedacht ist sowie einen Beckengurt, der beim Tragen den Rücken entlastet.

Ablauf vor der Schule

Eltern und Kinder stehen ausreichend früh auf, damit genügend Zeit für ein Frühstück und den Schulweg ohne Hetze ist. Kinder sind meist langsamer als Erwachsene und haben manchmal morgens schon außergewöhnliche Ideen. Das sollte eingeplant werden. Die Pausenbrote sind idealerweise am Abend vorher fertig gemacht.

Gesundes Brot für die Pause

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Für das Pausenbrot ist wichtig, dass es dem Kind schmeckt, es ausreichend lange satt macht und die Konzentration fördert. Wichtige Nährstoffe stecken imVollkornbrot oder im Körnerbrötchen. Käse, Quark, Joghurt, Schinken, Wurst oder Ei liefern Eiweiß und Fett. Obst und Gemüse sorgen für Vitamine und Energie. Trockenfrüchte und Nüsse können den Süß- und Knabberhunger stillen. Nicht vergessen: Viel trinken – am besten Wasser.

Regeln für den Schlaf

Grundsätzlich ist Schlafen natürlich etwas sehr Individuelles. Was für den einen Menschen locker reicht, ist für andere noch lange nicht genug. Das gilt für Erwachsene wie für Kinder. Trotzdem aber gibt es Richtwerte, die Eltern eine Orientierung für das Schlafbedürfnis von Kindern geben.

Schlafbedürfnis von Kindern nach Alter
Bis zu 3 Monaten: 16 bis 18 Stunden
4 bis 5 Monate: 14 bis 15 Stunden
6 bis 12 Monate: 13 Stunden
1 bis 4 Jahre: 12 Stunden
5 bis 6 Jahre: 11,5 Stunden
7 bis 9 Jahre: 11 Stunden
10 bis 11 Jahre: 10,5 Stunden
12 bis 13 Jahre: 10 Stunden
14 bis 16 Jahre: 9 Stunden

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