Xynthia bläst Loch in Zookasse

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Zwei fleißige Helfer zerlegen die riesige kanadische Kiefer.

Offenbach – Die Kasse ist leer. So leer, dass Susanne Wollensak schon mit dem Schlimmsten rechnet. Denn ändert sich in den nächsten Wochen nichts an der finanziellen Notlage, muss die Leiterin des Offenbacher Waldzoos ernsthaft über die Konsequenzen nachdenken. Die Situation hat sich durch Orkantief Xynthia am Wochenende extrem verschlechtert. Von Mareike Palmy

Der Sturm hat den kleinen Tierpark am vergangenen Wochenende schwer erwischt. Mehrere Käfigdächer riss der Wind weg. Äste, Gestrüpp, Draht und Dachpappefetzen versperren seitdem die Gehwege. Zu allem Übel stürzte eine 27 Meter lange kanadische Kiefer mitten auf das Gelände des Zoos. Dabei knallte der Baumkoloss direkt in das Ziegengehege und zerstörte den angrenzenden Zaun und das Haus der Herde.

Verletzt wurde weder Mensch noch Tier, aber jetzt sind 13 afrikanische Zwergziegen heimatlos. Glück im Unglück, doch der Schock ist der Ziegenmeute noch anzusehen: „Die sind seitdem total verstört und aufgeregt“, sagt Susanne Wollensak, Tierpflegerin und Leiterin des Zoos, über ihre Schützlinge. Das Loch im Zaun war für die Bande die beste Gelegenheit zum Abhauen. Alle Ausreißer sind wieder eingefangen, aber das Loch im Gatter bleibt.

12 afrikanische Zwerziegen heimatlos


„Jetzt fehlt uns Geld für die Reparatur von Zaun und den Gehegedächern“, sagt die 25-jährige Wollensak, „nicht mal eine Kettensäge haben wir. Die geliehene hat auch schon ihren Geist aufgegeben“. So gehen die Aufräumarbeiten nur langsam voran. Selbst die Nachfrage in Baumärkten um Hilfe oder Sachspenden brachte kein Glück. Zusätzlich erschweren Schlamm und Dreck das Vorankommen.

Zwar konnten die übrigen Käfigdächer notdürftig geflickt werden, auf Dauer ist das keine Lösung. Der frostige Winter und Xynthia haben ein großes Loch in den Zoo-Finanzhaushalt gerissen. Geld fehlt überall. Die Fixkosten für die Winterzeit von 3000 Euro können einfach nicht gedeckt werden. Bis jetzt wurden nur knapp 1200 Euro eingenommen. Durch die Unterstützung ehrenamtlicher Helfer konnte die Anlage bisher über Wasser gehalten werden. Auch die Stadt Offenbach tat ihr Möglichstes. In Zukunft wird das aber nicht mehr reichen. Finden sich nicht bald spendable Tierfreunde, sitzen 200 Tiere auf der Straße.

Die Winterzeit verschlingt über 3000 Euro


Zu den ohnehin hohen Futterkosten, der Instandhaltungsgebühr und den monatlichen Tierarztausgaben, kommt jetzt auch noch die Unsumme der Reparaturen. Nicht zu schaffen für den kleinen Waldzoo am Offenbacher Stadtrand Richtung Heusenstamm, den es mittlerweile schon seit 1965 gibt.

Jetzt hoffen die Tiere auf die Unterstützung der EXTRA-TIPP-Leser: Wer helfen möchte, wendet sich direkt an den Waldzoo oder spendet unter:Spendenkonto Waldzoo Offenbach, Städtische Sparkasse Offenbach, Kontonummer 100773, Bankleitzahl 505 500 20.

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