Wildschwein wehrt sich gegen Hunde-Schnüffelei

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Jagdpächter Christian Peter hat Warnschilder im Wald angebracht. Sein Hund Balu ist angeleint und hört aufs Wort.

Dietzenbach – „Nur die Leine rettet Leben“ steht auf den Warnschildern, die Jagdpächter Christian Peter an den Waldwegen zwischen Dietzenbach und Dreieich angebracht hat. Damit soll auf Gefahr für Wildtiere in der Brut- und Setzzeit vor freilaufenden Hunden hingewiesen werden. Doch manchmal wehren sich die Waldtiere von selbst. Und ein Hund hätte sich gewünscht, dass Frauchen ihn an der Leine geführt hätte. Von Norman Körtge

Ein Schmunzeln kann Jagdpächter Christian Peter nicht unterdrücken, wenn er von dem tierischen Zwischenfall zwischen Dietzenbach und Dreieich-Offenthal berichtet. Vor wenigen Tagen spazierte dort eine Frau mit ihrem Hund. Der war nicht angeleint und streifte einige Meter abseits des Weges durchs Unterholz. Bis er auf ein Wildschwein mit seinen Jungen traf. Das fackelte nicht lange und attackierte den Eindringling. „Der Hund ist verletzt und verfolgt vom Schwein zurück auf den Weg gerannt, an Frauchen vorbei und hat das Weite gesucht“, berichtet Peter. Die Hundebesitzerin selbst habe große Angst gehabt, dass das Wildschwein nun auch sie angreift. Aber, dass Schwein sei zurück ins Dickicht getrottet.

Mittlerweile hat die Frau den Schock überwunden, und die Wunde des Hundes ist vom Tierarzt genäht worden.

Frischlinge besonders gefährdet

Jagdpächter Christian Peter hat Warnschilder im Wald angebracht. Sein Hund Balu ist angeleint und hört aufs Wort.

„Normalerweise sind aber die Wildtiere die Leidtragenden“, sagt Christian Peter. Um so mehr richtet er einen eindringlichen Appelle an alle Hundebesitzer, ihre Tiere vor allem während der Brut- und Setzzeit anzuleinen. Auch dann, wenn eine Stadt wie Dietzenbach das nicht ausdrücklich vorschreibt, wie etwa in Heusenstamm, Rödermark oder Rodgau. „Drei Frischlinge wurden in diesem Jahr schon gerissen“, erzählt Peter. Zusammen mit Kollegen hat er nun Warnschilder aufgestellt, die Gassigeher an die von freilaufenden Hunden ausgehende Gefahr erinnern sollen.

Derzeit sind die Rehe hochträchtig und werden in den kommenden Tagen ihre Jungen zur Welt bringen. Dementsprechend sind sie leichte Beute oder werden zu Tode gehetzt, rennen blindlings in Zäune oder kollidieren mit Autos.

„Selbst wenn ein Hund ein Rehkitz oder ein Frischling nur ableckt, wird das Jungtier von der Mutter nicht mehr angenommen und verstoßen“, sagt Peter.

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