Vorsicht Geisterkühe !

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Kuh-Karambolage: Kühe auf der Straße können für Autofahrer zur Gefahr werden.

Region Rhein-Main - „Achtung, liebe Autofahrer. Auf der A3 Würzburg Richtung Frankfurt, Höhe Ausfahrt Obertshausen, Gefahr durch Tiere auf der Fahrbahn. Bitte fahren Sie in beiden Richtungen äußerst langsam“. Meldungen wie diese, verlesen Radiomoderatoren zurzeit ständig. Von Mareike Palmy

„Momentan passiert es zwei bis dreimal in der Woche, dass sich Tiere auf den hessischen Straßen befinden. Ob Hunde, Pferde oder Kühe, da ist alles dabei“, sagt Nils Grunwald, Verkehrsredakteur bei Radio FFH. 365 Tage im Jahr Tag sitzt er im Kontrollraum der Verkehrszentrale in Frankfurt-Rödelheim. Dort hat er die hessischen Autobahnen auf riesigen Bildschirmen immer im Blick und kann Gefahrenmeldungen sofort verkünden.

Draufhalten!

FFH-Redakteur Nils Grunwald

Auch der ADAC warnt seine Mitglieder alljährlich vor Unfällen mit Tieren, jedoch liegt hier der Schwerpunkt bei der Wildproblematik. „Auf Waldstrecken ist die Wahrscheinlichkeit immer hoch, dass plötzlich ein Reh oder Wildschweine auf der Fahrbahn auftauchen. Doch auch auf Landstraßen und sogar Autobahnen muss mit Tieren, die die Straße kreuzen, gerechnet werden“, sagt Tanja Ahrens vom ADAC Hessen-Thüringen. „Wenn es hart auf hart kommt, stark abbremsen und die Kollision riskieren“, rät der Automobilclub.

Auch die Beamten des Offenbacher Polizeireviers raten bei Tieren bis kniehöhe besser draufhalten, statt auszuweichen, bei einer Kuh sieht das allerdings anders aus: „Diese Geisterherden sind für Autofahrer sehr gefährlich, aber es passiert leider immer wieder, dass Tiere irgendwo ausbüchsen und dann die Straße blockieren. So eine Kuh wiegt allerdings rund 800 Kilogramm. Kollidiert ein Fahrzeug mit einem Tier, wird der Körper zum tödlichen Wurfgeschoss, dass Richtung Fahrerkabine fliegt“, weiß Offenbachs Polizeisprecher Ingbert Zacharias.

Vom Pony bis zum Büffel - Auf hessischen Straßen ist einiges los

Neben Zirkus-Ponys bei Dörnigheim, einem Nilpferd in Dietzenbach, einem Schafsbock am Kaiserlei, einem Emu am Vogelsberg, Wasserbüffel bei Hanau und einer Kuhherde bei Steinau, hat er schon so manches verschreckte Tier von der Straße gerettet. „Bei diesen Einsätzen ist Kreativität gefragt. Da werden Abschleppseile zu Lassos, Polizeihunde zu Hirtenhunden, Autofahrer zu Dompteuren und wir zur Cowboyzei“, sagt Zacharias aus Erfahrung.

Gerade in ländlichen Gegenden wie der Rhön, dem Vogelsbergkreis oder dem Odenwald müssen Autofahrer ganzjährig mit Tieren auf der Fahrbahn rechnen. Trifft man auf eine Herde, heißt es dann bremsen. „Wir sichern die Gefahrenstelle ab und versuchen die Tiere so schnell es geht von der Straße zu bekommen. Egal wie. Oberste Priorität ist die Sicherheit auf der Fahrbahn herzustellen. Und wenn es Zuchttiere sind, versuchen wir den Besitzer zu ermitteln, schließlich hat er seine Sorgfaltspflicht verletzt und muss für den Schaden aufkommen“, sagt Zacharias.

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