Vogel-Vater hat eigenes Naturschutzgebiet

+
Wolfgang Schwarz aus Altheim zeigt in seinem Garten einen Nistkasten. Diese bedrohten Arten (unten) leben darin.

Münster – In ein Vogelparadies hat Wolfgang Schwarz aus Altheim seinen 1500 Quadratmeter großen Garten verwandelt. Er bietet vom aussterben bedrohten Vögeln einen Platz zum Brüten, Schlafen und Fressen. Von Angelika Pöppel

„Andere Gärten sind grün und bunt, aber tot“, sagt Wolfgang Schwarz aus Altheim bei Münster. In seinem Garten leben im Frühjahr rund 150 Vögel. 52 verschiedene Arten hat er bereits erkannt. Vor 20 Jahren begann er den Gemüsegarten seiner Mutter in ein kleines Naturschutzgebiet zu verwandeln.

Mehr als ein Hobby

Was wie verwildert aussieht, ist durchdacht angelegt. Auf dem ganzen Gelände, in den Bäumen und an seinem Haus hängen Nistkästen für verschiedene Vögel. An einem Baum haben sich sogar drei Arten angesiedelt: Der Haussperling, der Feldsperling und der Star. In einem von fünf Teichen lebt ein bedrohter Laubfrosch. Die Pflanzen und ein Ameisenhaufen bieten den Tieren Nahrung. Zusätzlich füttert er die Vögel mit Hühnerfutter, Nüssen und Sonnenblumenkernen.

Der Grünsprecht.

„Das ist mehr als ein Hobby, es ist eine Herzensangelegenheit“, sagt Schwarz. Der Altheimer hatte schon als Kind ein Herz für Vögel. Sein Wissen hat er sich über Jahre angelesen. Der Tierschützer reiste sogar nach Italien, Malta und Tunesien, um gegen die Jäger von Greif- und Singvögeln vorzugehen.

Schwarz schenkt bedrohten Vogelarten einen Lebensraum. Denn neuere Häuser bieten ihnen nur wenig Platz, um ihr Nest zu bauen und zu brüten, erklärt er. Er hat auch Storchennester auf seinem Dach befestigt und hofft nun, dass sich im nächsten Jahr endlich Störche einnisten.

Ein Eisvogel

Im Winter fliegen viele heimische Vögel nicht in den Süden, sondern bleiben in den Nistkästen. Besonders freut sich Schwarz auf den Frühling: „Dann zwitschern hunderte Vögel in meinem Garten.“
Der Grünspecht bewohnt Parkanlagen und Waldlichtungen. Er steht auf der Vorwarnliste in Hessen und Deutschland. Zusätzlich ist er nach dem Bundesnaturschutzgesetzes streng geschützt. Die größte Gefährdung geht für den Grünspecht von Bioziden in der Landwirtschaft aus.

Ein Grauspecht.

Der Eisvogel lebt in der Nähe von Gewässern, da er sich von Kleinfischen ernährt. Er ist vom Aussterben bedroht und steht auf der Roten Liste in Hessen und der Vorwarnliste in Deutschland. Der Eisvogel ist durch die schlechte Wasserqualität gefährdet.
Der Grauspecht bewohnt ungestörte Wälder. Durch die Zerstörung seines Lebensraums, laubholzreiche Wälder, ist er am meisten gefährdet. Der Grauspecht ist streng geschützt nach dem Bundesnaturschutzgesetz.

Der Haussperling, auch Spatz genannt, ist ein menschenfreundlicher Singvogel und lebt in Nischen und Höhlen an Gebäuden. Der Bestand geht langsam zurück, deshalb steht er auf der Vorwarnliste der bedrohten Arten. Weltweit gibt es rund 500 Millionen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare