Weibchen soll folgen

Marabu aus Amersterdam lebt jetzt im Frankfurter Zoo

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Der Marabu aus Amersterdam lebt jetzt im Frankfurter Zoo.

Frankfurt – Ein Marabu aus Amsterdam hat der Frankfurter Zoo aufgenommen. Und auch ein Weibchen soll folgen.

Sehr majestätisch sieht er schon aus, der elfjährige Marabu aus dem Zoo Amsterdam. Andererseits wirkt der nackte Hals im Gegensatz zum dunkelgrauen Federkleid auf Rücken und Flügeln und dem weißen Bauch skurril. „Der Marabu ist ein Aasfresser, gelegentlich schnappt er sich auch lebende Kleintiere“, sagt Zoodirektor Manfred Niekisch, „ein nackter Hals lässt sich leichter von Fleischresten und Blut befreien.“ Niekisch scherzt: „Das wir wieder Marabus im Zoo haben, die schon zwischen 1945 und 1998 hier gehalten wurden, hat mit meiner Kindheit zu tun. Damals hörte ich auf einer Schellack-Platte meines Großvaters ‚Es sprach der Marabu, der weise Marabu: Mein liebes Mädel, mach beim Küssen deine Augen zu’. Damit konnte ich überhaupt nichts anfangen, aber das Wort Marabu blieb im Gedächtnis.“ Tatsächlich hat der Schlagertext nichts mit den großen Vögeln zu tun. Das männliche Tier hat in der neu gestalteten Savannenlandschaft seinen Platz gefunden.

Das Gehege gehörte bis zu ihrem Tod 2012 Schuhschnabel Mausi. Wenn sich der Marabu eingewöhnt hat, wird ihm ein Marabu-Weibchen, ebenfalls aus dem Zoo Amsterdam, Gesellschaft leisten. Sie ist schon da, lebt aber derzeit noch hinter den Kulissen. „In zwei, drei Wochen werden wir die beiden sich vorsichtig im 120 Quadratmeter großen Gehege, das mit Gräsern, Sträuchern und Bäumen ausgestattet wurde, aneinander gewöhnen lassen“, erklärt Niekisch. Die Anlage wurde von Landschaftsarchitektin Ariane Röntz gestaltet. Sie hat schon das neue Ukumari-Land am Zooeingang, in dem die Brillenbären und Brüllaffen zu Hause sind, realisiert. Der Marabu kommt aus der Familie der Störche, ist ein Schreitvogel und fliegt nur, wenn er unbedingt muss. Künftig soll das Marabu-Reich eine übernetzte Außenanlage erhalten, dann können sich die Vögel mit einer Spannweite von drei Metern und einer Größe von bis zu 1,50 Metern bei milder Witterung auch draußen aufhalten und ihnen stünde eine mehr als doppelt so große Fläche zur Verfügung. Als Familienmitglied der Störche klappert der Marabu mit dem Schnabel. „Hoffen wir, dass die beiden Marabus später auch gemeinsam klappern und sich nicht kloppen“, sagt Niekisch. Vielleicht gelingt dann auch eine Frankfurter Nachzucht.

jf

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