Viermal schwarzer Kater: Feuerwehr im Dauereinsatz für Sali

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In dieser Baumkrone saß Sali stundenlang fest. Weil er von selbst nicht mehr herunterkam, rief Herrchen Viktor Aldorf die Heusenstammer Feuerwehr.

Heusenstamm – Ein schwarzer Kater lässt die Heusenstammer Feuerwehr nicht zur Ruhe kommen. Viermal schon ist Sali auf einen Baum im Stadtteil Waldesruhe geklettert. Viermal musste ihn die Feuerwehr mit der Drehleiter herunterholen. Herrchen Viktor Aldorf soll dafür 1600 Euro zahlen. Von Christian Reinartz

Das erste Mal ist Sali Ende Januar verschwunden. „Er kam einfach nicht zurück“, sagt Herrchen Viktor Aldorf: „Irgendwann entdeckten wir ihn dann spät nachts auf einem Baum.“ Weil der Kater von selbst nicht mehr herunterkommt und kläglich schreit, verständigt Aldorf die Heusenstammer Feuerwehr. Die kommt mit dem Leiterwagen und rettet den flauschigen Vierbeiner aus der Krone einer Kiefer. Drei Wochen später sitzt Sali wieder fest. Wieder in einer Kiefer. Wieder ruft sein Herrchen die Feuerwehr. Dann vergeht nur eine Woche bis Sali in eine ausweglose Situation klettert. Diesmal weiter entfernt vom Wohnhaus der Aldorfs. Eine Tierschützerin alarmiert Polizei und Feuerwehr. Doch zwei Wochen später sitzt der Kletter-Kater schon wieder in einer Kieferkrone, kann nicht vor und nicht zurück. Aldorf wählt die 112 und die Feuerwehr tut ihre Pflicht.

Herrchen Viktor Aldorf ist froh, dass Sali nichts passiert ist. Die 1600 Euro Feuerwehr-Gebühren schmerzen ihn aber.

Obwohl Sali für die Wehr nun schon ein alter Bekannter ist, finden Feuerwehrsprecher Steffen Ball und seine Leute die Situation überhaupt nicht witzig. „Wir sind natürlich immer da, wenn unsere Hilfe gebraucht wird“, sagt Ball: „Aber wir können nur schwer Verständnis dafür aufbringen, dass uns dieser Kater auch nachts immer wieder ausrücken lässt.“ Unter den Feuerwehrleuten wird schon gewitzelt, der Kater habe das System verstanden: „Kletter ich auf einen Baum, holen mich die netten Männer mit der Leiter wieder herunter.“

Kosten der Allgemeinheit anlasten?

Viktor Aldorf weist so etwas weit von sich. „Für Sali ist das immer ein richtiges Trauma. Er macht das nicht freiwillig.“ Schuld an der Kletterei seines Lieblings seien „freilaufende Hunde und Kinder, die mit Stöcken schmeißen.“ Vor ihnen flüchte Kater Sali auf den nächstbesten Baum.

Und auch Aldorf will am liebsten flüchten, als die Feuerwehr-Rechnung der Stadt Heusenstamm im Briefklasten liegt. 1600 Euro soll Aldorf für die Einsätze zahlen. „Ich finde das viel zu viel“, sagt der Heusenstammer enttäuscht: „Ich hätte gehofft, dass die Stadt mir etwas entgegen kommt.“ Aber Erster Stadtrat Uwe Michael Hajdu zeigt sich unnachgiebig: „Es sind Kosten entstanden, die wir nicht einfach der Allgemeinheit anlasten können.“

Aldorf will nun dafür sorgen, dass Sali nicht noch einmal von der Feuerwehr vom Baum geholt werden muss. Zur Zeit sitzt der Kater am Wohnzimmerfenster und darf nur von der Freiheit träumen. „Bis unser neuer hoher Zaun geliefert wird“, sagt Aldorf: „Da wird Sali nicht mehr drüber kommen.“

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