Hundefreunde verzweifelt: Kein Platz für City-Hunde

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Diese Hundeclique wird demnächst wohl getrennte Wege gehen: Angela Aouini, Khatera Karim (links), Markus Fibelkorn (weiße Kappe) und Marc Spradling können auf dieser Wiese nicht mehr ihre Vierbeiner laufen lassen.

Frankfurt – Die spanische Dogge Jano tollt mit der nicht einmal halb so großen Yorkshire-Freundin J-Lo über die Wiese an der Honsellbrücke im Ostend. Gestrüpp, viel Rasen und vor allem Platz: Die Wiese ist ein Hunde-Idyll. Doch das hat ein jähes Ende.  Von Jennifer Dreher

Ab Mitte März beginnen dort die Bauarbeiten für den neuen Frankfurter Hafenpark. Jetzt beklagen die Hundefreunde: „Die Stadt lässt uns im Stich. Wir wissen nicht, wohin wir mit unseren Hunden nun gehen sollen.“ Zwar gibt es im Frankfurter Stadtgebiet 25 Hundewiesen. Doch in der Innenstadt sind diese rar gesät. Für mindestens 20 Stadthunde wie Jano war die große Wiese an der Honsellbrücke bisher die nahe gelegenste Möglichkeit, sich auszutoben und ohne Leine zu spielen. Zwar war es keine ausgewiesene Hundewiese, sie wurde aber vier Jahre lang von der Stadt geduldet.

„Ich laufe hierher zu Fuß schon eine halbe Stunde. Wenn ich noch weiter laufen soll, bleibt kaum Zeit für den Auslauf“, bedauert Angela Aouini. Die Frankfurterin wohnt in der Innenstadt. Ihr fünfjähriger Rüde braucht täglich ausreichend Bewegung. „Die Hunde werden fett und aggressiv, wenn sie sich nicht genügend bewegen“, so Aouini.

Aouini: Auslauf ist unverzichtbar

Jano ist der Chef auf der Hundewiese an der Honsellbrücke.

Da in Frankfurt die Leine maximal zwei Meter lang sein darf und nicht jeder Besitzer mit dem Tempo seines Vierbeiners mithalten kann, sind Wiesen, auf denen die Tiere frei laufen können, unverzichtbar, wie Aouini sagt. Hundefreundin Khatera Karim pflichtet ihr bei: „Die Hunde fühlen sich erst ohne Leine richtig frei. Und sie üben sich im Sozialverhalten. Denn auf der Wiese müssen sie sich mit anderen freilaufenden Hunden arrangieren.“
Doch so lange auf dem Gelände zwischen Honsell- und Deutschherrnbrücke gebaut wird, gibt es keine Chance für die Hundefreunde, die Wiese zu nutzen und bisher ist für den Hafenpark keine Hundewiese vorgesehen. „Es gibt die Möglichkeit, eine Fläche durch einen Antrag des Ortsbeirats nachträglich als Hundewiese auszuweisen“, sagt Heike Appel, stellvertretende Leiterin des Grünflächenamtes. Die Chancen stuft sie aber als gering ein, da der Spiel- und Sportpark nur noch wenig Flächen übrig lassen wird.

Hundebesitzer wissen nicht, wohin

Die Hundebesitzer bleiben mit Unverständnis zurück. „Die Hundewiese an der Gerbermühle ist schon ausgelastet und ein ganzes Stück weit weg. Am Ostpark ist es mir zu gefährlich. Dort liegt die Wiese direkt an der Hauptstraße. Ich kann mir nicht mal die Monatskarte leisten, um zu den Wiesen zu fahren. Ich weiß nicht, wo ich mit meiner Lucy in Zukunft hingehen soll“, sagt Markus Fibelkorn.

Aouini will nun die Hundefreunde zusammentrommeln: „Ich werde versuchen, alle zu mobilisieren und mich an den Ortsbeirat wenden. Bis dahin muss ich noch nach einer Lösung suchen. Jano braucht seinen Auslauf. Den muss ich ihm irgendwie bieten.“

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