Bau- und Veterinäramt drohen der Einrichtung

Muss die Tierherberge Egelsbach doch bald schließen?

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Als ob er ahnen könnte, wie es um sein derzeitiges Zuhause steht, schaut dieser Hund traurig in die Ferne. Wie es für ihn und seine Artgenossen weitergeht, ist derzeit unklar.

Egelsbach – Hunde raufen fröhlich miteinander, liegen faul in ihren Hütten oder tapsen neugierig auf die Besucher in der Tierherberge Egelsbach zu. Nicht ganz so fröhlich geben sich die Mitarbeiter der Herberge. Der Einrichtung des Tier-Rettungs-Dienstes Frankfurt droht die Schließung. Von Fabienne Seibel

„Es ist für uns nervlich sehr anstrengend, die Tierherberge unter diesen Umständen weiter zu betreiben. Doch wir haben uns entschlossen, den Kampf weiterzuführen“, sagt Petra Franci. Die Vorsitzende und die Mitarbeiter der Tierherberge Egelsbach hinter haben aus Liebe zu den Tieren in den vergangenen Monaten viele Strapazen auf sich genommen.

Kampf um Baurecht

Seit bereits über 30 Jahren befinden sich die Zwinger und Gehege an dem Platz hinter dem Egelsbacher Flughafen. Damals wurde alles ohne Baugenehmigung errichtet, woran sich der Kreis Offenbach jahrelang nicht störte. Seit 2007 kämpft die Herberge nun schon um ein Baurecht, denn seit August 2011 steht eine Räumungsklage im Raum. Das Veterinäramt hat dem Tierheim deshalb die Betriebserlaubnis entzogen. Seitdem kämpft Petra Franci gemeinsam mit ihrem Team um das Bestehen des Tierheims. Sie fordert: „Die Behörden sollen uns endlich die Chance geben, die Tierherberge auf legalen Füßen zu betreiben.“

Bilder aus der Tierherberge Egelsbach

Bilder aus dem Egelsbacher Tierheim

In mehr als 50 umliegenden Städten und Gemeinden suchten die Verantwortlichen nach einem Gelände, auf das sie ihre Tierherberge verlagern können, doch die Suche brachte keine positiven Ergebnisse.

Franci beklagt: „Wir haben sehr viele Leute die hinter uns stehen und schon mehr als 100.000 Unterschriften für den Erhalt der Herberge gesammelt. Doch keiner will sich mal wirklich für uns einsetzen.“

Zukunft der Hunde ungewiss

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Große Hoffnung legen die Tierliebhaber aus Egelsbach auf die geplante Protestaktion, die am Mittwoch, 20. März um 14 Uhr vor dem Kreishaus in Dietzenbach stattfinden soll.

Doch was wird aus den zahlreichen Hunden, wenn die Tierherberge, wie zur Zeit angedroht, das Gelände tatsächlich räumen muss? „Wir haben zur Zeit zirka 60 bis 70 Hunde hier. Davon sind ungefähr 20 Langzeitbewohner dabei. Wenn wir hier wirklich alles räumen müssen, ist besonders die Zukunft der Hunde, die schlecht oder gar nicht vermittelbar sind, ungewiss. Das ist sehr traurig, denn unsere Schützlinge liegen uns sehr am Herzen,“ sagt Vorsitzende Franci.

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