Alles ein Rachefeldzug?

Tierheim-Vorwürfe im Münster: Leiterin nimmt Stellung

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Einen ganz normalen Umgang mit den Hunden pflege sie, sagt Tierheim-Leiterin Ursula Schuster.

Münster – Seit Wochen steht das Kreistierheim in Münster im Mittelpunkt von schwerwiegenden Vorwürfen. Nun nahmen Tierheimleiterin Ursula Schuster und  ihr Mann Norbert Stellung. Von Jens Dörr

Am Dienstag nahmenTierheimleiterin Ursula Schuster, ihr Mann Norbert sowie für den Trägerverein Vorsitzender und Münsters Bürgermeisters Walter Blank, Jens Pfeiffer, Friedhelm Saal und Tierärztin Martina Frühwein-Klumb Stellung.

„Auch Hunde brauchen Privatsphäre“, sagt Martina Frühwein-Klumb, Tierärztin und Vorstandsmitglied des Trägervereins des Münsterer Kreistierheims. Sie deutet auf die Boxen, vor denen Decken hängen. „Die Hunde würden sonst immer in Aufregung versetzt, wenn jemand an ihnen vorbeigeht.“ Dass des Menschen bester Freund dergestalt von der Außenwelt abgeschirmt werde, ist noch einer der harmlosesten Vorwürfe, die eine Gruppe ehemaliger ehrenamtlicher und fester Mitarbeiter seit drei Wochen gegen das Kreistierheim und insbesondere dessen Leiterin Ursula Schuster erhebt. Eigenmächtige Tiertötungen, rüder Umgang mit den Hunden, Zweckentfremdung von Futterspenden und die Vermischung von Tierheim-Aufgaben und privater Border-Collie-Zucht Schusters lauten einige Vorwürfe.

Eigenmächtige Tiertötung, rüder Umgang und Zweckentfremdung von Futterspenden

„Wir haben keine Bedenken, dass Ursula Schuster ihre Arbeit nicht ausfüllt“, betont Bürgermeister Blank. Aus seiner Sicht gebe es gegen sie „nichts Greifbares“ und entsprechend auch keine personellen Konsequenzen. Blank, Saal, Pfeiffer und Frühwein-Klumb loben Schuster stattdessen für ihren immensen Arbeitseinsatz. „Sie ist Abends immer die Letzte. Sie ist immer für die Tiere da.“ Es sei keinesfalls so, dass ihre Arbeit wegen des zusätzlichen Aufwands für ihre private Bordercollie-Zucht zu kurz komme, sagt Schuster selbst. Dieser Vorwurf und jener, statt der Vermittlung der Tierheim-Bewohner eigene Hunde anzubieten, war immer wieder geäußert worden. Saal erhalte da ganz andere Rückmeldungen: „Darin wird gerade die strikte Trennung von Zucht und Tierheim immer wieder gelobt“, sagt er. Und: „Mit dem Veterinäramt und dem Vorstand war im Vorhinein abgeklärt, dass sie weiter die Zucht betreibt.“ Dem Amt wiederum werfen die Kritiker hartnäckig vor, mit dem Tierheim und Schuster „unter einer Decke“ zu stecken.

Das sei ein persönlicher Rachefeldzug

Norbert Schuster wirft den Ex-Mitarbeitern und Verfassern des Briefs mit den Vorwürfen hingegen selbst vor, miteinander verfilzt zu sein: „Das ist ein Klüngel.“ In Sachen angeblich unterschlagener und für die Border Collies verwendeter Futterspenden schießt er zurück: „Die selbst ernannten Tierschützerinnen haben selbst Futter mitgenommen.“

Ob die Vorwürfe tatsächlich einfach aus der Luft gegriffen würden? Frühwein-Klumbs Antwort: „Das sind Leute, die persönlich und an ihrer Arbeit gescheitert sind. Das ist ihr persönlicher Rachefeldzug.“

Tötung eines Kaninchens durch Aufschlagen auf den Boden

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Bleibt unter anderem die Kritik, Schuster behandele die Hunde rüde. „Sie sehen ja selbst, dass die Hunde Zutrauen zu ihr haben“, stellt Frühwein-Klumb beim Rundgang durch das Tierheim heraus. Wenig zu sehen auch von Schusters angeblicher Katzenallergie. „Eine solche habe ich nicht. Und bin auch kein Mitglied der Hells Angels oder kenne jemanden von ihnen“, meint die Leiterin fast ein bisschen belustigt. Ernster wird die Runde, als der Vorwurf der Tötung eines kranken Kaninchens durch Aufschlagen auf den Boden zur Sprache kommt. „Tiertötungen werden immer fachgerecht und in Absprache mit Tierärztin Frühwein-Klumb und ihrem Mann vorgenommen“, so Schuster. Wie man ein Kaninchen „fachgerecht“ töte? „Durch einen Genickschlag“, sagt Schuster.

Ob sie sich selbst aufgrund der Vorkommnisse der vergangenen Wochen mit ihren Kritikern an einen Tisch setzen werde, ließ Ursula Schuster am Dienstag offen. Friedhelm Saal sprach derweil seitens des Kreistierheim-Vereins eine Offerte aus: „Wir machen der Gruppe ein Gesprächsangebot.“

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