Tauben-Angriff: Tierschützer suchen Blasrohrschützen

Brutaler Tierhasser schießt auf Tauben

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Tierquäler sind mit Blasrohrpfeilen auf Tauben in Frankfurt und Offenbach losgegangen.

Frankfurt – Brutaler Blasrohr-Angriff auf die Stadttauben in Frankfurt und Offenbach. Mitarbeiter des Stadttaubenprojektes haben 13 Tiere gerettet, die mit Pfeilen abgeschossen wurden. Schwerpunkt ist der Kaiserleikreisel. Von Dirk Beutel

Zehn Tauben konnten gerettet und versorgt werden. Bis sie wieder aufgepeppelt sind, bleiben sie zur Beobachtung in einer Voilere des Stadttaubenprojekts. Ein Tier ist bereits gestorben. Zwei weitere Tauben, die von Pfeilen getroffen wurden, fliegen noch über der Notaufnahmestation in Oberrad. Bizarr: Die Pfeile stecken noch immer in den Tieren, weil es noch niemandem gelungen ist, sie einzufangen.

Gudrun Stürmer hofft auf Augenzeugen

Stürmer geht ohnehin von einer wesentlich höheren Dunkelziffer betroffener Vögel aus. „Und für die, die nicht entdeckt und behandelt werden, bedeutet das densicheren, qualvollen Tod“, sagt die Tierschützerin. Die ärztliche Versorgung der verletzten Tauben kostete den Verein über 700 Euro. Die Vereinsmitglieder haben jetzt Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Allerdings verspricht sich Stürmer nicht allzu viel davon. Aber: „Vielleicht hat ja ein Nachbar oder ein Passant irgendetwas gesehen und meldet sich bei der Polizei“, sagt sie.

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Trotzdem hat Stürmer nicht viel Hoffnung. Vielen sind gerade die Stadttauben ein Dorn im Auge. Die Tiere haben ein besonders schlechtes Image, gelten als minderwertig und sind als Ratten der Lüfte verschrien. Es sei zwar nicht auszuschließen, dass es sich um einen Dumme-Jungen-Streich handele, Stürmer geht jedoch von einem Taubenhasser aus, der die Vögel bewusst ins Visier nimmt. Nichts Neues für die Tierschützerin: „Es wird eine regelrechte Hetzjagd veranstaltet. Und Vorurteile weiter geschürt.“ Wie etwa, dass Taubenkot gefährlich für den Menschen sei oder Gebäudefassaden angreife. Stürmer: „Das sind keine apokalyptischen Reiter, trotzdem sind sie Staatsfeind Nummer eins. Dabei sind es nur Vögel.“

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