Es summt wieder: Citybienen fliegen aus

Tilo Fratzel (rechts) und ein Kollege kontrollieren die Bienenstöcke am Niederräder Ufer.
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Tilo Fratzel (rechts) und ein Kollege kontrollieren die Bienenstöcke am Niederräder Ufer.

Frankfurt – Imkern und Innenstadt sind kein Widerspruch. Das beweisen die fleißigen Bienen und ihre nicht minder eifrigen Besitzer der Stadtimkerei-Finger schon seit längerer Zeit. Jetzt starten die Nektar- und Pollensammler wieder von ihren Bienenstöcken vom Dach des Museums für Moderne Kunst und vom Niederräder Ufer. Von Norman Körtge

„Wir produzieren einen extremen Mischhonig“, erzählt Andreas Wolf, der seit 2007 zusammen mit Florian Haas ein soziales Kunstprojekt rund um Bienen und Honig leitet. Die Mischung des Stadthonigs ist extrem, da die Citybienen von einer großen Pflanzenvielfalt profitieren: In den Parkanlagen, am Mainufer, auf den Friedhöfen, in Privatgärten und auf den Balkonen. In der Landwirtschaft hingegen gebe es oft nur Monokulturen, sagt Wolf. „Je näher an der Stadt, desto besser ist es für die Bienen“, meint er.

Das Qualität und Geschmack stimmen, würden die Verkaufszahlen zeigen. „Wir haben jetzt schon wieder jede Menge Vorbestellungen“, so Wolf.

Vier Stöcke gibt es in der Stadt

Sie vereinen Honigbienen und Kunst: Florian Haas (links) und Andreas Wolf.

Die Citybienen starten sowohl vom Dach des Museum für Moderne Kunst als auch vom Niederräder Mainufer. Dort hat die Gemischte Bienengruppe Frankfurt ihre derzeit vier Stöcke auf dem ehemaligen Campingplatz. Gemischt ist sie aber nicht wegen unterschiedlicher Bienenarten, sondern wegen der Zusammensetzung der Imker: Mitglieder des Frankfurter Vereins für soziale Heimstätten, Anwohner aus Niederrad und andere Interessierte, zählt Wolf die Herkunft der aus etwa 15 Mitgliedern bestehenden Gruppe auf.

Unter ihnen Tilo Fratzel. Der gelernte Maschinenschlosser war arbeitslos geworden und kam über einen Ein-Euro-Job zu dem Imker-Projekt. „Es macht einfach großen Spaß. Ich bin an der frischen Luft, produziere was und es ist gut für die Natur“, fasst Fratzel zusammen. Deshalb macht er sich jetzt auch selbstständig. Demnächst wird er Bienenvölker zwischen Höchst und Nied ansiedeln. „Das wird auch die Besitzer der Kleingärten freuen“, spricht er die Bestäubungs-Leistung der Bienen für die Umwelt an.

Imkern sei wie Kunst

Das Imkern sei vergleichbar mit der Kunst, meint Wolf. Beides kann Hobby und Beruf sein. Es gibt jeweils ein konkretes Produkt: Honig und ein Kunstwerk. Und es gibt einen Mehrwert: Die Bienen bestäuben Pflanzen und das Ansehen einer Galerie steigt, wenn sie Werke eines bestimmten Künstlers ausstellt. Wolf und Haas kombinieren beides. Der Honigverkauf deckt die Grundkosten des Informations- und Schauraums in der Alten Mainzer Gasse 4-6. Am Samstag, 24. April, eröffnen sie dort um zehn Uhr ein ganz spezielles Angebot. Neben dem Honig der Frankfurter Citybienen gibt‘s dort dann auch den süßen Brotaufstrich von Bienen aus Hamburg, München oder New York.

Infos zur Stadtimkerei-Finger und ihren Angeboten gibt's unter www.fingerweb.org oder telefonisch unter   (069) 282963. Mehr Informationen zu Imkern in Frankfurt und Umgebung sind im Internet unter www.frankfurter-imker.de zu finden.

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