Sonnenanbeter müssen im Winter auf nichts verzichten

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Ob Elefanten, Erdmännchen oder Flamingos: Die Exoten im Opel Zoo kommen mit der Kälte besser zurecht, als man vermuten würde.

Kronberg – Im Winter will es jeder schön warm. Das gilt auch für die Gnus, Elefanten und Flamingos im Opel Zoo. Für die Tierpfleger bedeutet dies keine große Herausforderung. Zumal viele der Exoten mit frostigen Temperaturen gut zurechtkommen. Von Dirk Beutel

Der Winter steht bevor. Das wissen auch die Mitarbeiter des Opel Zoos in Kronberg und sind bestens vorbereitet. Und das, obwohl es sich nach einer echten Herausforderung anhört: 1400 Tiere, 200 verschiedene Arten, die es auch schön warm haben wollen. Dabei ist die Umstellung auf frostige Temperaturen nur halb so schlimm. Denn, auch wenn viele der Tiere aus tropischen oder suptropischen Gegenden der Welt stammen, vertragen sie die Kälte ziemlich gut. „Wenn man sich etwa die Zebras ansieht, könnte man meinen, dass die die Kälte überhaupt nicht juckt“, sagt Martin Becker, Zoopädagoge und stellvertretender Direktor.

Elefanten-Ohren können einfrieren

Ein Erdmänchen im Opel Zoo.

Auch die afrikanischen Elefanten lassen sich so schnell nichts anhaben. Kein Wunder. Jedes Exemplar wiegt zwischen fünf und sieben Tonnen und ist deshalb selbst so etwas wie ein kleines Kraftwerk und produziert genügend Eigenwärme. Bis auf die Ohren. Die können durchaus mal einfrieren. „Allerdings erst, bei extremen Minusgraden“, sagt Becker. Deshalb dürfen sie sich locker drei bis vier Stunden draußen austoben.

Selbst die Giraffen sind gegen Kälte nahezu immun. Allerdings gilt es bei den majestätischen Geschöpfen eines zu beachten: „Wenn der Boden matschig wird, können sie sich leicht die Beine verletzen oder ausrutschen“, sagt Becker. Aber warum kommen diese Exoten mit Kälte so gut klar? Sie sind daran gewöhnt. Becker: „In ihrer ursprünglichen Heimat müssen sie nachts auch extrem kalte Temperaturen überstehen können.“ Ähnliches gilt für die Flamingos. „Die wollen regelrecht nach draußen“, sagt Zoo-Tierpfleger Stefan von Gemünden. Doch auch hier gilt es Gefahrenquellen so gut es geht, aus dem Weg zu gehen. Daher legt von Gemünden extra eine Stoffmatte vor das Flamingohaus über die die Vögel laufen müssen. Die Matte ist mit einer Fettcreme versehen, damit die Füße der Vögel vor Verletzung geschützt werden.

Wärmelampen für die Erdmänchen

Die Erdmännchen trotzen ebenfalls der Kälte. Zumindest werden den kleinen Kerlchen ein paar Wärmelampen aufgestellt, „weil im Grunde sind diese Tiere echte Sonnenanbeter“, sagt Becker. Trotz aller Routine steht der Zoo im Winter vor einem Dilemma: Es kommen so gut wie keine Besucher, und das bei steigenden Heizkosten. Größter Posten ist das Beheizen des Nilpferdbeckens. Tag und Nacht wird es um die 20 Grad warm gehalten. „Das geht ins Geld“, sagt Becker.

Dagegen gibt es im Opel Zoo richtige Winterspezialisten. Wie etwa die Eisfüchse, Elche oder die Schneeeule, die sich bei frostigen Temperaturen erst richtig wohlfühlen. Hauptsache genügend Futter ist vorhanden. „Wenn es aber nasskalt ist, kommen einige Tiere nicht raus. Aber nicht, weil ihnen zu kalt ist, sondern, weil sie einfach keine Lust haben bei dem Schmuddelwetter vor die Tür zu gehen“, sagt Becker.

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