Ausgebüchste Tiere auf freiem Fuß

Exotische Ausreißer in Rhein-Main

Region Rhein-Main – Die Ferienzeit ist für viele Tiere eine traurige Zeit. Wenn es in den Urlaub geht, wissen die Besitzer oft nicht wohin mit ihren Katzen, Hunden oder anderen Haustieren. Viele Tiere werden dann sich selbst überlassen oder sogar am Straßenrand ausgesetzt. Von Fabienne Seibel

In den oft ohnehin schon überfüllten Tierheimen wird es dann noch enger. Doch jetzt wird es immer kurioser. Auch exotische Tiere streunern immer häufiger durch unsere Vorgärten.

„Die Leute verhalten sich besonders in der Ferienzeit unverantwortlich. In dieser Zeit sind wir rund um die Uhr beschäftigt“, sagt Erika Karl vom Tierschutzverein Oberursel. „Es tut mir im Herzen weh, dass sich manche Menschen so egoistisch verhalten und sich erst ein Tier anschaffen, um das sie sich nur nach Lust und Laune kümmern oder ihrem Schicksal überlassen, wenn sie entlaufen sind“, fügt Karl hinzu. Hier einige der kuriosesten Funde aus dem Rhein-Main-Gebiet in diesem Sommer.

Skorpion in Urberach/Rödermark

Eine gefährliche Entdeckung machte ein Mann in Urberach/Rödermark Anfang August, als er neben einem Glascontainer am Feldrand ein Terrarium entdeckte. Darin saß ein Skorpion. Es handelte sich um ein sogenanntes Dickschwanz-Skorpion, eines der giftigsten Skorpione überhaupt und eigentlich in Afrika beheimatet. In Hessen sind diese hochgiftigen Tiere verboten. Der Skoropion wurde ins Vivarium nach Darmstadt gebracht.

Leguan in Frankfurter Innenstadt

In Frankfurt wurde mitten in der Stadt ein Leguan gefunden.

 

Ein ausführliches Sonnenbad gönnte sich ein entlaufener Leguan Ende Juli in der Frankfurter Zeppelinallee. Das 1,50 Meter lange Tier (Archivfoto) wurde von einer Passantin auf dem Gehweg entdeckt. Noch bevor die herbeigerufene Polizei eintraf, verzog sich der Leguan schnell auf einen Baum – und das in vier Meter Höhe. Mit einer Leiter und viel Geduld gelang es den Polizisten, das exotische Tier zu greifen und vorsichtig herunterzutragen. Das Reptil wurde von einem Tierrettungsdienst abgeholt. Der Besitzer ist bislang noch nicht bekannt.

Hängebauchschwein von Spaziergängerin entdeckt

Auf ein ausgebüchstes Hängebauchschwein (Archivfoto) traf am vergangenen Montag eine Spaziergängerin in Frankfurt-Nied. Das treue Schwein folgte der 60-jährigen Frau, die mit ihrem Hund unterwegs war, bis vor die Haustür und legte sich dort gemütlich ins Gras. Als die herbeigerufene Polizei in der Nachbarschaft keinen Besitzer ausfindig machen konnte, brachten die Beamten das Schwein mit einem Transporter ins Tierheim nach Fechenheim. Am Dienstag wurde die von den Tierheimmitarbeitern getaufte Sau „Rosi“ auf einen Gnadenhof nach Florstadt gebracht.

Landschildkröte im Fundbüro gelandet

In der vergangenen Woche wurde im Fundbüro Dietzenbach eine Landschildkröte abgegeben. Mittlerweile ist das kleine Reptil aber wieder bei seinem Besitzer zurück. „Wir haben hier im Fundbüro selten tierischen Besuch. Falls sich jedoch mal ein Tier verirrt oder ausbüchst, gibt es meistens ein gutes Ende und der Besitzer ist schnell gefunden“, sagt Ute Weber vom Dietzenbacher Fundbüro.

Rubriklistenbild: © F: Absteiger/pixelio.de

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