Wer sind die miesen Katzen-Hasser?

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Tierpflege-Azubi Tamara Hirning kümmert sich liebevoll um Kater Linus. An seinem rechten Vorderbein kann man deutlich eine Brandwunde erkennen.

Offenbach – Unfassbar, zu was Menschen alles fähig sind: Unbekannte haben einem Kater beide Ohren abgeschnitten. Auf seinen Vorderbeinen wurden Zigaretten ausgedrückt. Der Offenbacher Tierschutzverein hat Anzeige erstattet und eine Belohnung für Hinweise ausgesetzt. Von Dirk Beutel

Kater Linus wurden von einem brutalen Tier-Hasser die Ohren abgeschnitten.

Die Wunden sind blutverkrustet, der Knorpel liegt frei. Tierpflegerin Cora Bonnet kann nur den Kopf schütteln. Wer kann einem Tier so etwas Grausames antun? Vergangene Woche bekamen es die Mitarbeiter des Tierschutzvereins Offenbach mit einem besonders brutalen Fall von Tiermisshandlung zu tun: Einem Kater wurden beide Ohren abgeschnitten. Außerdem wurden auf seinen Vorderbeinen Zigaretten ausgedrückt. „So eine bestialische Grausamkeit ist einfach unglaublich. Wir waren alle geschockt“, sagt Bonnet. Für seine Zeit im Tierheim wurde die rote Katze liebevoll Moses getauft.

Gefunden wurde das Tier in der Domstraße, in der Nähe des Arbeitsamtes. Auch an den Hinterläufen des abgemagerten Katers sind offene Stellen zu sehen: „Vermutlich wurde er längere Zeit in einer Box gehalten, wo er sich nicht aufrichten konnte“, sagt Bonnet.

Doch die Geschichte hat für den Kater ein gutes Ende genommen: Nur knapp eine Woche nachdem er eingeliefert wurde, meldete sich seine Besitzerin. Nach ihren Angaben ist Linus, wie die Katze wirklich heißt, am 31. Januar abgehauen und nicht mehr zurück gekommen. „Sein Frauchen wohnt nicht weit vom Fundort entfernt, in der Luisenstraße“, sagt Tierheimleiterin Gudrun Lincke.

Katze brutal an die Wand geworfen

Einen so offensichtlichen Fall von Verstümmelung hat es in der Region selten gegeben. Auf Nachfrage bei den Tierheimen in der Umgebung kann sich niemand an einen ähnlich brutalen Fall erinnern. „Wir hatten mal eine Katze, deren Fuß amputiert werden musste. Sie wurde derart brutal an eine Wand geschmissen, dass die Knochen völlig zertrümmert wurden“, sagt Irena Sonas vom Tierheim Seligenstadt.

Fassungslosigkeit sogar bei Tierarzt Dr. Bernhard Linneweber, der Linus behandelte: „So etwas Grausames ist mir in fast 30 Jahren noch nie untergekommen.“ Selbst der Mediziner kann sich nicht erklären, wie der oder die Täter es geschafft haben, beide Ohren abzuschneiden. Schließlich würde sich eine Katze wehren, schreien oder weglaufen, spätestens wenn eines der Ohren durchtrennt wurde.

Der Kater muss unglaublich laut geschrieben haben. Das muss jemand gehört haben“, sagt Bonnet. Deshalb hat der er Offenbacher Tierschutzverein Anzeige erstattet und sucht nach Menschen, die in der Gegend der Domstraße etwas mitbekommen haben. Sachdienliche Hinweise werden mit 500 Euro belohnt. Hinweise gehen an den Tierschutzverein Offenbach, Telefon (069) 858179, info@tierschutzvereinoffenbach de.

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