Sind diese Miezen jetzt Rheuma-Decken?

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Lea und Kira sind spurlos verschwunden.

Egelsbach – Lea und Kira, Robi und Fuchsi: Bis vor kurzen streunten die vier Katzen durch  Egelsbach. Doch dann verschwanden sie. Spurlos. Der schreckliche Verdacht ihrer Besitzer: Sie wurden von Katzenfängern getötet und ihre Felle etwa zu Rheuma-Decken verarbeitet. Von Norman Körtge

„Fuchsi war ein echter Feinschmecker“, erzählt der Rentner als er auf den eingerahmten Foto-Schnappschuss blickt. Zu sehen ist die Katze, wie sie mit ihrer Schnauze in einer Tasse steckt, um an den Milchkaffee zu kommen. Doch seit Weihnachten ist Fuchsi verschwunden. Genauso wie sein Bruder Robi, der bereits ein paar Tage zuvor nicht mehr von seinen Streifzügen durch die Gärten entlang der Egelsbacher Schulstraße zurück kam. Auch nach diesem doppelten Verlust glaubte der Rentner, der seinen Namen aus Furcht nicht in der Zeitung lesen will, noch an einen schlimmen Zufall. Doch dann erfuhr er aus der Nachbarschaft, dass dort ebenfalls Katzen vermisst werden.

„Erst war Lea weg, ein paar Wochen später Kira“, erzählt die Nachbarin. Sie kann noch von mindestens zwei weiteren Katzen berichten, die im Bereich der Schulstraße verschwunden sind. Sie vermutete erst, dass ihre Tiere vielleicht überfahren worden sind. „Aber es kann ja auch ein Katzenhasser sein, der die Tiere vergiftet hat“, befürchtet sie.

Horrogeschichten im Internet

Aber die beiden Egelsbacher Katzenbesitzer recherchierten im Internet – und stießen auf Schreckliches: In verschiedenen Berichten und Foren wird von bandenähnlich organisierten Katzenfängern berichtet, die die Tiere mit Lockstoffen in eine Falle locken, um sie entweder für Tierversuche zu verwenden oder deren Felle an Hersteller von Rheuma-Decken zu verkaufen.

Robi und Fuchsi sind ebenfalls weg. Spurlos.

Das Ausmaß des Katzenverschwindens in Egelsbach ist derzeit nicht abzuschätzen. Allerdings glauben die beiden Egelsbacher nicht mehr an einen Zufall. Waltraud Fritsch, die viele Jahre in Egelsbach ein Katzenheim betreute, berichtet, dass es in den vergangenen Wochen vermehrt Anfrage wegen entlaufener Katzen bei ihr gegeben hat. Michael Krause, Leiter des Dreieicher Tierheims, bestätigt zwar Vermisstenmeldungen aus Egelsbach, aber nicht unbedingt eine Häufung. Von den Gerüchten um Katzenfänger hält er nicht viel. Bislang habe es dafür noch nie Beweise gegeben. „Warum sollen sie das in Deutschland machen? In Osteuropa wäre das alles viel einfacher“, meint er.

Bei der Polizei sind laut Sprecherin Andrea Ackermann bislang keine Anzeigen wegen vermisster Katzen aus Egelsbach aktenkundig. Daher appelliert sie an alle möglichen Opfer, Anzeige zu erstatten.

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