Katze gefressen:

Schlange muss ins Exil

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Der Dietzenbacher Orazio Martino hat Bonnie bei sich aufgenommen, nachdem sie die Katze einer Frankfurter Familie gefressen hat.

Dietzenbach/Frankfurt – Füttern musste der Dietzenbacher Orazio Martino die seit wenigen Tagen bei ihm im Haus lebende Tigerpython noch nicht. Bonnie ist satt. Denn kurz zuvor hatte sie die Katze einer Frankfurter Familie gefressen. Von Norman Körtge

Fressen und gefressen werden – in der freien Wildbahn wäre es ein normales Schauspiel gewesen, aber was sich vor wenigen Tagen in der Wohnung einer Frankfurter Familie abgespielt haben muss, war ein Drama. Denn Bonnie, die Tigerpython der Familie, fraß ein anderes Haustier: Die Katze. Und all das vor den Augen der beiden kleinen Kinder. So erzählt es Orazio Martino, besser bekannt als der Alligator-Mann, der in seinem umgebauten Dietzenbacher Reihenhaus gleich mehrere der Exemplare hält. Bei ihm rief der verzweifelte Frankfurter nach der tierischen Tragödie an und bat ihn, die knapp vier Meter lange und zirka 30 Kilo schwere Schlange aufzunehmen. Nach dem Vorfall, der durch eine Unachtsamkeit bei der Fütterung passiert sein muss, und die Kinder geschockt habe, könne Bonnie nicht mehr in der Familie bleiben. „Die Katze hatte keine Chance“, sagt Martino, der selbst eine Tigerpython besitzt. Diese würden zubeißen und ihr Opfer dann schnell fest umschlingen und dadurch die Knochen brechen. „Das einzige was geholfen hätte, wäre Alkohol in die Nase zu sprühen. Ich habe immer eine Sprühflasche in der Nähe“, erzählt er von seiner Vorsichtsmaßnahme. Ein fünf Jahre altes Exemplar wie Bonnie, die normalerweise mit toten Kaninchen gefüttert wird und dann mehrere Wochen satt ist, könne ohne weiteres einen Erwachsenen töten. Martino weiß, wovon er spricht. Er selbst ist schon von Tigerpythons attackiert worden und konnte sich nur mit Hilfe seines Sohnes und Alkoholspray aus dem Würgegriff befreien. Dass Bonnie jetzt in einem stillgelegten Alligatorgehege in Dietzenbach leben kann, war für den Alligator-Mann selbstverständlich. „Ich versuche, Tier und Mensch zu helfen“, sagt er. Auch wenn er wie so oft bei solchen Aktionen draufzahlt. Die Kosten für Heizung und Wärmestrahler sind hoch. Er glaubt nicht, dass er mit Bonnie wie mit seinen anderen Schlangen vor Publikum arbeiten kann. „Meine kenne ich von kleinauf, mit all ihren Eigenschaften und Macken. Die kann ich einschätzen“, sagt er . Vielmehr hofft er, dass er Bonnie in gute Hände weiter vermitteln kann.

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