Rhythmus auf vier Pfoten

Ein tierisches Tanzpärchen: Ingeborg Miedtank mit ihrer Hündin Sina.

Region Rhein-Main – Es ist bei weitem nicht so anstrengend wie wie Agility, trotzdem müssen beim dogdancing Mensch und Hund eine Einheit bilden und sich zum Takt der Musik bewegen. Von Dirk Beutel

Im Hintergrund rauscht der abendliche Berufsverkehr an der A661 entlang, während Hundetrainerin Sabine Leenen entlang des Hundeübungsplatzes vier Pylone in den Rasen setzt. An diesem Abend trainieren die Anfänger im Dogdancing (Hundetanz). Sie sind Teil einer neuen Abteilung beim Hundesportverein (HSV) Sprendlingen, die seit etwa einem Jahr angeboten wird. Ziel: Eine möglichst harmonische Choreografie zu musikalischer Begleitung arrangieren.

Eine der Pylonen hat sich gleich Chantal Heckel geschnappt und übt schonmal mit ihrer Hündig Djeanna-Ly vor: „Außen“ ruft sie laut und schlägt mit ihrem rechten Arm eine weite Kreisbewegung, der die acht Monate alte Schapendoes-Hündin folgt. Das „Im-Kreis-laufen“ ist lediglich ein kleiner Teil einer ganzen Performance im Dogdancing: Das Repertoire kann ewig erweitert werden: Beinslalom, Rückwärts gehen, Seitengänge, Drehungen oder Sprünge über den oder durch die Arme des Hundeführers sind nur einige der vielen Tricks beim Dogdancing. In den Fortgeschrittenenkursen werden nacheinander die einzelnen Elemenete zusammengefügt.

Schließlich sammeln sich Anfängerpärchen an den Startpositionen. Sabine Leenen startet die Musik: „Raindrops are falling on my head“. Die Gruppe tänzelt entlang der Pylonen, dabei wird stets Blickkontakt gehalten. Wie an einer unsichtbaren Schnur geführt, umrunden die Hunde ihre Frauchen oder huschen durch deren Beine.

Das Geheimnis der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund liegt in der Belohnung. Chantal Hecking arbeitet mit einem Clicker: „Bei jedem Klick weiß Djeanna-Ly, dass sofort ein Leckerli kommt“, erklärt Hecker. „Im nächsten Schritt muss sie verstehen, dass sie die Belohnung nicht so ohne weiteres bekommen, sondern etwas dafür tun muss“, fügt Sabine Leenen hinzu. Die Handbewegung spiele in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle.

Eine Dogdancerin der ersten Stunde ist Susi Achilles. Seit einem Jahr trainiert sie mit ihrem Mini-Labradoodle (liebevolle Bezeichung für einen Labrador-Pudel-Mix) Emily. „Ganz einfach sind die Übungen nicht. Meine Emily kapiert die Tricks meist schneller als ich“. Ingeborg Miedtank kennt das: „Aber sie machen Spaß“, sagt sie und blickt mit großen Augen auf ihre Hündin Sina.

Inzwischen hat sich Spencer mit Frauchen Kerstin Herzmann auf dem Trainigsplatz eingefunden. Der dreijährige Australian Shepherd gehört zu den Fortgeschrittenen und ist laut Leenen der talentierteste Teilnehmer bei den Dogdancern. „Er lernt gerne, will immer beschäftigt werden und hat einen großen Spieltrieb“, sagt Hermann. Leenen bestätigt: „Das einzige, was einer guten Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund im Weg stehen kann ist mangelnde Motivation.“

Ansonsten gilt die junge Sportart als ideales Training für Hunde jeden Alters. Falls ein Tier einen körperlichen Nachteil hat, werden die Tricks indivduell angepasst.

Mehr Infos auf http://www.hsv-sprendlingen.de

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