Rettung naht, wenn Duncan bellt

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Manuela Fuhr liegt in den Trümmern. Suchhund Duncan hat sie dank seines guten Geruchssinn gefunden. 

Region Rhein-Main – Wenn Menschen gesucht werden, weil sie sich in Wäldern verirrt haben oder nach einem Unglück verschüttet sind, kommen Suchhunde wie Duncan von der Rettungshundestaffel Rhein-Main zum Einsatz. Um noch mehr Nachwuchs zu bekommen, gibt es jetzt ein Rettungshunde-Casting. Von Silke Gottaut

Hundeausbilderin Ute Simon-Bunz (links) und die stellvertretende Vorsitzende Dorothea Glaab mit ihren Rettungshunden.

Irgendwo, mitten in dem Trümmerfeld, muss die vermisste Manuela Fuhr liegen. Es ist schon dunkel und für die Rettungskräfte wird es immer schwieriger, die Vermisste zu finden. Aber Hundeführerin Melanie Frost hat ihren Duncan dabei. Er ist ein ausgebildeter Suchhund. Duncan wird von seiner Leine gelassen. „Such und hilf“, gibt Frost das Kommando und der dunkel-braun-weiße Australian Shepard rennt los und schnüffelt mit seiner braunen Nase auf dem großen Gelände. Er sucht in den kleinsten Verstecken, springt auf hohe Trümmerhaufen aus Beton und findet schließlich die Vermisste, die zusammengekauert auf den harten Bruchstücken liegt. Ein lautes, kräftiges, stolzes Bellen ist auf dem ganzen Gelände zu hören. Der Vierbeiner steht vor der Vermissten und teilt den menschlichen Rettern mit seinem Bellen mit, dass er erfolgreich war – und damit auch die Übung der Rettungshundestaffel Rhein-Main, die mit der Hessischen Polizei zusammen arbeiten.

Wir trainieren zweimal die Woche“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Dorothea Glaab: „Wir sind auf die Ausbildung von Rettungshunden spezialisiert, die Vermisste in Waldflächen und Trümmerlagen aufspüren können. Dies dauert etwa zwei bis drei Jahre.“ Dazu findet das Training entweder auf einem Trümmergelände im Vordertaunus statt oder in verschiedenen Waldstücken in der Region.

Derzeit sind 14 Hunde samt ihren Hundeführern ausgebildet. Damit wieder Nachwuchs nachkommt, findet nun am Wochenende 24. und 25. März jeweils von zehn bis 17 Uhr ein Rettungshundecasting in Frankfurt-Praunheim beim Schäferhundeverein in der Niederwiesenstraße statt.

Wir suchen Hunde, die nicht älter als vier Jahre, nicht scheu und kletterfreudig sind, keine Angst vor Geräuschen haben, mit anderen Hunden gut klar kommen und gut zu motivieren sind,“ sagt Hunde-Ausbilderin Ute Simon-Bunz: „Denn Motivation ist sehr wichtig. Ein Hund sucht nur, wenn er einen Anreiz hat. Deswegen suchen sie auch so lange, bis sie die vermisste Person gefunden haben. Dann bekommt er entweder ein Leckerli oder ein Spielzeug.“

Es werden auch freiwillige Helfer ohne Hund gesucht. Infos und Anmeldungen zum Hunde-Casting gibt es auch im Internet unter www.rhs-rm.de.

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