Ratten, Wanzen, Kakerlaken: Jetzt kommen sie in die Häuser!

"Die Populationen haben sich vergrößert", warnt der Heusenstammer Kammerjäger Gerhard Tiefel. Unvorstellbare 300.000 Ratten leben mittlerweile in Offenbach, schätzt er. In der Kreisstadt Dietzenbach seien es immerhin noch rund 100.000. Die Zahl der Mäuse übersteige das noch um ein Vielfaches.

Alle Tiere gelten als gefährliche Krankheitsüberträger.Peter Walther, Geschäftsführer der Offenbacher Dienstleistungsgesellschaft ESO, hält Tiefels Schätzung nicht für abwegig. "Eine Ratte pro Bewohner rechnet man grundsätzlich. Es können aber durchaus auch mehr sein."Wenn es nun draußen kalt wird, beginnt der Marsch auf Wohnungen und Keller. Die Tiere zieht es in die Nähe des Menschen. "Dort ist es warm und sie finden genug Fressen", erklärt Tiefel. Durch Rohre, Abflüsse oder Ritzen im Mauerwerk quetschen sich die Nager in die Wohnungen. "Die finden immer ein Schlupfloch", sagt sein Kollege Henning Christian, Inhaber der Schädlingsbekämpfungsfirma Sunbugs aus Dreieich: "Und wenn sie durch die Toilette kommen."Er hat festgestellt, dass auch Bettwanzen in letzter Zeit Hochkonjunktur haben. Die Blutsauger werden meist aus dem Urlaub mitgebracht und legen dann Eier ab. Auch mit Kakerlaken habe er trotz hochwirksamer Giftköder häufig zu tun.Den Grund für die Massen an Schädlingen sieht er in den zu warmen Wintern der letzten Jahre. "Die Tiere machen es sich in der Kanalisation gemütlich." Auch die vielen Essensreste im Abwasser der Region seien an der Entwicklung schuld, gibt Christian zu bedenken: "Die Leute hier spülen einfach alles im Klo runter. Das ist für die Ratten ein Schlaraffenland."Beide Fachleute sind sich darüber einig, dass die Kommunen an der massenhaften Vermehrung eine Mitschuld tragen. "Die Verwaltungen geben immer weniger für Schädlingsbekämpfung aus", bemängelt Tiefel: "Da ist es klar, dass die Ratten immer mehr werden."Offenbach investiert aktuell 1500 Euro in die Rattenbekämpfung. 2007 waren es noch 3000 Euro. Dieburg greift trotz weniger Ratten tiefer in die Tasche: 3000 Euro pro Jahr. Das ist, so die Fachleute, aber immer noch viel zu wenig, um die Plage wirkungsvoll einzudämmen.

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