Ratten lieben Gartenhütten

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Mit einer schweren Blumenschale deckt Klaus Fabian das Rattengift im Schälchen ab, damit nicht etwa Katzen davon fressen. Für die Ratten gräbt er dann kleine Zugangslöcher in die Erde.

Kriftel – Ratten sind für den Menschen eine nicht zu unterschätzende Gefahr für Ernährung, Leben und Gesundheit. Klaus Fabian, ehrenamtlicher Umweltbeauftragter der Gemeinde Kriftel, gibt Tipps für den richtigen Umgang mit Rattengift. Von Norman Körtge

Für Klaus Fabian ist es kein Wunder, dass die Rattenpopulation steigt. „Schauen Sie in die Gärten. Fast überall steht mittlerweile eine kleine oder große Hütte“, sagt der Rentner, der bereits seit 1986 ehrenamtlicher Umweltbeauftragter der Gemeinde Kriftel ist. Problematisch werde es, wenn diese nicht richtig verschlossen würden oder Freiräume unter den Hütten Ratten gute Unterschlupf- und Nestbaumöglichkeiten böten. „Ratten zwängen sich selbst durch nur zwei Zentimeter kleine Öffnungen“, weiß der Krifteler. Und hat eine Rattenfamilie erst einmal ein Zuhause gefunden – dazu gehören auch verfilzte Hecken, dichter Efeubewuchs an Wänden und Zäunen sowie Brennholzstapel – dann vermehren sie sich rasend schnell.

Kot an Ecken und Kanten

Um eine zu starke Ausbreitung der Ratten zu verhindern, lässt etwa die Gemeinde Kriftel zwei Mal pro Jahr, im Frühjahr und im Herbst, von einem Schädlingsbekämpfer Giftköder auslegen. Vor allem in der Kanalisation. Auch Privatpersonen können die Dienste in Anspruch nehmen und sich den Kontakt über das Ordnungsamt geben lassen.

Da Ratten meistens an Hauswänden entlang laufen, markieren sie ihr Gebiet mit Vorliebe an Ecken und Kanten und kleben dort ihren Kot hin, gibt Fabian einen Hinweis darauf, wie man Rattenbefall erkennen kann. Er hat auch eine Methode entwickelt, wie man am besten mit Rattengift arbeitet. Das Gift legt er in ein Schälchen auf dem Erdboden. Darüber stülpt er eine schwere Pflanzenschale. Anschließend scharrt er zwei kleine Öffnungen unter dem Schalenrand hindurch. „Zwei Löcher deshalb, weil Ratten schlaue Tiere sind. Die haben immer gerne auch einen zweiten Fluchtweg“, berichtet Fabian. Seine Konstruktion verhindert jedenfalls, dass Katzen oder Vögel von dem Rattengift fressen.

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