Der Osterhase verdankt sein Leben Petra Simon

Die 44-jährige Rodgauerin betreibt im Ortsteil Dudenhofen eine Wildtierauffangstation. Rund um die Uhr ist sie für Polizei, Feuerwehr und Privatleute erreichbar, wenn diese ein Tier gefunden haben. Neugeborene Feldhasen, Marder und Rehkitze gehören zu ihren Stammkunden.

Aber auch Greifvögel mit gebrochenen Flügeln oder verletzte Füchse sind regelmäßige Gäste in ihrem Behelfs-Lazarett.

Dafür hat sie eine beheizte Holzhütte ausgebaut, mit Kühl- und Gefrierschrank und einem Sideboard mit Arbeitsplatte ausgestattet. In großen Plastikkisten lagert kiloweise Futter, für jede Tierart ein anderes. "Richtig teuer wird es bei der Aufzuchts-Milch. Fast jedes Tier braucht eine unterschiedliche Zusammensetzung", sagt sie.Das Geld, um die kranken und verlassenen Tiere durchzufüttern, muss Petra Simon ganz alleine aufbringen: An die 10.000 Euro im Jahr. "Das tut ganz schön weh." So weh, dass sie schon seit geraumer Zeit daran denkt, ihr ehrenamtlichen Engagement aufzugeben.

Dass sie bisher nicht das Handtuch geschmissen hat, liegt an den "süßen Tieren", die kurioserweise manchmal selbst bei Simon vorstellig werden. Erst vor kurzem habe eine kranke Maus vor ihrer Wohnungstür regelrecht gewartet, und im letzten Jahr sei ihr eine Amsel mit gebrochenem Bein zugeflogen. "Das zeigt ja, wie sehr die Tiere meine Hilfe brauchen", meint sie.

Simon wird vom Schreien der Baby-Marder unterbrochen. "Die müssen alle paar Stunden ihre Milch bekommen", erklärt Simon und angelt ein krallenbesetztes Fellknäuel aus dem Käfig: "Auch in der Nacht." Viel Schlaf bleibt da für die allein erziehende Mutter nicht. Nach der Fütterung massiert sie den Kleinen den Bauch. Sofort pinkelt das Tierchen los. "Das ist wichtig, sonst sterben sie", sagt Simon.

Sie hat sich im Lauf der letzten Jahre ein umfassendes Wissen angelesen, ist staatlich anerkannt. Dennoch bekommt sie keine finanzielle Unterstützung. "Obwohl ich immer wieder nachfrage", beschwert sie sich: "Irgendwann geht es einfach nicht mehr.

Ihr größter Wunsch: "Jemand, der mich mal für ein paar Stunden ablöst und die Tiere füttert. Und einen Sponsor, der mir hilft, die vielen Kosten zu stemmen."Petra Simon ist im Notfall rund um die Uhr unter S (0162) 4954540 zu erreichen. Weitere Infos gibt es im auch Internet unter www.petrasimon.de.

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