Kein Erbamen in Rumänien

Obertshausener retten osteuropäische Straßenhunde

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Florika wurde aus einem rumänischen Tierheim gerettet und sucht ein neues Zuhause.

Obertshausen - Osteuropa ist im Blutrausch. Massenhaft werden Straßenhunde bestialisch getötet. Für drei Frauen aus dem Kreis Offenbach zählt jeder gerettete Hund. Von Angelika Pöppel

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Strassenhunde und auch Tierheimhunde finden in Bulgarien kein Erbarmen. „Es wird nicht mal Halt vor Welpen und trächtigen Hündinnen gemacht. Die Hunde werden erschlagen, zu Tode getreten, enthauptet, vergiftet, mit Benzin übergossen und angezündet“, sagt Elvira Trebesius aus Obertshausen. Gemeinsam mit Regina Wotschak aus Schaafheim und Birgit Seitz aus Bessenbach organisiert die Tierliebhaberin Transporte, um die Hunde vor dem sicheren Tod zu bewahren. Sie selbst nehmen die Tiere Übergangsweise auf und vermitteln sie in ein neues Zuhause (der EXTRA TIPP berichtete).

Hunde werden als Bestien hingestellt

Spendenkonto: Strassenhunde Bulgarien/ Trebesius, Norisbank: Bankleitzahl: 100 777 77 Kontonummer: 2628584

Auch in Rumänien hat die Regierung dazu aufgerufen Straßenhunde einzusammeln, um sie anschließend bestialisch zu töten. Grund: Die große Population soll eingedämmt werden. Nach einer Rechtfertigung für die Tötung wird vergeblich gesucht. „Die Hunde werden als aggressive Bestien dargestellt. Leider berichten die Medien zu einseitig, und zeigen nicht wie die Tiere getötet werden“, sagt Birgit Seitz. Bis zu 60 Euro für jeden eingefangenen Hund zahlt die Regierung. „Für das Geld hätten die Tiere auch kastriert werden können“, sagen die Tierschützer. Auch von der deutschen Politik sind sie enttäuscht. „Es wurde nicht mal an die rumänische Regierung appelliert diese grausame Tierquälerei zu unterlassen“, sagt Trebesius.

Gerettete Tiere aufnehmen

Rund 30 Tiere hat die private, ehrenamtliche Tierschutzgruppe bereits vermittelt. Dazu gehört, dass die Tiere, wenn nötig, ärztlich behandelt, geimpft, gechipt und nach Deutschland transportiert werden. Helfer in Bulgarien kümmern sich um die Organisation vor Ort. Deshalb sind die Tierliebhaber ständig auf Geld- und Sachspenden angewiesen. Aber auch Freiwillige sind gefordert, die die geretteten Tiere vorerst aufnehmen oder ihnen ein freundliches Zuhause bieten. Doch die engagierten Frauen stoßen auch auf Ablehnung: „Ich werde immer wieder gefragt, warum ich mich nicht einfach für Tiere in Deutschland einsetze“, erzählt Seitz und fügt hinzu „die Leute wissen viel zu wenig über die Zustände.“ Gegen Tierheime im Ausland seien die deutschen Tierheime Luxus-Herbergen.

Florika wurde aus einem rumänischen Tierheim gerettet

Trebesius selbst nimmt die heimlosen Tiere auf. Erst seit einigen Tagen gehört auch Florika zu ihren vier Schützlingen. Der vierjährige Rüde wurde aus einem rumänischen Tierheim gerettet, aus Angst, dass es gestürmt wird. „Florika ist gesund und top fit, aber ein ganz ruhiger Genosse“, sagt das Frauchen auf Zeit. Interessierte können sich im Internet unter www.123webseite.de/Strassenhunde-Bulgarien informieren und Kontakt zu den Ehrenamtlichen aufnehmen.

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