Nahrungsangebot geht zur Neige

Imker warnen: Bienen nicht verhungern lassen!

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Die Honigbiene kann nicht mehr genug Nahrung sammeln, deshalb muss sie gefüttert werden.

Region Rhein-Main – Wegen der frühzeitigen, warmen Temperaturen geht in diesem Jahr das Nahrungsangebot für Bienen früher zu Ende. Imker warnen: Jetzt muss gefüttert werden! Von Angelika Pöppel

Der Winter war mild, Blumen und Gräser blühten drei Wochen früher als in den vergangenen Jahren. Für die Bienen der Region hat das Folgen. Denn auch der Parasit – die Varroamilbe – konnte sich prächtig entfalten. „Die Milbe vermehrt sich in der Brut der Bienen, schlüpft in die Eier und die Biene verkümmert“, weiß Herman Matthiesen, Imker aus Obertshausen. Da die Bienen in diesem Jahr früher begonnen haben, zu brüten, hatte die Milbe auch mehr Zeit, sich zu vermehren. Durch das frühzeitige Blütenangebot sei derzeit auch das Nahrungsangebot eingeschränkt, sagt der Vorsitzende des Landesverbandes hessischer Imker,Manfred Ritz.

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Da die Blumen früher blüten, verblühen sie jetzt schon wieder. „Dadurch geht das Nahrungsangebot langsam zu Neige“, bestätigt auch Bernd Grünewald, Leiter des Instituts für Bienenkunde  in Oberursel. Manfred Ritz, das Oberhaupt der hessischen Imker, warnt deshalb: „Wenn Imker nicht aufpassen, kann es passieren, dass ein Volk verhungert.“ Die Bienen müssen mit Zuckersirup aufgepäppelt werden. Das bestätigt auch Imker Matthiesen, der zehn Bienenvölker  beherbergt: „Ich füttere zehn bis 15 Kilo Zucker pro Volk.“ Für den Obertshausener fällt die Ernte diesmal durchschnittlich aus. Er geht von unter 30 Kilo pro Volk aus. Üblicherweise kommen laut hessischem Verband im Schnitt 37 bis 38 Kilo zusammen. Doch der Obertshausener Imker nimmt‘s gelassen: „So ist das eben bei dem Geschäft mit der Natur.“

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