Die Nachtigall wird nicht mehr zu hören sein

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Monika Greitzke steht vor der Baustelle, auf der bald ein neues Vogelhaus entsteht.

Frankfurt – Ein verheerender Brand im Vogelhaus des Kobelt-Zoos in Schwanheim tötete am 20. Dezember 100 Tiere. Ausgelöst worden war das Feuer durch einen technischen Defekt. Jetzt beginnt der Wiederaufbau.Von Silke Gottaut

Mit ihren kleinen, grünen Augen schauen die rot-weiße Katze Heidi und der getigerte Peterle durch den Zaun ihres provisorischen Käfigs und maunzen, weil sie raus möchten. Aber sie dürfen nicht – noch nicht. Erst muss ihr neues Zuhause auf dem Gelände des Kobelt-Zoos neu gebaut werden, das Ende vergangenen Jahres ebenfalls dem Brand zum Opfer fiel.

Sie saßen tagelang traurig und miauend im Brandschuttberg und haben nichts gefressen. Jedoch tranken sie dort das giftige Löschwasser“, erzählt Monika Greitzke, Kassiererin und Pressesprecherin der Gesellschaft Prof. Dr. Wilhelm Kobelt. Während die beiden Katzen an dem Abend des Brandes vor dem großen, lodernden Feuer fliehen konnten, mussten etwa 100 Vögel verbrennen. Unter ihnen waren bunte Zebrafinken, Glanzstare, Diamanttäubchen und Chinesische Nachtigallen.

Niedergebrannt sind zudem alle Außen-Vogelkäfige und das komplette dahinter liegende Haus. In diesem war eine Futterküche, ein Aufenthaltsraum und weitere Käfige. Der Schaden liegt bei mindestens 30.000 Euro.

Wir haben bereits von mehreren Züchtern und vom Opel-Zoo verschiedene Vogelarten für unser neues Vogelhaus angeboten bekommen“, sagt Greitzke und ergänzt: „Die Chinesische Nachtigall, die kleiner als ein Spatz ist und sehr laut singt, werden wir jedoch nicht mehr bekommen. Sie darf nicht mehr importiert werden und ist hier nur noch sehr selten.“

In den nächsten Wochen haben die acht ehrenamtlichen Mitglieder des Kobelt-Zoos noch viel Arbeit. „Die neuen Bodenplatten sind die Woche gekommen. Mit dem Verlegen beginnen wir schnellst möglich. Wir werden vom Gehweg ausgehend Außenvolieren bauen, damit die Besucher die Vögel betrachten können. Die Außenmauer baut eine Firma für uns und die Einrichtung übernehmen wir. Wir hoffen, dass bis zur Eröffnung am 1. Mai alles fertig ist.“

Dann können die Besucher auch die Affen wieder klettern sehen, die Esel streicheln oder die Bennett-Kängurus beim Hüpfen beobachten.

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