Tiere in schlechtem Zustand?

Münster: Wieder Vorwürfe gegen Tierheim-Chefin

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Münster – Neue Vorwürfe gegen die Leiterin des Kreistierheims Münster. Deren Hundezucht sei nicht mit der Vermittlung vereinbar, zudem seien die Tiere in schlechtem Zustand. Von Jens Dörr

Vergangenen Sommer berichtete der EXTRA TIPP über eine Vielzahl an Vorwürfen gegen das Tierheim in Münster. Leiterin Ursula Schuster  stand damals in der Kritik – wegen angeblich intransparentem Umgang mit Spendengeldern, rüdem Umgang mit Tieren und Mitarbeitern sowie der von ihr nebenbei auf dem Gelände betriebenen Hundezucht. In einer Aussprache, an der der Kreistierheim-Vorstand um den Münsterer Bürgermeister Walter Blank und sein Amtskollege aus Eppershausen, Carsten Helfmann, teilnahmen, war eine Gruppe aus Tierschützern und Ex-Mitarbeitern von ihrem Vorschlag abgerückt, den Rücktritt Schusters zu fordern. Jetzt gibt es erneut Vorwürfe.

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Hinzu kommen Anzeigen bei Veterinäramt und Staatsanwaltschaft. Während die Inhalte der Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt nur teilweise direkten Einfluss auf den Betrieb des Tierheims haben, ist das bei den Schreiben ans Veterinäramt der Fall. So beklagt die Dieburgerin Renate Diehl Missstände: „Ich kritisiere unter anderem den schlechten Zustand vieler Hunde im Tierheim. Vor allem aber bin ich der Meinung, dass es dort zu viele Zuchthunde der Leiterin gibt - und das die eigentliche Aufgabe, die Vermittlung der Tierheim-Hunde, stark behindert.“ In die gleiche Kerbe schlägt Andrea Fröhlich, die sich mit weiteren Tierfreunden aus dem Raum Münster intensiv mit der Arbeit der Herberge beschäftigt hat. Persönliche Reibereien im Verhältnis mit Leiterin Schuster spielten keine Rolle. Hauptproblem: „Die eigentlich zu vermittelnden Hunde werden von der Leiterin schlechtgemacht. Stattdessen präsentiert sie ihre selbst gezüchteten Welpen mit dem Hinweis, die seien doch viel süßer.“ So lautet auch die Anklage, die Fröhlich in einer Online-Petition mit dem Titel „Abschaffung der Hundezucht/Hundevermehrung im Kreistierheim Münster“ formuliert hat.

900 unterstützen Online-Petition

Die Zeichnungsfrist ist inzwischen beendet, 900 Menschen haben ihre Unterstützung kundgetan. Fröhlich: „Die Zucht gehört nicht ins Tierheim – und diese Leiterin nicht in ihren Job.“ Die Ziele des Tierheims sowie der privaten Zucht Schusters seien miteinander nicht zu vereinbaren. Die immer wieder durch den Tierheim-Trägerverein und Schuster selbst betonte strikte Trennung zwischen beidem gebe es nicht, was Fröhlich neben niedergeschriebenen Zeugenaussagen auch in diversen Bildaufnahmen belegt sehen will. Beim Vorstand des Kreistierheims weiß man von den Anschuldigungen der Tierschützer nichts. Schuster selbst habe bei einer Vorstandssitzung nichts Derartiges berichtet, teilt Vorstandsmitglied Carsten Helfmann  mit. Schuster selbst soll sich gemäß interner Sprachregelung nicht gegenüber der Presse äußern. Helfmann verweist weiter ans Veterinäramt, das mitteilen lässt, seit Ende Januar nicht mehr dort gewesen zu sein. Bislang seien keine Anordnungen oder Aussagen über eine mögliche Schließung getroffen worden. Das wollen mehrere Tierschützer unabhängig voneinander aber gehört haben. Sie wüssten zudem, dass es in der Vorwoche einen Besuch des Amts in Münster gegeben habe – was dieses allerdings bestreitet. Zu den Anzeigen mehrerer Tierfreunde beim Veterinäramt bezog das Amt keine Stellung

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