Tipps zum Welthundetag am 10. Oktober

Illegales Gassi gehen: Hundesitter arbeiten oft schwarz

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Wer regelmäßig als Hundesitter arbeitet und monatlich bis zu 450 Euro bekommt, sollte sich von seinem Arbeitgeber als Minijobber anmelden lassen.

Region Rhein-Main – Den besten Freund des Menschen lassen sich Herrchen und Frauchen gerne etwas kosten. Das gilt aus für dessen Betreuung. Dabei arbeiten viele Hundesitter schwarz. Von Dirk Beutel

Ob Wellness-Salon oder wieder mal ein Gourmet-Fresschen – Hundeliebhaber greifen für das das Wohl ihres geliebten Vierbeiners gerne etwas tiefer in die Brieftasche. Es geht sogar so weit, dass die Hundeliebe der Deutschen zu einer echten Industrie herangewachsen ist. Nach Angaben des Industrieverbandes Heimtierbedarf gibt es in Deutschland 5,4 Millionen Hundebesitzer in Deutschland und die geben laut einer Studie der Universität Göttingen etwa fünf Milliarden Euro für ihre Tiere aus. Tendenz steigend.

Zum Welthundetag am Donnerstag, 10. Oktober, gibt die Minijob-Zentrale einen besonderen Tipp für Hundebesitzer und deren Hundesitter. Die gelten nämlich als Minijobber im Privathaushalt wenn sie regelmäßig arbeiten und bis zu 450 Euro im Monat verdienen. Doch nur die wenigsten sind tatsächlich angemeldet. Sie arbeiten schwarz. Das gilt für die meisten Minijobber in Privathaushalten. Seit Einführung der Minijob-Zentrale vor zehn Jahren wurden bislang 260.000 Personen angemeldet, darunter Bügelhilfen oder Gartenarbeiter.

Rechte von Arbeitgeber- und nehmer stärken

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Dabei überwiegen die Vorteile: Bei einem Unfall ist der Hundesitter, wenn er illegal beschäftigt ist, vollkommen ungeschützt. Das gilt auch im Falle eines Unfalls. Dasselbe gilt auch für den Arbeitgeber. Dieser kann sich bei einer Anmeldung vor finanziellen Ansprüchen schützen, außerdem kann er jährlich 20 Prozent der Kosten – maximal 510 Euro im Jahr – absetzen. Wird der Hundesitter angemeldet, hat er hingegen sogar Anspruch auf das volle Leistungspaket der Rentenversicherung und Entgeldzahlung im Krankheitsfall. „Nach unseren Erfahrungen ist es neben der Angst vor zuviel Bürokratie vor allem ein nicht vorhandenes Unrechtsbewusstsein“, sagt Andreas Narozny von der Presseabteilung der Minijob-Zentrale: „Dabei werden bei einer Anmeldung nicht nur die Rechte von Arbeitgeber und -nehmer gestärkt, es ist auch von Vorteil für das Vertrauenverhältnis der beiden Parteien.“ Schwarzarbeit ist längst kein Kavaliersdelikt mehr. Auf den Arbeitgeber können Bußgelder bis zu 5000 Euro zukommen.

Die Anmeldung ist laut Narozny schnell erledigt und dauert höchstens zehn Minuten. Der Arbeitgeber muss nur das Haushaltsscheck-Formular ausfüllen und vom Hundesitter unterschreiben lassen. Danach geht das Formular an die Minijob-Zentrale. Das Formular kann telefonisch unter  (0355) 290270799 angefordert werden oder im Internet unter www.minijob-zentrale.de heruntergeladen werden.

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