Main-Monster bisher keine Gefahr für Badende

Es mutet ein bisschen wie in einem drittklassigen Horror-Film an, und dennoch ist jedes Wort wahr. Im Main tummeln sich zwischen Offenbach und Seligenstadt riesenhafte Mammut-Welse, bei deren Anblick der Ekel ein Gesicht bekommt.

Weit über zwei Meter lang und bis zu 130 Kilogramm schwer können die Raubfische mit den überdimensionalen Mäulern werden. Und das sind nur die Exemplare, die bisher gefangen worden sind. Welche Fische in den Tiefen lauern, kann niemand sagen, so Mainfischer Karl-Heinz Adam.Erst vor einigen Wochen haben er und sein Sohn Olaf ein knapp zwei Meter langes Exemplar in ihren Netzen gehabt. "Die sind schon erschreckend", sagt Vater Adam. "Und gefährlich." Denn nicht nur Enten und sogar Säugetiere wie Bieber und Bisamratten stehen auf der Speisekarte der nimmersatten Biester, sondern auch nahezu alle Fischsorten, die sich im ohnehin dünn besiedelten Mainwasser tummeln. Auch die sogenannte Kesslergrundel, ein Raubfisch aus Südosteuropa, habe sich mittlerweile im Main breit gemacht und vertilgt die Brut der übrigen Fischsorten. "Von denen wimmelt es nur so im Wasser", sagt Adam. "Die Welse und die Kesslergrundel fressen uns mittlerweile den ganzen Bestand weg", beklagt sich Karl-Heinz Adam über die Ungetüme.Den Grund für die Entartung meint er zu kennen: "Daran sind wir im Grunde alle selbst schuld." Das viel zu warme Wasser von Kläranlagen und Heizkraftwerken, wie dem am Main gelegenen Staudinger-Kraftwerk, würden einfach in den Main gepumpt. "Unter diesen Bedingungen können die Welse erst so riesig werden." Früher habe es so was nicht gegeben. Da habe der Main noch zahlreiche Fischerfamilien ernähren können. "Heute reichen die paar übrig gebliebenen Fische nicht mal mehr für eine."Im Main zu baden ist aber nicht gefährlich, sind sich Experten sicher. Bisher hat es keine Übergriffe auf Menschen gegeben. Dennoch wird dem Mega-Raubfisch nachgesagt, in Südeuropa schon badende Hunde und ganze Gänse verschlungen zu haben. Sein Maul ist auf jeden Fall groß genug dafür. Bis zu einem halben Meter im Durchmesser kann das glitschige Ungetüm seinen Schlund aufreißen. Was passiert, wenn es hungrig ist, vermag deshalb niemand mit hundertprozentiger Sicherheit zu sagen.Adam appelliert an die Angler der Region: "Holt jeden Wels raus, den ihr an den Haken bekommt." Nur so könne wieder ein Gleichgewicht hergestellt werden. Zudem sei der Fisch sehr schmackhaft.Wer frisch gefangenen Fisch aus dem Main kaufen will, kann das freitags auf dem Bruchköbler Wochenmarkt. Dort verkaufen die Adams ihren Fang. Mit Glück ist auch frisches Wels-Filet dabei.

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