Maikäfer-Plage bald bei uns? Die Walze rollt!

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Maikäfer flieg...

Region Rhein-Main – Der Baumtod kommt aus dem Süden. Dort lauern Millionen von Maikäferlarven im Waldboden. Wenn sie alle geschlüpft sind und Richtung Norden fliegen droht der Region ein Baumsterben riesigen Ausmaßes. Doch Hessens Umweltministerin Silke Lautenschläger hat sich gegen eine chemische Bekämpfung ausgesprochen. Jetzt rollt die Maikäfer-Walze auf uns zu! Von Christian Reinartz

Unzählige der Millionen Engerlinge im Boden rund um Pfungstadt sind schon geschlüpft und machen sich zur Zeit über die Bäume in Südhessen her. Daran ändert auch nichts, dass die Stadt Pfungstadt als einzige in ganz Hessen beschlossen hat, gegen die Schädlinge mit der chemischen Keule nachzuhelfen. Anfang der Woche flogen die Hubschrauber. Doch Experten sind überzeugt: Für die Region bringt das gar nichts. Es gibt einfach zu viele Krabbler.

Die Plage kommt näher

Die Maikäferlarve, genannt Engerling

Beim Forstamt Langen und beim Frankfurter Stadtforst geben sich die Mitarbeiter betont ruhig, dennoch ist ihnen ihre Alarmbereitschaft anzumerken. Denn bewegt sich die Maikäfer-Walze Richtung Norden, droht der Region in den nächsten Jahren eine Baum-Katastrophe. „Denn gefährlich ist der Maikäfer, wie wir ihn kennen, nur für die Blätter der Bäume“, erklärt Försterin Tina Baumann. Sie ist stellvertretende Amtsleiterin der Abteilung Stadtforst des Frankfurter Grünflächenamtes. „Die Engerlinge dagegen fressen die Wurzeln der Bäume kaputt", erklärt Michael Löber, stellvertretender Leiter des für den Kreis Offenbach zuständigen Forstamts in Langen.

Die Schäden, die die Engerlinge anrichten, können enorme Ausmaße annehmen. „Da wird im schlimmsten Fall der komplette Baumnachwuchs zerstört“, erklärt Löber. Seine Kollegin Baumann hingegen hat schon beobachtet, dass die Maikäferlarven sogar die Wurzeln großer Bäume anfressen: „Das kommt immer auf die Menge an. Aber wenn es viele sind, wird auch eine ausgewachsene Eiche absterben.“

Südhessens Baumbestand ist bedroht

Während weiter nördlich die Förster in heller Aufregung sind, lehnt sich Thomas Schmalenberg vomDieburger Forstamt zurück. Er ist sicher, dass die Maikäfer in seiner Gemarkung keine Chance haben. „Das liegt an unserem Boden“, erklärt der Förster. Rotliegendes nenne man den besonders lehmigen Boden rund um Dieburg. „Hier können sie nicht ihre Eier im Boden ablegen“, begründet er seine Zuversicht.

Für Stadt und Kreis Offenbach sowie Frankfurt vergrößert das die Chance, von der Maikäferplage getroffen zu werden. Die Experten sind sich sicher: Wenn der Maikäfer im Westen nicht weiterkommt, fliegt er nach Norden.

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