Roßdorfer Kuh wird für die Frankfurter Buchmesse zum argentinischen Rind

Mit Lesebrille auf der Nase Heu mampfen

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Michael Dörr hat ein Fotomodel im Stall. Seine Kuh wirbt als argentinisches Rind auf einem Plakat für die Frankfurter Buchmesse.

Roßdorf – Sie kann nicht lesen und schreiben, interessiert sich nicht für Bücher, wirbt aber seit dieser Woche auf hunderten Plakaten für die Frankfurter Buchmesse: Eine Kuh aus Roßdorf. Von Norman Körtge

Leidenschaftlicher Tango, Fußballstars wie Lionel Messi, leckeres Rindfleisch – all das kommt einem in den Sinn, wenn das Stichwort Argentinien fällt. Helen Krisztian und Franziska Detlof, Studentinnen an der Wiesbadener Hochschule, entschieden sich für das Rind, als sie sich auf ein humorvollen Plakatmotiv für das Ehrengast-Land der diesjährigen Frankfurter Buchmesse festlegten.

Auf der Suche nach einem passenden Tier landeten die beiden Studentinnen durch Zufall auf dem Karlshof bei Roßdorf. Landwirt Michael Dörr hält dort zirka 500 Tiere. Allerdings Schwarzbunte Holsteiner und nicht argentinische Rinder. Deshalb hieß es erst einmal sichten, welches Tier am ehesten einem südamerikanisches Rind mit schlankem Schädel ähnelt. Die Wahl fiel schließlich auf ein einjähriges, rund 350 Kilogramm schweres Rind mit einem rabenschwarzen Kopf ohne die sonst üblichen Flecken.

Das Plakat zur Buchmesse. Das namenlose Rind hängt bald überall.

„Sie ist ganz zahm und zutraulich“, erzählt Dörr und grault das namenlose Rind hinterm Ohr. Auch deshalb ließ es sich, ohne zu murren und abgelenkt durch frisches Heu, die Lesebrille auf die Nase setzen – der eigentliche Clou des Plakats und die Verbindung zur Buchmesse.

Doch damit war die Arbeit der Studentinnen noch nicht erledigt. Denn argentinische Rinder sind braun, nicht schwarz. Deshalb musste am Computer das Fell eingefärbt werden

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