Leichtathletik für Langohren

Christine Mösges (links) mit Rolly Polly und Jennifer Janke mit Hase Suki. 

Hattersheim – Auf die Löffler, fertig, los! Sie sind Kaninchen, doch sie springen und überwinden Hindernisse. Kaninhop heißt der Trendsport für Langohren aus Skandinavien. Christine Mösges aus Hattersheim will den Wettbewerb ins Rhein-Main-Gebiet holen und sucht noch Mit-Hüpfer. Von Mareike Palmy

Zügig anhoppeln, mit Schwung abspringen, Landung! Dass Häschen mehr können, als am Osterfest die Eier zu liefern, zeigen die immer beliebter werdenden Kaninhop-Turniere. Bei der kuriosen Freizeitbeschäftigung aus Schweden, müssen die haarigen Athleten ähnlich wie beim Pferdespringen einen Hindernisparcours durchlaufen und dabei Stangen, Wassergräben und kleine Mauern überspringen. Bei unglaublichen 99,5 Zentimetern liegt der aktuelle Hoppel-Hochsprung-Rekord.

Auch Christine Mösges aus Hattersheim hat großen Spaß an der Langohren-Leichtathletik. Was als Spaß im elterlichen Garten anfing, ist mittlerweile ihr liebstes Hobby. Seit vergangenem Jahr lässt die Köchin im Kaninchenzuchtverein „Rabbit World H 290“ in Frankfurt ihre sechs Kaninchen hüpfen und trainiert sie für die deutschlandweiten Häschen-Hüpf-Wettbewerbe.

Rolly Polly beim Hindernislauf.

Mit Freundin Jennifer Janke teilt die 23-Jährige schon seit der Kindheit ihre Begeisterung für den Hasensport, den sie auch im Rhein-Main-Gebiet vorantreiben möchte. Für das erste Kaninchen-Hüpf-Turnier in Frankfurt Anfang September sucht sie jetzt noch vierbeinige Sportskanonen. „Wir sind schon im Training, aber die Konkurrenz fehlt noch. Kaninhop ist in Hessen noch nicht so stark verbreitet, das wollen wir ändern“, sagt Hasenmutter Mösges.

Zweimal in der Woche bringt sie Rolly Polly, Kira, Suki, Lily, Piña Colada und Peach an den zehn bis 45 Zentimeter hohen Hürden ins Schwitzen. Eine Trainingseinheit dauert zehn Minuten pro Hase. Geführt wird der hoppelnde Athlet dabei an der Leine mit Brustgeschirr, damit er nicht auf Abwege gerät. „Der Hochsprung liegt ihnen quasi im Blut. Die machen das gerne, schließlich brauchen Kaninchen Auslauf und Beschäftigung“, sagt Mösges.

Aber nicht alle ihre Mümmelmänner haben immer Spaß am Hüpfen auf Kommando. „Suki und Rolly Polly sind meine Turnierhasen. Die haben am meisten Sprungkraft und Geschick. Der Rest rennt lieber um die Hürden herum“, sagt Mösges. Vor allem Rolly Polly ist ein richtiges Athletenkaninchen und verblüfft mit ungeahnter Fitness. Das vier Kilo schwere Kaninchen kann rennen wie der Blitz und springt wagemutig knapp Zentimeter hoch über ein Hindernis.

Trotz des lustigen Anblicks ist Kaninhop auch ein ernsthafter Turniersport mit Regeln und Rekorden, Wettbewerben und Schwierigkeitsklassen. „Zum Hüpfen gezwungen wird kein Häschen. Die Tiere sollen selbst entscheiden, ob sie Lust am Hindernislauf haben oder nicht. Wer beim Wettkampf an der Leine zieht oder das Kaninchen schiebt wird disqualifiziert. Hoppelt ein Kaninchen von der Rennstrecke oder purzelt eine der kleinen Holzstangen zu Boden, gibt’s Punktabzug. Möhren-Doping wird aber nicht bestraft“, weiß Mösges.

Die Kaninhop-Meisterschaft des KZVH 290 ist am 8. September in Frankfurt. Mehr Infos, Teilnahmebedingungen und Anmeldung bei Christine Mösges, Telefon (0162) 7123525.

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