Lebensgefahr nach Aquarium-Platzer: Rochen sticht Restaurantbesitzer

Von Axel Grysczykbr /Rödermark - Mittwoch, 20 Uhr, Restaurant Baracuda in Urberach: 70 Gäste halten sich in dem seit Januar eröffneten Lokal auf. Sie schlemmen Seezunge mit Mandelbutter oder Rumpsteak mit Gorgonzolasoße.

Immer wieder bleibt ihr Blick an dem fünf Meter breiten und ein Meter hohen Aquarium hängen: Wie die drei Stachelrochen durch das Wasser gleiten, die Welse und die zehn Diskusfische ihre Runden drehen. Dann hören die Gäste ein Knacken. Es kommt Bewegung ins Wasser. Wenige Sekunden später ein lauteres Knacken. Es folgt ein ohrenbetäubender Knall und rund 3000 Liter Wasser stürzen in einer Welle auf die Gäste zu. Mit dabei die drei Rochen.br /Das drei Zentimeter dicke Glas ist gebrochen, steht schräg zueinander, Glasbrocken schwimmen durch das Lokal, überall ist Wasser. Der Eigentümer des Hauses, Rainer Rink, reagiert sofort: Ruft die Feuerwehr, wischt mit dem Personal das Wasser auf und sammelt die Fische ein. Dabei passiertâ??s.br /Als er einen der drei Stachelrochen einfängt, sticht ihn das im Durchmesser 35 Zentimeter große Tier in die linke Hand - kurz unter den kleinen Finger. Rink kann den 300 Euro teuren, eigentlich in Brasilien beheimateten Fisch mit den gelb-bräunlichen Punkten zwar noch in einen Eimer legen, aber kurz darauf beginnt das Rochen-Gift zu wirken. "Nach einer halben Minute habe ich gespürt, wie meine Fingerspitzen taub werden", sagt Rink. Der eingetroffene Notarzt steht sofort mit einem Tropenzentrum in Verbindung. Schnell wird klar: Ein Gegengift für diese Rochenart gibtâ??s nicht. Rink kommt auf die Intensivstation des Langener Krankenhauses.br /Derweil ist der Schock im Restaurant gewichen. Das Baracuda-Personal hat anfangs Cola- und Bierkisten gereicht, damit die Gäste dort ihre Füße drauf stellen können. Das zunächst rund 20 Zentimeter hohe Wasser rund um den Aquariumbereich wird nach und nach aufgesaugt und weggewischt. Eine Bedienung: "Die Gäste sind dageblieben und haben weiterhin den Abend genossen." Trotz des Aquarium-Desasters ist die Beliebtheit des Baracuda ungebrochen. Auch die Tage nach dem Scheibenbruch ist das Restaurant in der Messenhäuser Straße mit vielen Besuchern besetzt.br /Im rund zwölf Kilometer entfernten Langen beobachten die Ärzte genau den Kreislauf ihres Patienten. 24 Stunden wird geprüft, ob möglicherweise das Rochen-Gift das Herz lähmt. Dann wird um die Wunde herum das Gewebe mit dem Gift entfernt. Anschließend kann Rink das Krankenhaus verlassen. "Eigentlich ist es gut ausgegangen. Mir und vor allem den Gästen ist nichts passiert. Klar, dass die Herstellerfirma das in Ordnung bringen muss. Schließlich hat das Aquarium 15.000 Euro gekostet. Ich gehe davon aus, dass bei den eingesetzten Scheiben ein Klebefehler unterlaufen ist."br /Die drei Stachelrochen sind wohlauf. Sie sind bei einem Aquarianer in Lan

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