Lager leer: Tausende Katzen vor der Hungersnot

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Tiertafel-Chefin Conny Badermann versorgt eigentlich Katzen aus Frankfurt, Stadt- und Kreis Offenbach und dem Taunus. Doch ihr Lager ist leer.

Region Rhein-Main – Tausende Katzen in der Region müssen in den kommenden Wochen Hunger leiden, weil die Tiertafel zu wenig Spender für Futter hat. Statt fünf mannshoch gepackter Europaletten, hat Tafelchefin Conny Badermann bisher nur ein paar Pakete zusammenbekommen. Von Christian Reinartz

Aber die reichen nicht für die Katzen der Armen und Bedürftigen aus Frankfurt und dem Taunus. Michael Walther aus Kronberg ist Rentner. Und seine kleine Rente reicht schon ohne Haustier hinten und vorne nicht. „Ohne die Tiertafel müsste unser Liebling Hunger leiden“, sagt er bedrückt: „Denn es gibt nichts mehr, an dem wir sparen könnten.“ Dass den Katzen der Region nun eine regelrechte Hungerkatastrophe droht, bereitet ihm Sorgen. „Wenn es gar nicht mehr geht, müssten wir unser Tier abgeben“, sagt er: „Und das würde uns das Herz brechen.“

Spenden an:

Frankfurter Tiertafel

Konto: 200499947

BLZ: 50050201

Frankfurter Sparkasse

Auch Rentnerin Elisabet Völkel und ihr Kater Maxi aus Frankfurt sind auf die Tiertafel angewiesen. „Ohne das Futter von dort, müsste ich selbst weniger essen, um meine Katze versorgen zu können“, sagt Völkel mit Tränen in den Augen. „Ich hab große Angst, dass sowas passiert.“

Conny Badermann ist deswegen bedrückt. „Es kommen einfach nicht genug Spenden rein“, klagt sie. Statt der eigentlich benötigten fünf mannshoch gepackten Europaletten mit Katzenfutter, sind bisher gerade einmal eine handvoll Kartons zusammengekommen. Statt fünf Tonnen hat sie klägliche 30 Kilogramm auf Vorrat.

Der Grund für die Futterknappheit: Die Frankfurter haben sich von der deutschlandweiten Tiertafel-Organisation losgesagt. „Viele Spender wollten, dass ihr Geld lokal genutzt wird und nicht in Berlin landet“, erklärt Badermann die Entscheidung: „Deswegen haben wir den Schritt in die Eigenständigkeit gewagt.“

Mit unabsehbaren Folgen. Denn viele Spender wissen das offenbar nicht und spenden weiter wie gewohnt an den Dachverband der Tiertafeln. „Und unsere Katzen müssen deswegen hungern“, sagt Badermann. „Jetzt brauchen wir schon ein Wunder, um soviel Katzenfutter zusammenzubekommen.“

Nun hofft sie auf die Hilfe der EXTRA-TIPP-Leser. „Wir können alles gebrauchen, was es im Handel an Katzenfutter gibt“, sagt Badermann. „Gerne auch die günstigen Dosen aus den Discountern. Wir nehmen alles, um unsere Katzen satt zu bekommen.“

Wer der Tiertafel Futter spenden will, kann es immer dienstags von elf bis 15 Uhr in der Tiertafel, Ludwig-Landmann-Straße 206 in Frankfurt, abgeben. Auch Geld für Tierarztkosten und teures Spezialfutter ist Mangelware.

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